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  • Abteilung 5
    29.09.2020
    Hochwasserschutz am Kocherufer in Niedernhall (Hohenlohekreis) / Arbeiten starten am kommenden Montag, 5. Oktober 2020
     Bild zeigt Fertiggestellter Hochwasserschutz in Niedernhall am rechten Kocherufer (Quelle: RPS)

    ​Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes erneuert der Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Stadt Niedernhall die Hochwasserschutzeinrichtungen am Kocherufer zwischen der Gemarkungsgrenze Criesbach und der Kläranlage Niedernhall, um das gesamte Stadtgebiet künftig vor einem hundertjährlichen Hochwasser einschließlich der zu erwartenden größeren Hochwasserstände durch Klimaveränderungen zu schützen. Der bestehende Hochwasserschutz entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Die Hochwassergefahrenkarten zeigen, dass bei einem hundertjährlichen Hochwasser die Dämme überströmt werden würden. Es soll deshalb ein durchgehender Hochwasserschutz entlang des Kochers von Criesbach bis Niedernhall entstehen. Die Hochwasserschutzeinrichtungen am rechten Kocherufer wurden bereits in Criesbach und Niedernhall 2019 fertiggestellt.

    Am kommenden Montag, 5. Oktober 2020, werden die Arbeiten zur Ertüchtigung des Hochwasserschutzes am linken Kocherufer beginnen. Erste Vorarbeiten werden bereits seit Anfang August durchgeführt.

    Das Hochwasserschutzkonzept für den rund zwei Kilometer langen Bereich am linken Kocherufer umfasst vier Bereiche, in denen Ausbaumaßnahmen wie die Erhöhung und Verbreiterung des bestehenden Deichs, der Neubau von Einrichtungen aus Beton- und Glas entlang des Forellenbaches zur Vermeidung von Rückstau und den Einbau einer Dichtungsschicht auf der wasserseitigen Böschung konzipiert wurden.

    Als Ausgleich für die Eingriffe in die Natur wurden bereits Stein- und Reisighäufen als Ersatzlebensraum für Eidechsen angelegt. Zusätzlich werden Trockenmauern saniert sowie Gewässerrandstreifen mit Auwald angelegt um neue Lebensräume für viele verschiedene Tierarten zu schaffen.

    Während der Bauzeit wird es zeitweise im Bereich des Brückenwiesenwegs, Am Forellenbach und im Warrwiesenweg in Niedernhall zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen, insbesondere auch für Radfahrer und Fußgänger. Im Rahmen der Planung werden alle Anstrengungen unternommen, die Beeinträchtigungen für die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten. Das Regierungspräsidium Stuttgart wird rechtzeitig vor Ort über anstehende Änderungen der Verkehrsführungen informieren.

    Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme ist für Juli 2022 geplant. Die Baukosten für diese Maßnahmen am linken Kocherufer belaufen sich auf rund 2,5 Millionen Euro und werden zu 70 Prozent vom Land Baden-Württemberg und zu 30 Prozent von der Stadt Niedernhall getragen.

    Hintergrundinformationen:
    Im Jahr 1959 wurde der Kocher im Bereich der Gemarkung Niedernhall ausgebaut und in sein heutiges Gewässerbett verlegt. Parallel zum Ausbau beziehungsweise zur Verlegung des Kochers wurden uferbegleitende Deiche geschüttet und die Seitenzuflüsse bereichsweise verdolt. Als Reaktion auf die beiden verheerenden Hochwasser vom 21./22. Dezember 1993 und 13./14. April 1994 hat die Stadt Niedernhall als Sofort-Schutzmaßnahme entlang der Kochertalstraße auf einer Länge von rund 1,6 Kilometern zwischen der Kocherbrücke und dem Ortseingang Criesbach – über die Gemarkungsgrenze hinweg – eine Leitplankenkonstruktion erstellt. Im Jahr 1998 wurde ein Teilstück des Kocherstegs bis zur Markungsgrenze Criesbach durch einen Erddamm ersetzt.

    Im Jahr 2016 hat die Stadt Niedernhall die Planung zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Auftrag gegeben. Die wasserrechtliche Genehmigung ist erteilt, sodass der Bau nun unter der Bauherrschaft des Landesbetriebs Gewässer im Regierungspräsidium Stuttgart durchgeführt werden kann.

    Bild zeigt Planung der Hochwasserschutzeinrichtung (Quelle: RPS) 

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