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Natura 2000 Managementpläne im Regierungsbezirk Karlsruhe
Hochwasser Donau, copyright: Burkhard Schall

Donau zwischen Munderkingen und Riedlingen (FFH 7823-341)

Das FFH-Gebiet »Donau zwischen Munderkingen und Riedlingen« hat eine Gesamtfläche von 1.431 ha und umfasst einen rund 30 km langen Flussabschnitt der Donau sowie Wälder außerhalb der Donaukulisse wie am Bussen, dem mit 767 m höchsten Berg im Landkreis Biberach.

Auen – Felsen – Wälder

In dem FFH-Gebiet blieben typische Auenstrukturen wie Altarme und Flutmulden erhalten. Die Aue wird regelmäßig überschwemmt und ist von Grünlandnutzung geprägt. Ziel der FFH-Meldung war es, diese natürlichen Auenstrukturen zu erhalten und die weiten Auen für Arten, die auf Offenland angewiesen sind, zu sichern. Zwischen Untermarchtal und Rechtenstein durchbricht die Donau die Kalkfelsen des Oberjuras. Die Felsen und aufgelassenen Steinbrüche mit ihren trockenwarmen Standorten bilden einen scharfen Kontrast zu den benachbarten wasser- und feuchtegeprägten Standorten der Auen. Die Wälder im FFH-Gebiet sind als Waldmeister-Buchenwälder, Hainsimsen-Buchenwälder oder Schlucht- und Hangmischwälder ausgeprägt. Durch die enge Verzahnung von trockenen und feuchten Standorten weist das FFH-Gebiet zahlreiche Lebensraumtypen auf, die für Natura 2000 von Bedeutung sind, wie Fließgewässer mit flutender Wasservegetation, Kalk-Magerrasen, Magere Flachland-Mähwiesen und Kalkfelsen. Die Vielfalt der Lebensräume spiegelt sich auch in der Tierwelt wider mit Fischarten wie Groppe und Streber – einer Art, die ausschließlich im Donausystem vorkommt.

Erhaltung der artenreichen Wiesen

Der Mensch hat die Donau mit ihren begleitenden Auen im Lauf der Jahrhunderte tiefgreifend verändert, um die fruchtbaren Böden landwirtschaftlich zu nutzen. Trotz dieser Eingriffe blieben im FFH-Gebiet einige typische Eigenschaften flussnaher Standorte erhalten. Noch heute werden die ausgedehnten Auen regelmäßig überschwemmt. Die ackerbauliche Nutzung ist dadurch eingeschränkt, es überwiegt die Grünlandnutzung. Das Grünland wird auch im FFH-Gebiet überwiegend intensiv bewirtschaftet.

Von besonderer Bedeutung sind die Mageren Flachland-Mähwiesen, ein nach der FFH-Richtlinie geschützter Lebensraumtyp, der durch die traditionelle Nutzung als Heuwiese entstanden ist. Langfristiges Ziel ist es, diese artenreichen Wiesen auf weitere Flächen auszudehnen. Da diese extensive Nutzungsform – in der Regel mit ein- bis zweimaligem Schnitt und mäßiger Düngung – für Landwirte heute nicht mehr wirtschaftlich ist, werden durch Ausgleichszahlungen Anreize geschaffen, bei der Umsetzung von Naturschutzzielen aktiv mitzuwirken.

Die Grüne Flussjungfer – eine Rarität an der Donau

Im Jahr 2009 gelang an der Donau bei Rechtenstein eine überraschende Entdeckung. Die Grüne Flussjungfer, eine bis 1988 in Baden-Württemberg als verschollen geltende Libellenart, wurde wieder nachgewiesen. Heute hat die Art ihren Verbreitungsschwerpunkt in der nördlichen Oberrheinebene. Die Donau zwischen Riedlingen und Munderkingen sowie der anschließende Flussabschnitt bis Ulm ist eine der wenigen Lebensstätten im Südosten des Landes.

Die kräftig gebaute Libelle hat eine Körperlänge von etwa 5 cm und eine Flügelspannweite von ca. 7 cm. Kopf und Brust sind leuchtend grün, der Hinterleib ist schwarz-gelb gezeichnet. Die Grüne Flussjungfer besiedelt Fließgewässer, die eine gute Wasserqualität und eine sandig-kiesige bis steinige Sohle aufweisen. Die Larven leben zwei bis vier Jahre eingegraben im Flussgrund und ernähren sich von Kleinstlebewesen im Wasser. Mit etwas Glück kann die Grüne Flussjungfer im Juli und August, während der Hauptflugzeit, an der Donau beobachtet werden. Durch die Verbesserung der Wasserqualität ist zu hoffen, dass sich diese Libellenart weiter donauaufwärts ausbreitet.

Weitere Informationen

  
  
  
DonauMunderkingen_Juli2017.pdfMitteilung Juli 2017 - Bekanntgabe der Endfassung105 KB
DonauMunderkingenMitteilungFeb2017.pdfMitteilung vom Februar 2017 - Öffentliche Auslegung des Planentwurfs85 KB
DonauMunderkingenMitteilungJuni2015.pdfMitteilung vom Juni 2015 - Informationsveranstaltung am 16. Juli 201587 KB
DonauMunderkingen_Flyer.pdfFlyer vom Mai 2015811 KB
DonauMunderkingen_Maerz2015.pdfMitteilung vom März 2015 - Erstellung eines Managementplans21 KB

Hintergrund

Ansprechpartner:

Referat 56

Ines Aust
Telefon 07071 757-5234
E-Mail ines.aust@rpt.bwl.de

Aktuelle Natura 2000 Managementpläne (MaP)
In Planung Natura 2000 Managementpläne (MaP)
Abgeschlossene Natura 2000 MaP