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Sechstreifiger Ausbau der BAB A8 zwischen Hohenstadt und Ulm-West in Bündelung mit der ICE-Neubaustrecke (NBS) Wendlingen - Ulm auf der Albhochfläche

​Maßnahmenbeschreibung des Ausbaus der A 8

Die Bundesautobahn (BAB) A 8, zwischen Karlsruhe und München, stellt, als Teil der europäischen Verkehrsachse „Frankreich - Deutschland - Österreich - Südosteuropa“, die wichtigste Ost - West - Straßenverbindung im süddeutschen Raum dar. Mit dem Ausbau zwischen Hohenstadt und Ulm-Nord wird – innerhalb von 9 Jahren Bauzeit (2012 – 2021) – ein weiterer, 23 Km langer Abschnitt in Baden-Württemberg an die gestiegenen Anforderungen angepasst. Gleichzeitig wird die Autobahnanschlussstelle Ulm-West zum so genannten Doppelanschluss Ulm-West/Ulm-Nord ausgebaut.

Im Zuge des Ausbaus der Autobahn wird auch die Nebelwarnanlage (NWA), die von Hohenstadt bis ins bayerische Riedheim reicht, auf einer Länge von 43 km erneuert und auf den aktuellen technischen Stand gebracht. Insgesamt werden 23 neue Verkehrszeichenbrücken aufgebaut und mit Wechselverkehrszeichen ausgestattet. Bei 20 weiteren Verkehrszeichenbrücken wird die komplette Anzeige- und Messtechnik erneuert. Das Projektvolumen für die Erneuerung der NWA beträgt ca. 12,3 Mio. Euro.

Das Gesamtprojektvolumen von Ausbau A 8, Doppelanschlussstelle Ulm-West/Ulm-Nord ohne NWA beträgt rund 250 Mio. Euro. Der Anteil der hierfür auf den Bund als Kostenträger entfällt, beläuft sich auf rund 236 Mio. Euro.

Der bis zum Ausbau lediglich 4-streifige und mit einem sogenannten Nothaltestreifen versehene Abschnitt wird 6-streifig und mit beiderseitigem Standstreifen ausgebaut. Hierbei werden 26 Querungsbauwerke (Brücken – darunter eine Grünbrücke, Unterführungen, Durchlässe) sowie mehrere Regenrückhaltebecken (8 Stück) neu errichtet.

Die Besonderheit des Streckenabschnitts liegt in der Trassenbündelung mit der ICE-Neubaustrecke (NBS) „Wendlingen - Ulm“. Für beide Maßnahmen (A 8 und NBS) wurde ein gemeinsamer Planfeststellungsbeschluss erlassen (Bestandskraft März 2010).

Die Schienenstrecke verläuft auf knapp 20 Kilometern in Parallellage auf der Südseite zur A 8, mit einem Regelabstand von lediglich 25 Metern. In Bereichen engster Bündelung reduziert sich der Abstand auf bis zu 14,50 Meter. Dies bedingt, dass die beiden Maßnahmen zeitlich und inhaltlich abgestimmt und realisiert werden. Dies zeigt sich insbesondere darin, dass die zu erstellenden Bauwerke teilweise unmittelbar aneinander anschließen und für das Aufrechterhalten der örtlichen Verkehrsbeziehungen gleichzeitig fertigzustellen sind.

Durch die gemeinsame Realisierung und Trassenbündelung von A 8 und NBS werden Eingriffe in Verkehr und Umwelt minimiert und Synergien gefördert. So findet u. a. zwischen den Einzelvorhaben ein Erdmassenausgleich statt und es wird, soweit möglich, die Baustelleninfrastruktur gemeinschaftlich genutzt.

Regelquerschnitt Bündelungstraße:

Regelquerschnitt Bündelungsstraße 

Ausbau in 4 Bauabschnitten

Bauabschnitt 2 (Dornstadt - Temmenhausen)

Zur Sicherstellung der Entwässerung der neuen Fahrbahnen wurde mit dem ca. 7,8 km langen Bauabschnitt 2 zwischen Temmenhausen und Dornstadt als erster der 4 Bauabschnitte begonnen. Ab Herbst 2011 liefen die Verlegungen der autobahnparallel verlaufenden Kommunikationsleitungen (private und öffentliche), welche provisorisch an den Baufeldrand verlegt wurden. Im Frühjahr 2012 folgten weitere Baufeldfreimachungen mit Rodungsarbeiten entlang der Autobahn und der kreuzenden Wege.

