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B 311 - Ortsumgehung Unlingen

Maßnahmenbeschreibung

Die Maßnahme umfasst den dreistreifigen Neubau der Ortsumgehung Unlingen im Zuge der B 311 zwischen Riedlingen und Ehingen im Landkreis Biberach. Die B 311 ist in diesem Bereich Teil der Schwerlast- und Großraumroute 1 gemäß Generalverkehrsplan Baden-Württemberg. Die vorhandene Streckenführung im Ortskern ist gekennzeichnet durch enge Kurven, unübersichtliche Einmündungen klassifizierter Straßen, Engstellen und Unübersichtlichkeit durch bestehende Bebauung. Der Schwerverkehrsanteil der B 311 ist mit ca. 20 Prozent sehr hoch. Gleiches trifft auf den Durchgangsverkehr mit bis zu 85 Prozent zu. Durch den Bau der Umgehung kann die unfallträchtige Ortsdurchfahrt entlastet werden.

Da ein Ausbau innerorts aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und der Funktion der B 311 im Gesamtstraßennetz nicht in Frage kam, wurde bei der umfangreichen Linienfindung eine Vielzahl von Varianten untersucht. Auf Grundlage der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS von 1996) und einem beauftragten Umweltgutachten wurde eine Ausdifferenzierung weiterer Untervarianten einer Westumfahrung Unlingens vorgenommen, woraus schließlich die planfestgestellte Variante West Vc1 entstand.

Die geplante Ortsumgehung beginnt im Süden am Umspannwerk Riedlingen, schwenkt danach in nördlicher Richtung ab und liegt durchweg in landwirtschaftlich genutzten Flächen. Sie verläuft westlich von Unlingen in räumlicher Nachbarschaft des Naturschutzgebietes „Donauwiesen“. Dieses ist seit 2000/2001 Bestandteil des europäischen ökologischen Netzes Natura 2000 (FFH-Gebiet „Donau zwischen Munderkingen und Scheer“). Die OU wird westlich um die drei Aussiedlerhöfe geführt und läuft am oberen Rand der nach Norden verlaufenden Kiesterrasse entlang. Anschließend schwenkt sie nach Osten ab und schleift im Bereich der benachbarten Kiesgruben in einem Linksbogen ca. 2 km nördlich von Unlingen in die bestehende B 311 ein.

Im Zuge des Neubaus sind fünf Brückenbauwerke, u. a. Unterführung der Kanzach und Überführung der K 7588, vorgesehen. Die B 311 erhält einen Regelquerschnitt RQ 15,5 in der Bau- und Betriebsform 2+1, mit zwei Überholabschnitten in südlicher und einem Abschnitt in nördlicher Richtung. Die kreuzende K 7588 erhält einen teilplanfreien Anschluss an die Umgehung. Der vorhandene Geländeverlauf kann weitgehend eingehalten werden. Größere Dämme oder Einschnitte sind nicht erforderlich.

Die Kompensationsmaßnahmen liegen räumlich konzentriert in den Gewannen „Tiefes Ried“ und „Erlengraben“.
Als weitere Maßnahme wird ein nahegelegener Donauabschnitt bei Daugendorf renaturiert.
Zudem wird zum Schutz des Unlinger Weißstorchs vor Kollisionen mit dem Fahrzeugverkehr wurde die Straßengradiente abgesenkt und sind seitliche Wälle vorgesehen. Für die Kreuzkrötenpopulation in der Kiesgrube sind Amphibienschutzeinrichtungen vorgesehen.

Der Planfeststellungsbeschluss ist am 18. September 2009 ergangen und nach Rücknahme einer Klage seit dem 12.04.2010 bestandskräftig.

Am 05.09.2013 wurde mit einem symbolischen Spatenstich die Umsetzung der Baumaßnahme begonnen.