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RP Tübingen, Wirtschaft, Raumordung, Bau- Denkmal- und Gesundheitswesen
  • Abteilung 2
    05.08.2015
    Gutes Zeugnis für kommunale Bibliotheken im Regierungsbezirk Tübingen

    Die „gute alte“ Bibliothek hat noch lange nicht ausgedient. Ganz im Gegenteil. 33 Bibliotheken der Städte und Gemeinden im Regierungsbezirk stellten sich dem Urteil ihrer Besucher und erhielten durchweg positive Rückmeldungen. Das Regierungspräsidium fungierte als Initiatorin und Koordinatorin des Projekts.


    An vielen Orten im Regierungsbezirk Tübingen wird sehr gute Bibliotheksarbeit geleistet. Dies zeigt zum Beispiel die Platzierung der kommunalen Bibliotheken in Sigmaringen, Ravensburg, Biberach/Riß und Tübingen unter die 4-Sterne Top-Gruppe beim alljährlichen bundesweiten Betriebsvergleich, dem Bibliotheksindex (BIX).


    Genauer wissen wollten es jedoch 33 Bibliotheken im Regierungsbezirk, von den Gemeinden Bodelshausen und Schelklingen über die Mittelstädte Albstadt und Ravensburg bis zu den Großstädten Ulm und Reutlingen. Sie befragten von September bis Dezember 2014 ihre Kunden ab 13 Jahren. Unterstützt wurden sie dabei von der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen beim Regierungspräsidium Tübingen.


    „ Wie können wir unsere Angebote noch genauer auf unsere Kunden abstimmen?“ „Wer sind unsere Kunden?“ „Und warum nutzen sie Bibliotheken?“, lauteten die zentralen Fragestellungen der Umfrage. Weiter interessierte es die Bibliotheken, ob es Veränderungen im Vergleich zu früheren Befragungen gibt. 7.300 Besucher/-innen gaben ihre Antwort ab. Die Ergebnisse liegen nun vor.


    Knapp elf Millionen Bücher und Medien wurden 2014 in den kommunalen Stadt- und Gemeindebibliotheken des Regierungsbezirks Tübingen entliehen, eine Steigerung um 20 Prozent innerhalb von 10 Jahren.

     
    „Die Kommunen haben in ihrem Bemühen, die Attraktivität ihrer öffentlichen Bibliotheken zu steigern, in der Fläche nicht nachgelassen“, hebt der im Regierungspräsidium Tübingen zuständige Abteilungspräsident Dr. Tobias Schneider lobend hervor. „Das Engagement der Kommunen wird dabei nachhaltig von der beim Regierungspräsidium Tübingen angesiedelten Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen mit Beratungsdiensten und Förderleistungen unterstützt. Die Fachstelle hat seit 1993 bereits zum sechsten Mal eine flächendeckende Besucherbefragung im Regierungsbezirk initiiert und damit wesentliche Impulse zum Qualitätsmanagement der Bibliotheken gegeben.“, so der Abteilungspräsident. Die Bürger honorieren dies damit, dass die Zahl der Bibliotheksbesuche weiter steigt. 2014 waren es 4,1 Millionen Besuche. Jeder Dritte besucht die Bibliothek mindestens einmal die Woche, 70 Prozent kommen mindestens einmal im Monat in ihre Bibliothek.

    Wie sehen die typischen Bibliotheksbesucher/-innen aus?

    Neben Kindern und Jugendlichen bis 12 Jahren, die allerdings nicht befragt wurden, bilden Besucher/-innen, die zwischen 25 und 60 Jahre alt und berufstätig sind, den größten Anteil. Frauen besuchen die Bibliothek öfter als Männer. Jede/r Fünfte ist Schüler/-in, Student/-in oder in Ausbildung. Jede/r sechste Besucher/-in befindet sich im Ruhestand. 2008 war es noch jeder Zehnte. Hier spiegelt sich der demografische Wandel der Gesellschaft deutlich wieder. Allen ist gemeinsam, dass sie zu 90 Prozent kommen, um Bücher und Medien zu entleihen. 54 Prozent kommen zum Stöbern, Schmökern oder um die Freizeit in der Bibliothek zu verbringen. 31 Prozent der Besucher kommen gezielt in die Bibliothek. Mehr als jeder Zweite verbindet den dortigen Besuch mit einem Einkauf. „Als Frequenzbringer tragen die Bibliotheken so in nicht unerheblichem Maß zur Belebung der Innenstädte und des Einzelhandels bei“, hob Dr. Schneider hervor. Dies zeige, welch wichtige Rolle Bibliotheken inzwischen als kommunaler Standortfaktor spielen.


    Wie sehen die Besucher/-innen ihre Bibliothek?

    Besonders geschätzt wird die Beratungs- und Informationskompetenz des Bibliothekspersonals. 96 Prozent gut bis sehr gut in der Beurteilung sprechen für sich. „Die individuelle Beratung in der Bibliothek hat einen hohen persönlichen Stellenwert. Er ist durch Google oder andere Internetdienste nicht zu ersetzen.“, betont Jürgen Blim, Leiter der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen. Dies trägt zum Wohlfühlen in der Bibliothek und zur guten Orientierung in den Bibliotheken bei. „Es verwundert daher nicht, dass die positiven Werte für die Atmosphäre mit „kommunikativ“, „lebendig“, „angenehm“ dies auf konstant hohem Niveau widerspiegeln.“, so Blim.

