Das Auswahlverfahren

In der ersten Stufe des Auswahlverfahrens werden zunächst die unter 1. und 2. genannten Kriterien berücksichtigt. Es sind maximal 100 Punkte zu erreichen.

  1. das Ergebnis des TMS-Tests (Test für medizinische Studiengänge)
     
  2. die Art und Dauer einer Berufsausbildung oder Berufstätigkeit in einem Gesundheitsberuf sowie die Ausübung einer praktischen oder ehrenamtlichen Tätigkeit, die über die fachspezifische Eignung für den Studiengang Humanmedizin sowie die anschließende hausärztliche Tätigkeit nach Maßgabe der Anlage Aufschluss geben können; es werden jeweils nur eine Berufsausbildung und jeweils nur eine Berufstätigkeit, jeweils einzeln oder in Kombination.

Dabei wird das Ergebnis des TMS-Tests mit maximal 60 Punkten bewertet:

Die Berufsausbildung und praktische oder ehrenamtliche Tätigkeit werden wie folgt bewertet: 

  • maximal 30 Punkte für eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf nach Nummer 1 der Anlage zur Rechtsverordnung: 
    • für eine dreijährige Berufsausbildung 30 Punkte x Spreizungsfaktor, 
    • für eine zweieinhalbjährige Berufsausbildung 25 Punkte x Spreizungsfaktor,
    • für eine zweijährige Berufsausbildung 20 Punkte x Spreizungsfaktor,
  • 5 Punkte x Spreizungsfaktor für je sechs Monate einer beruflichen Tätigkeit von einem halben bis maximal zwei Jahren gemäß Nummer 1 der Anlage, 
  • 10 Punkte für eine mindestens einjährige Tätigkeit in einem Freiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz oder dem Jugendfreiwilligendienstegesetz nach Nummer 2 der Anlage sowie
  • 10 Punkte für mindestens zwei Jahre ehrenamtliche Tätigkeit gemäß Nummer 3 der Anlage. 

Bei verkürzter Ausbildungsdauer wird die reguläre Ausbildungsdauer berücksichtigt.

Der Rangplatz für die erste Stufe richtet sich nach der erzielten Summe der Punkte, beginnend mit der höchsten Punktzahl.

Für die Kriterien nach Nummer 2 können maximal 40 Punkte erreicht werden.

Bei gleichem Punktwert erfolgt die Auswahl zunächst zugunsten der Bewerberin oder des Bewerbers, die oder der einen Freiwilligendienst abgeleistet hat und danach entscheidet das Los über den Rangplatz. 

Der TMS (Test für Medizinische Studiengänge) ist ein fachspezifischer Studierfähigkeitstest. Er prüft das Verständnis für naturwissenschaftliche und medizinische Problemstellungen, ohne dabei Fachwissen abzufragen. Er besteht aus mehreren Abschnitten. Geprüft wird unter anderem die Fähigkeit komplexe Informationen in jedweder Darbietung zu erfassen und richtig zu interpretieren sowie der Umgang mit Größen, Einheiten und Formeln. Darüber hinaus wird die Merkfähigkeit geprüft, die Genauigkeit der visuellen Wahrnehmung, das räumliche Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit zu konzentriertem und sorgfältigem Arbeiten.

Um die Punktevergabe möglichst objektiv und vergleichbar zu machen, berücksichtigen wir nur den TMS.  

Bei der Berechnung ist der von Ihnen erreichte Prozentrang entscheidend:

            PunkteTMS = (ProzentrangTMS – 30) * 2               [min. 0, max. 60]

Beispiel:

Prozentrang 47 à PunkteTMS = (47 – 30)*2 = 34 à 34 Punkte
Prozentrang 88 à PunkteTMS = (88 – 30)*2 = 116 à 60 Punkte
Prozentrang 11 à PunkteTMS = (11 – 30)*2 = - 38 à 0 Punkte

Nein. Ein Nachweis über das Ergebnis des TMS-Tests ist keine zwingende Bewerbungsvoraussetzung. Kosten für den Test werden nicht erstattet. Ein vorliegender Test wird im Rahmen der ersten Auswahlstufe mit maximal 60 Punkten bewertet. 