Im März 2012 begannen die eigentlichen Bauarbeiten mit dem Bau von drei Brückenbauwerken (Überführungen) – der Kreisstraße K 7406 (BW 15), dem Wirtschaftsweg „Inneres Hart“ (BW 16) und der Landesstraße L 1239 (BW 22). Bereits im November 2012 wurden die neuen Brücken der K 7406 und der L 1239 für den Verkehr freigegeben. Der Abbruch der alten Bauwerke erfolgte jeweils unter Vollsperrung der A 8.

Der Gesamtbaubeginn von A 8 und NBS wurde bereits am 7. Mai 2012 mit einem Spatenstich gefeiert.

Im Dezember 2012 wurde die Bauphase 1 – provisorische Verbreiterung der Fahrtrichtung Ulm – abgeschlossen. Im Jahr 2013 folgte der Ausbau der Richtungsfahrbahn Stuttgart (Bauphase 2) und im Jahr 2014 der Ausbau der Richtungsfahrbahn Ulm (Bauphase 3). Auf seiner planfestgestellten Trasse rollte der Verkehr ab Dezember 2014. Im folgenden Jahr wurde neben den Straßenausstattungen (Markierung, Schutzeinrichtungen oder Rüttelstreifen), der Abrolldamm zu Bahn hin erstellt.

Parallel zum Ausbau der Autobahn selbst, wurden 8 Verkehrszeichenbrücken der Nebelwarnanlage aufgebaut und im März 2016 in Betrieb genommen.

Der Bauabschnitt 2 wurde termingerecht und mit Kosten von ca. 61 Mio. Euro abgeschlossen.

Bauabschnitt 3 (Temmenhausen - Nellingen)

Der ca. 6,8 km lange Bauabschnitt 3 wurde, analog Bauabschnitt 2, in drei Bauphasen umgesetzt. Ende des Jahres 2012 wurde mit ersten Rodungsarbeiten begonnen. Im Jahr 2013 folgten weitere Vorarbeiten wie die Verlegung querender Versorgungsleitungen und archäologische Rettungsgrabungen. In der ersten Bauphase – Baubeginn im Jahr 2014 – wurde zunächst die Richtungsfahrbahn Stuttgart provisorisch verbreitert und mit dem Neubau der Brücke, zur Überführung der L1234 (BW 11), begonnen. Der Abbruch des alten Brückenbauwerks erfolgte in der Nacht vom 8. auf den 9. November 2014. Noch im selben Jahr wurde der Verkehr auf die verbreiterte Fahrbahn umgelegt.

Im Jahr 2015 befanden sich neben dem Straßenbau drei Straßenbrücken, eine Grünbrücke, zwei Fledermausdurchlässe und vier große Stützwände im Bau. Weiterhin wurde mit der Erweiterung von zwei Parkplatz- und WC-Anlagen (PWC Kemmental, PWC Scharenstetten) begonnen. Nach der Erweiterung verfügen diese über höhere Stellplatzkapazitäten – vor allem für Lkw – und sind auf dem neuesten technischen Stand. Hierzu wurden neben den Verkehrsflächen auch die Sanitärgebäude gänzlich neu errichtet.

Ende des Jahres 2015 wurde der Verkehr auf die neue Richtungsfahrbahn Ulm umgelegt. Im folgenden Jahr schloss sich der Ausbau der Richtungsfahrbahn Stuttgart an, an dessen Ende der Verkehr auf je zwei Fahrstreifen je Richtung umgelegt wurde. Ende Juli 2016 konnte bereits die PWC-Anlage Scharenstetten in Betrieb genommen werden. Im Mai 2017 folgte die Öffnung der PWC-Anlage Kemmental. Im Jahr 2017 wurden Abrolldämme und Lärmschutzwälle fertiggestellt. Nach Fertigstellung der Restarbeiten links und rechts der Strecke, konnte Ende September 2017 die vollständige Verkehrsfreigabe aller sechs Fahrstreifen erfolgen. Die Verkehrsbeeinflussungsanlage für diesen Streckenabschnitt ist seit dem Sommer 2018 aktiv. Bis Ende des Jahres 2018 finden noch letzte Restabreiten statt.

