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RP Tübingen, Wirtschaft, Raumordung, Bau- Denkmal- und Gesundheitswesen
  • Abteilung 2
    02.03.2018
    02.03.2018 | KOMPETENZZENTRUM ENERGIE: Ausbau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen

    In Baden-Württemberg, insbesondere im Regierungsbezirk Tübingen, herrschen sehr gute solare Einstrahlungsbedingungen. Allerdings stellen die nur begrenzt vorhandenen Freiflächen ein wertvolles Gut dar. Das vorhandene Dachflächenpotential muss deshalb weiter ausgeschöpft werden. Dies wird jedoch nicht ausreichen um die ambitionierten Ausbauziele zu erreichen, so dass auf einen flankierenden Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen nicht verzichtet werden kann. ​Daher hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft nun aktuell Hinweise zum Ausbau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen herausgegeben.

    Die Verordnung zur Öffnung der Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen  und das Erneuerbare-Energien-Gesetzes  tragen dem Gebot des schonenden und sparsamen Umgangs mit Grund und Boden in mehreren Punkten Rechnung. Neben der Beschränkung der zulässigen Flächenkulisse wurde eine landesspezifische Zuschlagsgrenze von 100 MW pro Kalenderjahr festgelegt sowie eine Beschränkung der zulässigen Gebotsgröße pro Projekt auf 10 MW, was einer Fläche von 15-20 ha entspricht.

    Angesichts der Notwendigkeit einer Bauleitplanung zur Errichtung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage obliegt der zuständigen Kommune bzw. dem sonstigen Träger der Bauleitplanung darüber hinaus die Entscheidung ob und auf welchen Flächen eine Anlage errichtet werden soll. Die Pflicht zur Anpassung der Bauleitplanung an die Ziele der Raumordnung sowie zur gerechten Abwägung der öffentlichen und privaten Belange gegen- und untereinander, soll dabei zu einer ausgewogenen Regelung führen. Dabei sind insbesondere Vorgaben und Belange der Landwirtschaft, des Natur- und Landschaftsschutzes, des Wasserrechts, des Straßenrechts, des Immissionsschutzrechts, der zivilen Luftfahrt, militärische Belange, Belange des Denkmalschutzes und des Tourismus zu berücksichtigen.

    Uebersichtskarte der Photovoltaik-Freiflaechenanlagen im Regierungsbezirk Tuebingen.pdfUebersichtskarte der Photovoltaik-Freiflaechenanlagen im Regierungsbezirk Tuebingen.pdf

    Hintergrundinformationen:
    Im März 2017 hatte der Ministerrat auf Grundlage der Länderöffnungsklausel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2017) die Verordnung zur Öffnung der Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen für Gebote auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten (FFÖ-VO) beschlossen. Daneben sieht das EEG 2017 als zulässige Flächenkulisse vor allem Konversionsflächen und Seitenrandstreifen entlang von Autobahnen und Schienenwegen vor. Die Vergütungshöhe des erneuerbaren Stroms u. a. aus großen Photovoltaikanlagen wird nach Maßgabe des EEG 2017 durch wettbewerbliche Ausschreibungen ermittelt. Für Dachflächenanlagen sieht das EEG 2017 eine feste Einspeisevergütung vor.

    Das Integrierte Energie-und Klimaschutzkonzept Baden-Württemberg sieht bis zum Jahr 2020 einen Anteil der Solarenergie an der Bruttostromerzeugung von 12 Prozent und bis zum Jahr 2050 von 30 Prozent vor. Das bis zum Jahr 2050 geplante Ziel erfordert eine Verdreifachung der aktuell installierten Photovoltaikleistung auf rund 17000 MW.