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Referat 33 (Pflanzliche und tierische Erzeugung) des Regierungspräsidium Tübingen
Bienenweide in Schrebergarten, Quelle: Remigius Binder, Regierungspräsidium Tübingen

Ein Interview mit dem Bienenfachberater Remigius Binder

Herr Binder, was macht ein Fachberater für Bienen? Können Sie uns das einmal erläutern?

In erster Linie kümmere ich mich um die Aus- und Fortbildung von Imkerinnen und Imkern in meinem Dienstbezirk. Diese betreiben die Imkerei ja zumeist als Hobby und sind sehr froh, ihr Wissen laufend aktualisieren und auf den neuesten Stand bringen zu können. Auf Einladung halte ich Vorträge auf Vereinsversammlungen oder demonstriere bestimmte Methoden an den Bienenvölkern der Vereine. Darüber hinaus biete ich Kurse an, in denen beispielsweise die Varroa-Bekämpfung vertieft wird oder es werden an mehreren Terminen über das Bienenjahr verteilt die aktuell anstehenden Arbeiten gezeigt und erläutert. Darüber hinaus führe ich Einzelberatungen bei speziellen Fragen oder bei Problemen durch.
Bei den Treffen der Bienenschutzausschüsse der Landkreise nehme ich auf Einladung ebenfalls teil und nicht zuletzt wird von Behörden immer wieder eine Stellungnahme von mir verlangt, wenn Bienenhäuser im Außenbereich errichtet werden sollen.

Was kann jeder Einzelne für die Wild- und Honigbienen tun?

Zur Unterstützung der Bienen sind hier meiner Meinung nach Garten- und Baumwiesenliebhaber besonders gefordert. Bestimmt lässt sich in jedem Garten eine Ecke oder gar ein Beet zur Aussaat von insektenfreundlichen und gebietsheimischen Saatmischungen finden, denn jetzt im Frühjahr freuen sich Bienen über jede Blüte, die Nektar und Pollen spendet. 

Etwas aufwendiger ist die Pflege einer Baumwiese, wenn der Unterwuchs ebenfalls zum Blühen gebracht werden soll. Wenn diese seltener und dann noch optimalerweise mit einem Hochgrasrasenmäher gemäht und das Gras dann noch zusammengerecht wird, kann sich in wenigen Jahren aus einer grünen Ödnis ebenfalls ein blühendes Insektenreich entwickeln. 

Und dann kann natürlich auch jede/r durch den Kauf von regionalem Apfelsaft von Streuobstwiesen einen Anreiz für die Gütlesbesitzer bieten, diese auch in Zukunft zu bewirtschaften. Der Kauf von Honig aus der Region sichert natürlich das Auskommen von Imkerinnen und Imkern. 

Das Sonderprogramm des Landes Baden-Württemberg stärkt die biologische Vielfalt!

 

Der Ministerrat des Landes hat am 21. November 2017 das Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt beschlossen. Angesichts des Rückgangs von Arten und Lebensräumen hat sich das Land mit dem Sonderprogramm zum Ziel gesetzt, die biologische Vielfalt in Schutzgebieten, aber vor allem in der vom Menschen genutzten Kulturlandschaft zu stärken.

Das Sonderprogramm wurde unter Mitwirkung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR), des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und des Ministeriums für Verkehr sowie in enger Abstimmung und unter Beteiligung des Staatsministeriums und der Regierungsfraktionen entwickelt. 

Weitere Informationen: 36 Millionen Euro für den Artenschutz

Hintergrund 

​Weitere Informationen zur "Imkerei" im Themenportal

Thema Imkerei

Remigius Binder 

Regierungspräsidium Tübingen

Referat 33

Remigius Binder
Telefon 07071 757-3490
E-Mail remigius.binder@rpt.bwl.de

Ackersenf, Quelle: Regierungspräsidium Tübingen 

Ackersenf ist eine wertvolle Bienenweide

Phacelia, Quelle:  Regierungspräsidium Tübingen 

Phacelia, auch "Bienenfreund" genannt, darf in einer Bienenweide nicht fehlen.

Borrtesch, Quelle: Regierungspräsidium Tübingen 

Hummeln und Bienen fliegen gerne Borretsch an.