Folgende abgeschlossene Berufsausbildungen und Berufstätigkeiten werden berücksichtigt (in Klammer der jeweilige Spreizungsfaktor):

  • Altenpflegerin oder Altenpfleger (1,0)
  • Anästhesietechnische Assistentin oder Anästhesietechnischer Assistent (1,0)
  • Arzthelferin oder Arzthelfer (1,0)
  • Biologielaborantin oder Biologielaborant (0,5)
  • Chemielaborantin oder Chemielaborant (0,5)
  • Diätassistentin oder Diätassistent (0,5)
  • Ergotherapeutin oder Ergotherapeut (0,5)
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger (1,0)
  • Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpfleger (1,0)
  • Hebamme oder Entbindungspfleger (1,0)
  • Heilerziehungspflegerin oder Heilerziehungspfleger (0,5)
  • Kinderkrankenschwester oder Kinderkrankenpfleger (1,0)
  • Krankenschwester oder Krankenpfleger (1,0)
  • Logopädin oder Logopäde (0,5)
  • Medizinische Fachangestellte oder Medizinischer Fachangestellter (1,0)
  • Medizinisch-technische Assistentin - Funktionsdiagnostik oder Medizinisch-technischer Assistent – Funktionsdiagnostik (1,0)
  • Medizinisch-technische Assistentin oder Medizinisch-technischer Assistent (1,0)
  • Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin oder Medizinisch-technischer Laboratoriumsassistent (1,0)
  • Medizinisch-technische Radiologieassistentin oder Medizinisch-technischer Radiologieassistent (1,0)
  • Notfallsanitäterin oder Notfallsanitäter (1,0)
  • Operationstechnische Angestellte oder Operationstechnischer Angestellter (1,0)
  • Operationstechnische Assistentin oder Operationstechnischer Assistent (1,0)
  • Orthoptistin oder Orthoptist (0,5)
  • Pharmazeutisch-technische Assistentin oder Pharmazeutisch-technischer Assistent (0,5)
  • Physiotherapeutin oder Physiotherapeut (1,0)
  • Podologin oder Podologe (0,5)
  • Rettungsassistentin oder Rettungsassistent (1,0)
  • Zahnmedizinische Fachangestellte oder Zahnmedizinischer Fachangestellter (0,5)

Die Punktzahl für eine abgeschlossene Berufsausbildung errechnet sich so:

PunktzahlBerufsausbildung = Dauer der Berufsausbildung * Spreizungsfaktor * 10

Beispiel:       
Für eine abgeschlossene Gesundheits- und Krankenpflegerausbildung (Dauer: 3 Jahre) erhalten Sie 3 * 1,0 * 10 = 30 Punkte

Die Punktzahl für eine Berufstätigkeit errechnet sich so:

  • Weniger als 6 Monate: 0 Punkte
  • Über 6 und weniger als 12 Monate: 5 * Spreizungsfaktor
  • Über 12 und weniger als 18 Monate: 10 * Spreizungsfaktor
  • Über 18 und weniger als 24 Monate: 15 * Spreizungsfaktor
  • 24 Monate und mehr: 20 * Spreizungsfaktor

Beispiel:       
Für 14 Monate Tätigkeit als Gesundheit- und Krankpfleger (Spreizungsfaktor 1,0) erhalten Sie 10 * 1,0 = 10 Punkte.

Achtung! Das gilt nur für in Deutschland abgeschlossene Berufsausbildungen. Ausländische Ausbildungen werden entsprechend berücksichtigt, wenn ihre Gleichwertigkeit festgestellt wurde. Darum müssen Sie sich vorab selbst kümmern.