    Die angestaubte, altmodische und muffige Bücherei eines Mister Stringer aus den Miss Marple Filmen existiert schon lange nicht mehr. Die Bibliothek von heute versteht sich als moderner öffentlicher Dienstleistungsbetrieb, als ein Ort der Kommunikation und der Integration. Sie sind damit ein unverzichtbarer Teil der Daseinsvorsorge unserer Kommunen. Dies gilt nicht nur für die Städte sondern in besonderer Weise auch für den Ländlichen Raum. Der hohe Stellenwert für das individuelle Lernen wird idealerweise ergänzt, um die Ratgeberfunktion für die Bewältigung des Alltags.

    Kurz, die Bibliotheken sind ein kommunaler Treffpunkt, den die Bürger im Alltag zu schätzen wissen. Dies belegt letztlich die hohe Gebührenakzeptanz. Über 60 Prozent der Befragten halten die Gebühren in ihrer Bibliothek für angemessen.


    Erwartungen der Besucher an die Bibliotheken und Bibliotheksträger


    Die gute Atmosphäre, das sachkompetente und freundliche Bibliothekspersonal und die vielerorts architektonisch interessanten Bibliotheksbauten mit hoher Aufenthaltsqualität sind weitere Gründe für eine hohe Kundenzufriedenheit in den öffentlichen Bibliotheken. Themenfelder, die in früheren Befragungen moniert wurden, haben sich in den letzten Jahren  gebessert. So hat sich beispielsweise die Aktualität des Medienangebots gebessert. 76 Prozent der Sachbücher und 89 Prozent der Romane werden von den Besuchern/-innen heute als aktuell bzw. sehr aktuell bewertet. Über 90 Prozent der Bibliotheksbesucher beurteilen die Verfügbarkeit der Medien mit gut bis sehr gut. Diese erfreuliche Entwicklung, die eng an die Finanzausstattung der Bibliotheken geknüpft ist, sollte Ansporn sein, noch besser zu werden.


    Wenn die Besucher einen Wunsch frei hätten, würden sie sich vor allem eine Ausdehnung der Öffnungszeiten wünschen. Von 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr an sieben Tagen in der Woche steht auf der Wunschliste. Ebenso reklamieren sie ein breiteres und aktuelleres Angebot digitaler Medien wie z. B. von E-Books. Eine gerade von jüngeren Bibliotheksbesuchern geforderte Ausweitung der Angebote an E-Medien und von Bibliotheksangeboten, die über das Internet abrufbar sind, wären ein Weg, hier Abhilfe zu schaffen.

    Öffentliche Bibliotheken sind eine der wenigen öffentlichen Einrichtungen, die gedruckte wie digitale Medien strukturiert an einem Ort vereinen. „Damit fördern sie im hohen Maße den Prozess der individuellen Erlangung von Sprach-, Medien- und Informationskompetenz.  Sie begleiten das selbstgesteuerte lebenslange Lernen, die Aus-, Fort- und Weiterbildung des Einzelnen.  Und sie stärken nachhaltig den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg. Dass die dazu notwendigen Rahmenbedingungen, als wichtiger Teil der Daseinsvorsorge, erhalten bleiben, dazu sind alle verantwortlichen Kommunal-, Bildungs- und Kulturpolitiker auch in Zukunft aufgerufen“, so das Fazit des Abteilungspräsidenten des Tübinger Regierungspräsidiums. Besonders freut es ihn in diesem Zusammenhang, dass sich, mit den Bibliothekseröffnungen in Munderkingen, Gomaringen und Gammertingen sowie den Bibliotheksneubauten in Bad Wurzach und Rottenburg am Neckar, die Bibliotheksversorgung im Regierungsbezirk Tübingen qualitativ weiter verbessert.


    Hinweis an die Redaktionen:
    An der Besucherumfrage 2014/2015 der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen beim Regierungspräsidium Tübingen haben folgende öffentliche Stadt- und Gemeindebibliotheken teilgenommen:
    Albstadt, Bad Saulgau, Bad Waldsee, Baienfurt, Biberach a. d. R., Biberach a. d. R., Bitz, Blaustein, Blitzenreute, Bodelshausen, Bodnegg, Dettingen, Erbach, Hechingen, Isny, Laichingen, Langenau, Laupheim, Lichtenstein, Meckenbeuren, Metzingen, Mössingen, Öpfingen, Pfullingen, Ravensburg, Reutlingen, Schelklingen, Sigmaringen, Tettnang, Tübingen, Überlingen, Uhldingen-Mühlhofen, Ulm, Wangen i. A.
     
     
     
    Weitere Informationen:
    Die Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen ist eine Planungs-, Förder- und Beratungseinrichtung des Regierungspräsidiums Tübingen. Als regionales Kompetenzzentrum stärkt und entwickelt sie die öffentliche Infrastruktur im Bereich der kommunalen, öffentlichen Bibliotheken nach den Vorgaben der Landesplanung. Sie ist ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung insbesondere im Ländlichen Raum. Ziel ist eine bedarfsorientierte, regional vergleichbare, öffentliche Informations- und Medienversorgung. Dadurch werden die Schlüsselqualifikationen: Wissens-, Medien- und Lesekompetenz nachhaltig gefördert. Grundlage ist das Weiterbildungsförderungsgesetz (WBilFÖG).

    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Frau Dr. Daniela Hüttig, Pressesprecherin, Tel.: 07071/7573005, gerne zur Verfügung