Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Tübingen »Abteilung 1 »Aktuelle Meldung
RP Tübingen, Steuerung, Verwaltung und Bevölkerungsschutz
  • Abteilung 01
    14.08.2020
    14.08.2020 | KATASTROPHENSCHUTZ: Schutz der Bevölkerung vor den Folgen kerntechnischer Unfälle
     Jodtabletten-Paletten für den Regierungsbezirk Tübingen | Übergangslager des RP Tübingen; © Tobias Pohlmeyer - RP Tübingen

    ​In Baden-Württemberg wird seit der Abschaltung des Kernkraftwerks Philippsburg zum Jahreswechsel mit dem Kernkraftwerk Neckarwestheim GKN II nur noch ein Kernkraftwerk betrieben. Die Aufgabe, Vorsorge für den Fall eines kerntechnischen Unfalls zu treffen, stellt sich aber auch weiterhin.

    Wenn bei einem schweren Unfall in einem Kernkraftwerk radioaktives Jod austritt, kann dieses Jod durch Einatmen vom Körper aufgenommen und in der Schilddrüse gespeichert werden. Damit steigt die Gefahr, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Um die Menschen bei einem solchen Unfall davor zu schützen, planen die Katastrophenschutzbehörden unter anderem das Verteilen spezieller Jodtabletten. Diese Jodtabletten verhindern das Einlagern von radioaktivem Jod in der Schilddrüse. Bei rechtzeitiger Einnahme von Jodtabletten ist die Schilddrüse bereits mit nicht-radioaktivem Jod gesättigt, bevor radioaktives Jod durch Einatmen aufgenommen werden kann. Das schützt bei einem Unfall in einem Kernkraftwerk vor einer erhöhten Gefahr, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken.

    Für das Land Baden-Württemberg sind zur Vorsorge für den Fall eines schweren Unfalls in einem Kernkraftwerk mehr als 34 Millionen Jodtabletten vorgesehen. Bei dieser Stückzahl ist auch ein möglicher Mehrbedarf durch Personen berücksichtigt, die sich nur vorübergehend hier aufhalten (bspw. Pendler und Touristen). Die Bestände dieser vom Bund beschafften Tabletten werden derzeit erneuert.

    Die neu beschafften Jodtabletten für den Regierungsbezirk sind nun vollständig beim Regierungspräsidium Tübingen als höherer Katstrophenschutzbehörde eingetroffen. Übergangsweise sind sie zentral auf dem Gelände der ehemaligen Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen eingelagert, von wo sie Zug um Zug von den Landkreisen und dem Stadtkreis Ulm als unteren Katastrophenschutzbehörden abgeholt werden. Die dauerhafte Lagerung findet auf Kreisebene statt, damit die Tabletten im Falle eines kerntechnischen Unfalls kurzfristig an die Städte und Gemeinden verteilt und dann dezentral an die Bevölkerung ausgegeben werden können.

    Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.jodblockade.de

    Foto: Jodtabletten-Paletten für den Regierungsbezirk Tübingen | Übergangslager des RP Tübingen; © Tobias Pohlmeyer - RP Tübingen