Das wirkt sich auf die Punkteberechnung nicht nachteilig aus. Entscheidend ist, wie lange die Ausbildung im Normalfall dauert und dass diese vollständig abgeschlossen wurde.

Beispiel: Für eine abgeschlossene Berufsausbildung zur/zum Krankenpflegerin/Krankenpfleger, die im Regelfall drei Jahre dauert, würden Sie 30 Punkte angerechnet bekommen. Sollten Sie die Ausbildung in kürzerer Zeit absolviert haben, etwa in zweieinhalb Jahren, so erhalten Sie für die abgeschlossene Berufsausbildung trotzdem 30 Punkte.

In jedem Fall muss es sich aber um eine abgeschlossene Berufsausbildung handeln, damit Punkte vergeben werden können.

Nein. Soweit eine in Anlage 1 aufgeführte Berufsausbildung auch oder ausschließlich durch eine abgeschlossene akademische Ausbildung „erreicht“ werden kann, wird diese ebenfalls berücksichtigt. Zum Beispiel Bachelor Hebammenwissenschaft oder Bachelor Pflege.

Ja. Allerdings müssen Sie bei einem ausländischen Ausbildungsabschluss bei der Bewerbung die Gleichwertigkeit zur entsprechenden deutschen Ausbildung in geeigneter Form nachweisen.

Bitte kümmern Sie sich rechtzeitig selbst um die Anerkennung Ihrer Ausbildung und legen Sie den entsprechenden Nachweis im Rahmen Ihrer Bewerbung vor.

Sie können sich dazu zum Beispiel beim IQ-Netzwerk beraten lassen:

Nein, für Studienleistungen in „medizinnahen“ Fächern (z. B. Chemie, Biologie, Physik) werden keine Punkte vergeben.

Es werden nur Freiwilligendienste mit regelmäßigem Patientenkontakt berücksichtigt. Als einschlägige praktische Tätigkeiten kommen deshalb insbesondere in Betracht: 

  • abgeleisteter Zivildienst oder Bundesfreiwilligendienst in einer pflegerischen Einrichtung mit Patientenkontakt,
  • abgeleisteter Zivildienst oder Bundesfreiwilligendienst im Bereich des Krankenhauswesens mit Patientenkontakt,
  • freiwilliges Soziales Jahr in einer pflegerischen Einrichtung mit Patientenkontakt,
  • freiwilliges Soziales Jahr im Bereich des Krankenhauswesens mit Patientenkontakt,
  • freiwilliges Soziales Jahr im Bereich des Rettungsdienstes.

Eine mindestens einjährige Tätigkeit wird auf der 1. Stufe des Auswahlverfahrens mit 10 Punkten berücksichtigt.

Dann erhalten Sie dafür keine Punkte. Das Gesetz sieht ausdrücklich nur eine Anerkennung bei mind. 12 vollständig absolvierten Monaten vor. (Das gilt auch, wenn Sie 11 Monate und 25 Tage absolviert haben.)

Es werden nur ehrenamtliche Tätigkeiten mit einem zeitlichen Umfang von mindestens 120 Stunden pro Jahr berücksichtigt.

Zudem ist regelmäßiger Patientenkontakt erforderlich. Als einschlägige ehrenamtliche Tätigkeiten kommen deshalb insbesondere in Betracht:

  • ehrenamtliche Tätigkeit in einer pflegerischen Einrichtung mit Patientenkontakt,
  • ehrenamtliche Tätigkeit im Bereich des Krankenhauswesens mit Patientenkontakt,

Eine mindestens zweijährige Tätigkeit wird auf der 1. Stufe des Auswahlverfahrens mit 10 Punkten berücksichtigt.

Dann erhalten Sie dafür keine Punkte. Das Gesetz sieht ausdrücklich nur eine Anerkennung bei mindestens 2 Jahren absolviertem Ehrenamt vor. (Das gilt auch, wenn Sie 1 Jahr, 11 Monate und 25 Tage absolviert haben.)

