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RP Tübingen, Wirtschaft, Raumordung, Bau- Denkmal- und Gesundheitswesen
  • Abteilung 2
    10.06.2015
    L 284, Ortsumfahrung Kleinwinnaden
    Regierungspräsidium erlässt Planfeststellungsbeschluss

    ​Das Regierungspräsidium Tübingen hat am 28. Mai 2015 den Planfeststellungsbeschluss für die Änderung der Kreuzung der L 284 mit der L 275 zwischen Bad Schussenried und Kleinwinnaden und für den Bau der Ortsumfahrung Kleinwinnaden erlassen. Der Beschluss und die Planunterlagen werden vom 22. Juni bis 6. Juli 2015 in Bad Schussenried öffentlich ausgelegt. Ab dem 12. Juni 2015 können die maßgeblichen Unterlagen auch auf der Homepage des Regierungspräsidiums Tübingen eingesehen werden.

    Gegenstand des Verfahrens ist der Neubau einer östlichen Umfahrung für den Stadtteil Kleinwinnaden der Stadt Bad Schussenried im Zuge der L 284. Die Umfahrung beginnt südöstlich von Kleinwinnaden an der L 275 (Ringstraße), ca. 260 m östlich der Kreuzung mit der L 284 (Biberacher Straße). Ab hier verläuft sie mit einem Abstand von ca. 140 m zum östlichen Ortsrand von Kleinwinnaden in Richtung Norden. Die Trasse führt unmittelbar westlich an einer Streuobstwiese vorbei und quert den in nordöstlicher Richtung aus Kleinwinnaden herausführenden Weg (Wallfahrtsweg). Danach schwenkt sie nach Nordosten ab. Ca. 450 m nordöstlich des Ortsendes von Kleinwinnaden trifft sie wieder auf die bestehende L 284 (Biberacher Straße). Diese wird ca. 200 m nordöstlich des Ortsendes von Kleinwinnaden auf ca. 70 m nach Osten geführt und an die Ortsumgehung angeschlossen. Sie wird dann im weiteren Verlauf auf ca. 260 m auf der bestehenden Trasse ausgebaut. Das Reststück zwischen neuem Anschluss der Biberacher Straße an die Ortsumfahrung und dem Ausbau im Bestand wird zu einem Wirtschaftsweg zurückgebaut. Im Bereich des Nordanschlusses ist eine Querungshilfe vorgesehen. Östlich der Umgehungsstraße wird der „Wallfahrtsweg“ parallel zur Umgehungsstraße in Richtung Süden bis kurz vor die Ringstraße verlängert. Die Länge der Neubaustrecke der L 284 beträgt 1,251 km. Die Fahrbahn wird 7,00 m breit.
    Des Weiteren ist Gegenstand des Verfahrens die Verbesserung der Verkehrssicherheit im Bereich des Anschlusses der bestehenden L 284 (Biberacher Straße) an die L 275 (Ringstraße/Zeppelinstraße) auf der Strecke zwischen Bad Schussenried und Kleinwinnaden.
    Das Planfeststellungsverfahren wurde im April 2010 eingeleitet. Es gingen vier Einwendungsschreiben Privater ein. Dreizehn Träger öffentlicher Belange haben Anregungen und Bedenken vorgebracht, darunter ein Naturschutzverband und zwei Leitungsträger.
     
    Auf eine allgemeine Erörterungsverhandlung wurde verzichtet, da der Vorhabenträger die Anregungen der Träger öffentlicher Belange aufgegriffen bzw. eine Einigung mit diesen erzielt hat, so dass die öffentlichen Belange keinen Anlass für eine Erörterung boten. Mit den Einwendern wurden auf Wunsch Einzelerörterungen durchgeführt.
    Durch den Straßenneubau wird der bislang durch Kleinwinnaden fahrende überörtliche Verkehr auf die Ortsumfahrung geleitet. Hierdurch wird die aufgrund ihrer Lage und teilweise geringen Breite sowie fehlender Gehwege insbesondere für Fußgänger und Radfahrer, aber auch den Begegnungsverkehr insbesondere von Schwerverkehr problematische Ortsdurchfahrt vom Durchgangsverkehr entlastet. Durch die Maßnahme soll der Verkehr auf der Landesstraße leichter, sicherer und flüssiger werden. Auch die Verkehrssicherheit für den im Ort verbleibendem Quell- und Zielverkehr und insbesondere für Fußgänger und Radfahrer soll hergestellt werden. Es ist vorgesehen, die Ortsdurchfahrt zu gegebener Zeit zur Gemeindestraße abzustufen.
     
    Die landschaftspflegerische Begleitplanung sieht neben Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen im näheren Baubereich auf den Straßennebenflächen die Pflanzung von Gehölzen und Begrünung vor. Auf zwei Teilflächen im Nahbereich der Neubaustrecke werden extensive Frischwiesen angelegt. Die nicht mehr benötigten Fahrbahnflächen im Anschlussbereich der Ortsumfahrung an die alte L 284 werden zurückgebaut. Des Weiteren erfolgt auf einer Ackerfläche östlich der Ausbaustrecke der L 284 ein Oberbodenauftrag. Schließlich sind landschaftspflegerische Maßnahmen abseits der Neubaustrecke am Westufer des Olzreuter Sees vorgesehen.
    Das durchschnittene landwirtschaftliche Wegenetz wird neu geordnet, so dass keine nachhaltige Störung der landwirtschaftlichen Nutzung im Raum verbleibt. Erhebliche Nachteile für einzelne Betriebe werden entschädigt.
    Die Durchführung einer „Unternehmensflurbereinigung“ (Verfahren nach § 87 Flurbereinigungsgesetz) im Anschluss an das Planfeststellungsverfahren ist nicht vorgesehen.
    Es ist geplant, die Maßnahme zeitnah umzusetzen. Zu Baubeginn werden im künftigen Baufeld Bodenuntersuchungen vorgenommen, da in der Umgebung des Olzreuter Sees jungsteinzeitliche Siedlungen gefunden wurden und nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch im Bereich des Niedermoorkörpers bei Kleinwinnaden archäologisch bedeutsame Funde liegen. Die Bodenuntersuchungen dienen dazu, eventuell vorhandene Bodendenkmäler zu erkennen und gegebenenfalls zu sichern.

    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Dr. Steffen Fink, Pressereferent, Tel.: 07071/757-3076, gerne zur Verfügung.