Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Tübingen »Abteilung 4 »B 30 Ortsumgehung Ravensburg VI »Maßnahmenbeschreibung
B 30 Ortsumgehung Ravensburg, Bauabschnitt VI: Ravensburg/Süd - Untereschach

Maßnahmenbeschreibung

Bei der planfestgestellten, ca. 5,5 km langen Neubaustrecke zwischen der Anschlussstelle Ravensburg/Süd und Untereschach handelt es sich um den sechsten und letzten Abschnitt der im Jahr 1981 begonnenen Ortsumgehung von Ravensburg. Durch den Bau der B 30 ergibt sich eine deutliche Verkehrsentlastung im südlichen Stadtgebiet von Ravensburg und eine wesentliche Verbesserung für den Verkehr auf der Bundesstraße.

Von der bestehenden Anschlussstelle Ravensburg/Süd (Knoten B 30/B 33) bis zur künftigen Anschlussstelle Karrer (spätere Weiterführung in Richtung Friedrichshafen) ist der Neubau zweibahnig. Ab dieser Anschlussstelle bis zum Anschluss an die bestehende B 30 bei Ravensburg/Untereschach und weiter bis zur Anbindung der B 467 südlich von Ravensburg/Obereschach ist der Neubau dann einbahnig.

Als Vorwegmaßnahme wurde die Schussen im Frühjahr 2007 verlegt. Durch die standortgerechte Neubepflanzung und die im Zuge der Verfüllung des ehemaligen Schussenbettes angeschlossenen Seitenzuläufen ist die verlegte Schussen inzwischen ökologisch voll funktionsfähig. Des Weiteren wurde im Zuge der Schussenverlegung eine Gasfernleitung umgelegt.

Als weitere Vorwegmaßnahme wurden von März - Juli 2010 Vorschüttungen im Bereich von BW 1a (Hochwasserdurchlass) und BW 10 (Anschlussstelle Karrer) ausgeführt. Das Material kam überwiegend aus der Rekultivierung der alten B 30 (Baindter Steige). Bei der Rekultivierung der Baindter Steige handelt es sich um eine Ausgleichsmaßnahme zum Bauabschnitt IV (Nordbogen) der Ortsumgehung Ravensburg.

Für die Durchführung der Gesamtmaßnahme sind ca. 200.000 m³ zusätzliches Dammschüttmaterial erforderlich. Zur Reduzierung der Liefermenge wurde von Mitte März 2010 bis Oktober 2010 Aushubmaterial von verschiedenen Baumaßnahmen in der näheren Umgebung auf der Trasse im Bereich des aufgefüllten Schussenbettes zum späteren Einbau zwischengelagert. Insgesamt lagerten dort ca. 70.000 m³ Bodenmarterial. Dieses Material wurde inzwischen in verschiedene Dammschüttungen eingebaut.

Für die Gründung einiger Bauwerke, u.a. der Grundwasserwanne waren Mikropfähle (Stabverpresspfähle) vorgesehen. Zur Ermittlung der Tragfähigkeit des Baugrundes wurden im April 2011 Probepfähle mit verschiedenen Längen hergestellt und Zugbelastungsversuche durchgeführt. Die erforderliche Tragfähigkeit wurde dabei aber nicht erreicht. Bei der Grundwasserwanne wurden daraufhin Großbohrpfähle als Auftriebssicherung vorgesehen.

Die Straßenbaumaßnahme wird in mehreren verkehrswirksamen Teilabschnitten realisiert:

1. Abschnitt

Anschlussstelle Ravensburg Süd bis Anschlussstelle Karrer (B 30 neu)
In diesem Bereich liegt die beim Bau sehr zeitaufwändige Unterquerung der Bahnlinie. Im Zusammenhang mit dem vorab fertig gestellten Abschnitt 2 verläuft der gesamte B 30 - Verkehr auf der Ortsumgehung.

2. Abschnitt

Anschlussstelle Karrer bis B 30 alt (B 30 neu, einbahnig)
Das Industriegebiet Karrer und die Verbindung über die K 7981 und die K 7980 zur B 33 in Richtung Meersburg werden direkt an die B 30alt angebunden.
Hierdurch ergibt sich bereits eine spürbare Verkehrsentlastung für den Ortsteil Untereschach.

3. Abschnitt

B 30 alt bis zum Bauende (B 467 neu)
Fertigstellung der gesamten Ortsumgehung Ravensburg einschl. des Rück- bzw. Umbaus der vorhandenen B 30 und B 467 im Bereich von Eschach.

Der Untergrund im gesamten Trassenbereich ist sehr setzungsempfindlich. Aus diesem Grund werden zunächst im Bereich der Bauwerke Vorschüttungen ausgeführt. Die Liegezeit beträgt dabei ca. 1 - 1,5 Jahre. Soweit möglich werden in Vorfeld auch bereits die Straßendämme der B 30 und der kreuzenden Straßen geschüttet.

Mit der Schwarzach quert die B 30 ein FFH - Gebiet mit einer hohen Fledermauspopulation. Sowohl für die Dammschüttung der B 30 einschließlich der Überschüttung der Brückenwiderlager und den Brückenbau als auch für den späteren Verkehr auf der B 30 sind hier zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich.

Die aufwändigste und technisch schwierigste Einzelbaumaßnahme beim Bau der B 30 ist die Querung der Bahnlinie Ulm - Friedrichshafen und der Kreisstraße 7980, die in einem Abstand von ca. 35 m parallel zur Bahnlinie verläuft. Da sich auch noch die Schussen in unmittelbarer Nähe befindet wird die B 30 in einer insgesamt 740 m langen Grundwasserwanne unterführt, wobei 140 m nicht in Stahlbeton sondern als Folienwanne ausgeführt werden. Das Kreuzungselement Bahnlinie / Straße wird dabei vollständig neben der Bahnlinie gefertigt und anschließend seitlich verschoben. Der Überbau der Kreisstraßenbrücke hingegen wird auf den Stahlbetonseitenwänden der Grundwasserwanne aufgelagert. Da diese von Oberzell nach Ravensburg führende Kreisstraße neben der B 30 eine wichtige Nord-Süd-Verbindung darstellt und somit nicht gesperrt werden kann, wird eine provisorische Baustellenumfahrung hergestellt.