In der zweiten Stufe des Auswahlverfahrens werden die persönliche Eignung und Motivation der Bewerber(innen) für eine hausärztliche Tätigkeit bewertet.

Zur Teilnahme an der 2. Stufe des Auswahlverfahrens, also am mündlichen Auswahlverfahren, sollen mindestens doppelt so viele Bewerberinnen und Bewerber eingeladen werden wie Studienplätze gemäß der Ermittlung nach Absatz 1 Satz 2 zur Verfügung stehen. Im Wintersemester 2022/2023 stehen 75 Studienplätze zur Verfügung. Es werden somit mindestens 150 Bewerberinnen und Bewerber zur Teilnahme an der 2. Stufe des Auswahlverfahrens eingeladen werden.

Die Einladung zur Teilnahme an dem mündlichen Verfahren richtet sich nach Maßgabe der Rangfolge der Bewerberinnen und Bewerber nach der ersten Stufe des Auswahlverfahrens.

Bei gleichem Punktwert erfolgt die Auswahl zunächst zugunsten der Bewerberin oder des Bewerbers, die oder der einen Freiwilligendienst abgeleistet hat und danach entscheidet das Los über den Rangplatz. 

Die zuständige Stelle übersendet den Bewerberinnen und Bewerbern, die zum mündlichen Auswahlverfahren eingeladen werden, eine entsprechende Einladung, der die Termine sowie der Ort des Auswahlgesprächs zu entnehmen sind.

Das mündliche Auswahlverfahren besteht aus einem persönlichen Auswahlgespräch, das von einer dreiköpfigen Auswahlkommission bewertet wird.

Unter den Mitgliedern der Auswahlkommission befinden sich mindestens eine Hochschullehrerin oder ein Hochschullehrer sowie eine Ärztin oder ein Arzt aus der hausärztlichen Versorgung. Die Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Stelle und des Sozialministeriums sind berechtigt, beobachtend teilzunehmen.

Das Gespräch findet einzeln und online statt, dauert ca. 45 Minuten und ist nicht öffentlich.

Information nach Art. 13 bzw. 14 Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) zur Nutzung von Videokonferenzsystemen (PDF)

Die Auswahlkommission vergibt im mündlichen Auswahlverfahren bis zu 100 Punkte. Die Punkteskala berücksichtigt einerseits den Gesamteindruck der Bewerberin oder des Bewerbers und andererseits die Kriterien Motivation, Eignung und Reflexion. 

Erscheint eine Bewerberin oder ein Bewerber zum Termin oder den Terminen des mündlichen Auswahlverfahrens nicht oder nicht rechtzeitig oder bricht sie oder er das Gespräch ab, so gilt das Auswahlverfahren als erfolglos beendet, es sei denn, die Bewerberin oder der Bewerber weist unverzüglich schriftlich gegenüber der zuständigen Stelle nach, dass ein wichtiger Grund für das verspätete Erscheinen, das Nichterscheinen oder den Abbruch des Gesprächs vorgelegen hat. Bei Krankheit ist ein ärztliches Attest vorzulegen. Kann ein wichtiger Grund schriftlich nachgewiesen werden und gibt es noch freie Plätze, kann die zuständige Stelle die Bewerberin oder den Bewerber erneut zum mündlichen Auswahlverfahren einladen. 

Der Rangplatz in der abschließenden Rangliste richtet sich nach der erzielten Gesamtsumme der Punkte, beginnend mit der höchsten Punktzahl. Zur Ermittlung der Gesamtsumme werden die Punktwerte der ersten und zweiten Auswahlverfahrensstufen addiert. Bei gleicher Gesamtsumme entscheidet zuerst der Freiwilligendienst Absatz 3 Satz 4 Nummer 3, danach das Los.

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