Der Kostenumfang für den Bauabschnitt 3 beläuft sich auf rund 73 Mio. Euro.

​Bauabschnitt 4 (Nellingen - Hohenstadt)

Die Hauptbauarbeiten zur Umsetzung des 6,2 km langen Abschnitts, zwischen den Ortslagen Hohenstadt und Nellingen, wurden im Frühjahr 2015 europaweit ausgeschrieben und im Herbst desselben Jahres vergeben. Der Ausbau selbst folgt dem Schema der vorangegangen Bauabschnitte und befindet sich seit Dezember 2015 im Bau. Begonnen wurde mit der provisorische Verlegung der autobahnparallel verlaufenden Fernmeldeleitungen sowie der Verlegung öffentlicher Versorgungsleitungen. Im Verlaufe des Jahres 2016 wurde zunächst die Richtungsfahrbahn Ulm, zur Aufnahme des 4+0 Verkehrs, provisorisch verbreitert. Unter 4+0 Verkehr wird verstanden, dass sich 4 Fahrstreifen – zwei in jede Richtung – auf einer Richtungsfahrbahn befinden. Die Verlegung des Verkehrs erfolgte Ende des Jahres 2016. Des Weiteren wurde im gleichen Jahr die K 7407 zwischen Merklingen und Widderstall auf einer Länge von rund 700 Metern verlegt. Der Neubau wurde hierbei fahrdynamisch optimiert. Der Abbruch des alten Brückenbauwerks vollzog sich im November 2016, unter Vollsperrung der A 8. Mit dem Ausbau wurden im Jahr 2016 auch die südlichen Rampen der Anschlussstelle Merklingen (AS Merklingen) umgebaut und über eine signalisierte Kreuzung an die Landesstraße 1230 angeschlossen.

Seit März 2017 lief der Ausbau der Richtungsfahrbahn Stuttgart. Aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse im Jahr 2017 und anderen Baugrundverhältnissen, als angenommen, dauerte der vollständige Ausbau dieser Richtungsfahrbahn bis April 2018. Bis dahin wurde der Verkehr ab der Anschlussstelle Merklingen in Fahrtrichtung Stuttgart auf die neue Fahrbahn verlegt, um so über die Wintermonate die teils enge Baustellenbündelung aufheben zu können. Ende April 2018 konnte der Verkehr dann vollständig auf die neue Richtungsfahrbahn Stuttgart umgelegt und der Ausbau der Richtungsfahrbahn Ulm begonnen werden. Die Arbeiten im Jahr 2018 verliefen sehr zügig und auch die Witterung begünstigte den Baufortschritt, sodass der Zeitverlust des Ausbaus der Richtungsfahrbahn Stuttgart aufgeholt werden konnte. Der Baufortschritt wird bis Mitte Dezember 2018 soweit sein, dass die Baustellenbündelung aufgelöst und der Verkehr jeweils beidseitig auf den neuen Richtungsfahrbahnen geführt werden kann, als sogenannter 2+2 Verkehr. Die Standstreifen und der jeweils erste Fahrstreifen bleiben gesperrt. Diese Flächen werden für noch ausstehende Arbeiten in den Randbereichen benötigt, wie z. B. Pflasterarbeiten unter den Brückenbauwerken, Stellen von Traggerüsten, Setzen von Streckenstationen und weiteres.

Im Jahr 2019 werden, als wesentliche Arbeiten, die noch fehlenden drei Brückenüberbauten eingehoben und die Brückenanschlüsse zu den Wegezuführungen komplettiert. Zum Einheben der Brückenüberbauten sind kurzzeitige Sperrungen des Verkehrs auf der A 8 erforderlich. Die Fertigstellung des Bauabschnitts 4 ist für Mitte des Jahres 2019 vorgesehen.

Die Gesamtkosten werden sich voraussichtlich auf rund 52 Mio. Euro belaufen.

Bauabschnitt 1 (Dornstadt bis Ulm-Nord) mit Doppelanschluss Ulm-West/Ulm-Nord

Der Bauabschnitt 1, mit einer Länge von ca. 2,3 km, bildet den Abschluss der gesamten Ausbaumaßnahme. Im Bauablauf folgt er dem Schema der vorangegangenen Bauabschnitte.

