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RP Tübingen, Steuerung, Verwaltung und Bevölkerungsschutz
  • Abteilung 01
    03.08.2015
    Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Sigmaringen nimmt Betrieb auf

    ​Wegen der steigenden Zahl an Flüchtlingen baut die Landesregierung die Kapazitäten in der Erstaufnahme von Asylbewerbern weiter aus. In der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen hat das Regierungspräsidium Tübingen deshalb heute (Montag, 3. August 2015) eine neue Erstaufnahmeeinrichtung in Betrieb genommen. Die Einrichtung bietet anfänglich Unterbringungsmöglichkeiten für 400 Flüchtlinge. Bis Anfang 2016 soll die Kapazität weiter ausgeweitet werden.

    Integrationsministerin Bilkay Öney und Regierungsvizepräsidentin Grit Puchan besichtigten die Einrichtung am Tag ihrer Eröffnung und verschafften sich einen unmittelbaren Eindruck von der Situation vor Ort.
     
    Die Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen wurde bereits vom 19. Februar 2015 bis 30. April 2015 als Erstaufnahmeeinrichtung genutzt. Nachdem die Flüchtlingszahlen im März und April 2015 zurückgegangen waren und eine Erstaufnahmeeinrichtung in Ellwangen eröffnet wurde, sah es zunächst so aus, als ob für eine Erstaufnahmeeinrichtung in Sigmaringen keine Notwendigkeit mehr bestünde. Inzwischen ist der monatliche Zugang von Flüchtlingen in Baden-Württemberg jedoch von 3.986 im Monat März 2015 auf über 10.000 im Monat Juli 2015 angestiegen. Die Unterbringungsmöglichkeiten in Sigmaringen werden deshalb dringend benötigt.

    Hintergrundinformation:
    In Baden-Württemberg besteht ein dreigliedriges System zur Aufnahme von Flüchtlingen. Erste Station für Asylbewerber und die meisten sonstigen Flüchtlinge im Land sind die Landeserstaufnahmeeinrichtungen, die von den Regierungspräsidien betrieben werden. Hier werden Asylbewerber registriert und auf übertragbare Krankheiten untersucht, u. a. mit Hilfe eines Röntgengeräts. Das für die Asylverfahren zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) unterhält auf dem Gelände der Landeserstaufnahmeeinrichtungen bzw. in deren Nähe eine Außenstelle, welche die Asylanträge der Asylbewerber entgegennimmt und sie im Asylverfahren anhört. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in den Landeserstaufnahmeeinrichtungen beträgt etwa sechs Wochen.
     
    Von den Landeserstaufnahmeeinrichtungen aus werden die Asylsuchenden und Flüchtlinge den unteren Aufnahmebehörden bei den Stadt- und Landkreisen zugeteilt (sogenannte vorläufige Unterbringung). Dies geschieht nach einem Bevölkerungsschlüssel. In den Kreisen werden die Betroffenen bis zum Abschluss des Asylverfahrens – längstens jedoch für zwei Jahre –untergebracht.
     
    Nach dem Ende der vorläufigen Unterbringung werden die Flüchtlinge innerhalb des Landkreises auf die kreisangehörigen Gemeinden in die sogenannte Anschlussunterbringung verteilt. Maßgeblich ist dabei grundsätzlich der Bevölkerungsschlüssel der Gemeinden.

    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Carsten Dehner, Pressereferent, Telefon: 07071/757-3080, gerne zur Verfügung.