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Natura 2000 Managementpläne im Regierungsbezirk Karlsruhe
Albtrauf und Albanstieg mit Streuobstwiesen (Quelle: S. Jäger, RP Tübingen)

Albtrauf Pfullingen (FFH 7521-341)

Das FFH-Gebiet »Albtrauf Pfullingen« ist 3.712 ha groß und erstreckt sich am Albtrauf südlich von Reutlingen. Es reicht von 434 m ü.NN am Fuß der Schwäbischen Alb bis auf 866 m ü.NN auf der Hochfläche und umfasst charakteristische Lebensräume des Albtraufs mit seltenen und geschützten Tierarten.

Markanter Albtrauf

In dem waldreichen FFH-Gebiet leuchten zahlreiche Felsen hervor, wie Wackerstein, Mädlesfels und Traifelbergfelsen. Sie markieren den von widerstandsfähigen Kalkgesteinen des Weißjura gebildeten Albrauf. Der markante Steilabfall ist fast überall bewaldet und durch die Taleinschnitte der Echaz und ihrer Nebenbäche stark zergliedert. An die Wälder im FFH-Gebiet – größtenteils Waldmeister-, Orchideen-Buchenwälder oder Schlucht- und Hangmischwälder – schließen sich auf der Hochfläche Wacholderheiden und Kalk-Magerrasen (davon einige mit Orchideenvorkommen) an, die aus der traditionellen Mähwiesennutzung und Hüte-Schafhaltung entstanden sind. Unterwärts wird der flachere Hangfuß am Albanstieg von Streuobstwiesen und Mageren Flachland-Mähwiesen eingenommen. Sie sind wichtige Lebensräume für Wildblumen und Insekten.

Der Alpenbock – auch auf der Alb zu Hause

Die sonnenexponierten, lichten Buchen-Hangwälder im FFH-Gebiet sind der Lebensraum des Alpenbocks, einer europa weit nach der FFH-Richtlinie geschützten Käferart. Der Alpenbock ist in Baden-Württemberg nur in wenigen Buchen wäldern auf der Schwäbischen Alb zu Hause. Für ihre Entwicklung benötigen die Larven trockenes, sich zersetzendes Buchenholz (Altoder Totholz), in das sie sich hineinfressen. Da die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer zwischen zwei und vier Jahren dauert, steigt die Gefährdung durch Eingriffe in den Lebensraum, denn wird während dieser Zeit altes und totes Holz entfernt, kann sich der Käfer nicht vermehren. Eine weitere Bedrohung entsteht durch die Nutzung von Buchenholz als Brennmaterial. Das Holz wird dabei häufig in Stapeln im Wald gelagert. Hier halten sich die Alpenbockkäfer gern auf und legen in den trockenen, rissigen Holzscheiten ihre Eier ab. Die noch nicht fertig entwickelten Alpenbockkäfer laufen somit Gefahr, abtransportiert zu werden und einem Kaminfeuer zum Opfer zu fallen.

Während der Alpenbock sich dem Besucher kaum einmal zeigt, ist die auffällig gefärbte Spanische Fahne, eine Schmetterlingsart, im Juli und August an blütenreichen Weg- und Waldrändern gut zu beobachten, vor allem auf den Blüten des Wasserdosts.

Licht und Luft für Orchideen und Enziane

Nähert man sich von unten dem Albtrauf, fallen rund um Eningen und Pfullingen große, zusammenhängende Streuobstwiesen auf (ca. 300 ha). Ihr blumenreicher Unterwuchs weist sie als Magere Flachland-Mähwiesen aus, die nach der FFH-Richtlinie geschützt sind. An den Hängen bei Lichtenstein und auf der Albhochfläche ist dieser Wiesentyp eng vernetzt mit den noch magereren Kalk-Magerrasen, die teils reich an Orchideen und Enzianen sind, wie an der Wonhalde, dem Ursulahochberg, dem Ohnastetter Bühl und dem Imenberg. Auf diesen hoch gelegenen, ortsfernen Flächen lohnt sich die ackerbauliche Nutzung kaum, so dass sie seit jeher mit Schafen beweidet oder extensiv gemäht wurden. Auch heute noch wird beweidet oder einmal jährlich gemäht (sogenannte Mähder), was im einen Fall die Enziane fördert, weil diese von den Schafen nicht gefressen werden, im andern Fall die Orchideen schont, da erst nach der Blüte der meisten Orchideen gemäht wird. Den Mähdern verdankt die Alb ihren guten Ruf bei Orchideenliebhabern, nicht den Wacholderheiden!
Doch auch die Wacholderheiden weisen floristische Besonderheiten auf: neben den Enzianen – darunter der seltene Kreuz-Enzian – sind hier Silber- und Golddistel, Küchenschelle und Thymian zu finden.

Weitere Informationen

  
  
  
Pfullingen_Mitteilung_Juni2016.pdfMitteilung vom Juni 2016 - Einladung zur Informationsveranstaltung am 25. Juli 201628 KB
Pfullingen_Flyer.pdfFlyer vom Mai 2016701 KB
Pfullingen_Mitteilung_Maerz2016.pdfMitteilung vom März 2016 - Erstellung eines Managementplans14 KB

Hintergrund

Ansprechpartner:

Referat 56

Charlotte Böll
Telefon 07071 757-5233
E-Mail charlotte.boell@rpt.bwl.de

Aktuelle Natura 2000 Managementpläne (MaP)
In Planung Natura 2000 Managementpläne (MaP)
Abgeschlossene Natura 2000 MaP