Neben dem Streckenabschnitt von Hohenstadt bis Ulm-West erfolgte, mit dem Planfeststellungsbeschluss zur Doppelanschlussstelle Ulm-West / Ulm-Nord, die Verlängerung des Ausbaus der A 8 um weitere ca. 400 Meter, auf dann rund 23,0 km. Kernstück dieses Planfeststellungsbeschlusses ist das Herstellen des neuen Autorbahnanschlusses Ulm-Nord. Im Februar 2015 wurde hierfür das Planfeststellungsverfahren für den sogenannten Doppelanschluss Ulm-West / Ulm-Nord eingeleitet. Der Planfeststellungsbeschluss wurde am 14. Oktober 2015 erlassen und ist seit dem 16. Dezember 2015 rechtskräftig. Da der bestehende Anschluss Ulm-West und die neue Anschlussstelle Ulm-Nord nur ca. 800 m voneinander entfernt liegen, werden sie als Doppelanschlussstelle ausgeführt. Die beiden Anschlussstellen sind hierbei über Parallelfahrbahnen unmittelbar miteinander verbunden. Die Anschlussstelle Ulm-Nord dient unter anderem der Anbindung des im Jahr 2005 in Betrieb genommenen Umschlagbahnhofs und der angrenzenden Gewerbegebiete. Mit der Maßnahme kann sich der Gewerbestandort des Ulmer Nordens weiter entwickeln.

Da das Projekt „Doppelanschluss“ im gleichen Streckenabschnitt wie der Bauabschnitt 1 liegt, wird dieser gemeinsam mit dem Bauabschnitt 1 realisiert. Hieraus ergeben sich Vorteile sowohl in der Reduzierung der Dauer der Eingriffe in Verkehr und Natur, als auch dahingehend, dass die Maßnahmen wirtschaftlich realisiert werden können.

Die Hauptbauphasen sind in den Jahren 2018 bis 2021 vorgesehen. Erste vorbereitende Arbeiten, wie das Verlegen von längs der A 8 verlaufenden Versorgungsleitungen, unter anderem mit dem Umverlegen einer Gashochdruckleitung der terranets bw GmbH, Rodungsarbeiten sowie Erdbauarbeiten, zur Verbreiterung des vorhandenen Autobahndamms östlich der Anschlussstelle Ulm-West, fanden seit Mitte des Jahres 2016 statt.

Die Arbeiten der Hauptbauphase begannen Anfang des Jahres 2018, mit dem Herstellen des Provisoriums der Richtungsfahrbahn Stuttgart und dem Versetzen von Oberleitungsmasten der Bahnstrecke Stuttgart – Ulm, um Baufreiheit zu schaffen. Im Weiteren wurden zunächst teils vorhandenen Brückenbauwerke verbreitert, teils erste Teile neuer Brückenbauwerke erstellt. Hierdurch wird ermöglicht, dass die bestehende A 8 nach Norden provisorisch verbreitert werden kann, um den Verkehr anschließend hierauf gebündelt führen zu können. Hierdurch wird die Baufreiheit und Verkehrsfreiheit der Südseite der A 8 erreicht, die notwendig ist, um den eigentlichen Ausbau beginnen zu können. Gleichzeitig wurde im Jahr 2018 mit der Herstellung der Gemeindeverbindungsstraße „Mergelgrube“ begonnen. Im dessen Streckenzug liegt das Bauwerk 1. Dieses liegt unmittelbar parallel der A 8 und grenzt an das Bauwerk 28 der A 8 an. Die Fertigstellung der „Mergelgrube“ wird voraussichtlich im März 2019 sein. Deren Fertigstellung und Inbetriebnahme sind Voraussetzung für die Sperrung des Eiselauer Wegs, welcher das Gewerbegebiet „Ulmer Norden“ mit dem Containerterminal aus südlicher Richtung erschließt. Die Erreichbarkeit des Gewerbegebiets wird, nach Sperrung des Eiselauer Wegs, über die Landesstraße 1165 und die „Mergelgrube“ sichergestellt.

Mit Beginn des Jahres 2019 erfolgt der Ausbau der Richtungsfahrbahn München. Hierbei wird die bestehende Gradiente der A 8 teils um bis zu 4 Meter, im Vergleich zum heutigen Höhenverlauf, angehoben. Im Zuge des Ausbaus muss das bestehende Brückenbauwerk über die hochfrequentierte Bahnstrecke Stuttgart-Ulm (Strecke DB 4700) abgebrochen werden. Dies erfolgt im Zuge einer mehrtägigen Gleissperrung der Bahnstrecke, im März 2019.

Ab dem Sommer 2020 wird mit dem Ausbau der neuen Richtungsfahrbahn Stuttgart begonnen. Im Herbst des Jahres 2021 endet die Ausbaumaßnahmen nach Herstellen des lärmmindernden Belags und letzter Restarbeiten.

Für den Bauabschnitt 1 sind Gesamtbaukosten von rund 50 Mio. Euro veranschlagt. Neben dem Bund ist an diesem Vorhaben insbesondere die Stadt Ulm beteiligt. Sie beteiligt sich mit ca. 9,2 Mio. Euro an den Kosten.

Übersichtskarte Bauabschnitte
Übersichtskarte

Archäologische Untersuchungen

Seit dem Jahr 2011 fanden im Bereich des Bauabschnitts 2 archäologische Untersuchungen statt, die im Jahr 2012 im Bauabschnitt 3 und im Jahr 2014 im Bauabschnitt 4 fortgesetzt wurden und im Jahr 2016 im Bauabschnitt 1 ihren Abschluss fanden.

Lange Baggerschnitte und Ausgrabungen entlang der Autobahn zeugten von der Arbeit der Archäologen des Landesamts für Denkmalpflege (Zugehörig zum Regierungspräsidium Stuttgart). Durch die sogenannten Rettungsgrabungen konnten verschiedene Siedlungen ganz unterschiedlicher Zeitstellung freigelegt werden. So fanden sich beispielsweise Spuren von Gebäuden der Urnenfelderkultur (1.300 bis 800 v. Chr.), die zu einer kleineren Siedlung mit einer kleinen Grabgruppe gehörten. Immer wieder fanden sich zudem Hinweise auf kleine Gehöfte aus den beiden vorchristlichen Jahrhunderten. Wie sich weiter zeigte, hinterließen zudem die Römer ihre Spuren auf den Albhochflächen.

Fundstätte an der BAB A 8 bei Tomerdingen (Blumenhau)
Fundstätte an der BAB A 8 bei Tomerdingen (Blumenhau)

Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen

Neben den eigentlichen Straßenbauarbeiten wurden bereits über 85 % der Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen für die Eingriffe in Natur und Landschaft außerhalb des Trassenbereichs umgesetzt. So wurden beispielsweise 12,7 ha Acker- und Wiesenflächen zu naturnahem Laub- und Mischwald aufgeforstet, ca. 6,2 ha Kalkmagerrasen sowie ca. 8,9 ha extensive, artenreiche Mähwiesen zwischen Merklingen und Tomerdingen neu angelegt. Auf einer Fläche von ca. 7,7 ha wurde Magerrasen wieder hergestellt und im Frühjahr 2014 bei Temmenhausen auf gut 2 ha mehrere Streuobstwiesen angelegt. Zudem wurden die Mittelstreifen der fertiggestellten Autobahnabschnitte bepflanzt. Bei Dornstadt-Temmenhausen bzw. an der PWC-Anlage Kemmental wurde Ende des Jahres 2018 die Grünbrücke „Imberg“ fertiggestellt. Durch die Grünbrücke „Imberg“ soll ein bisher durch die BAB 8 zerschnittener überregionaler Lebensraumkorridor entlang der Schwäbischen Alb wieder für Wildtiere durchgängig gemacht werden, um so Lebensräume wieder miteinander zu vernetzen. Die Grünbrücke ist eine von 12 prioritären Wiedervernetzungsmaßnahmen des „Bundesprogramms Wiedervernetzung“ die in Baden-Württemberg liegen.

Neuangelegte Streuobstwiese auf ehemaligem Ackerstandort bei Temmenhausen
Neuangelegte Streuobstwiese auf ehemaligem Ackerstandort bei Temmenhausen

Grünbrücke, Stand 16. November 2018, Blickrichtung Norden - Zu sehen sind die Irritationsschutzwände, die seitlich angelegten Felsschüttungen sowie Wurzelstöcke, in der Mitte ist die Baumbepflanzung angelegt
Grünbrücke, Stand 16. November 2018, Blickrichtung Norden
Zu sehen sind die Irritationsschutzwände, die seitlich angelegten Felsschüttungen sowie Wurzelstöcke, in der Mitte ist die Baumbepflanzung angelegt.