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Natura 2000 Managementpläne im Regierungsbezirk Karlsruhe
Wurmlinger Berg (Quelle: Michael Koltzenburg)

Spitzberg, Pfaffenberg, Kochartgraben, Neckar (FFH 7419-341)
Kochartgraben und Ammertalhänge (SPA 7419-401)

Das FFH-Gebiet »Spitzberg, Pfaffenberg, Kochhartgraben und Neckar« liegt in den Naturräumen »Obere Gäue« und »Schönbuch und Glemswald«. Von den insgesamt 846 ha sind 17 Prozent als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Das 54 ha große Vogelschutzgebiet »Kochhartgraben und Ammertalhänge« ist zugleich FFH und Naturschutzgebiet.

Die beiden Natura 2000 Gebiete erstrecken sich im Landkreis Tübingen über die Gemeinden Ammerbuch, Rottenburg am Neckar und Tübingen.

Landschaftlich geprägt werden sie vor allem durch Trockenund Halbtrockenrasen, extensiv genutzte Wiesen und Streuobstbestände. Bedeutsam sind die Gebiete nicht nur aus naturschutzfachlicher, sondern auch aus kulturhistorischer und geowissenschaftlicher Sicht. So befinden sich im Bereich der Schutzgebiete unter anderem die »Wurmlinger Kapelle«, historische Weinberge sowie stillgelegte Gips und Sandsteinbrüche.

FFH-Gebiet 7419-341 Spitzberg, Pfaffenberg, Kochhartgraben und Neckar

FFH-Lebensraumtypen

Der größte Flächenanteil der FFH-Lebensraumtypen entfällt auf die Mageren Flachland- Mähwiesen. Typische Arten dieser blumenbunten Wiesen sind Margerite, Ackerwitwenblume und Wiesen-Salbei. Vor allem in wärmebegünstigten, trockenen Hanglagen sind artenreiche Kalk-Magerrasen und Wacholderheiden ausgebildet.

Weitere Lebensraumtypen im Gebiet sind Kalk-Pionierrasen sowie Kalk- und Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation. Die hier lebenden Pflanzen und Tiere müssen mit extremen Bedingungen, wie hohen Temperaturen und Wassermangel, zurechtkommen.

FFH-Arten

In den wärmebegünstigten Wäldern des FFH-Gebiets lebt der Hirschkäfer (siehe Foto), einer der größten und auffälligsten Käfer Europas. Charakteristisches Merkmal der bis zu 7,5 cm langen Männchen ist ihr extrem kräftiger, geweihartiger Oberkiefer. Die Weibchen sind wesentlich kleiner und unscheinbarer. Den Großteil seines Lebens verbringt der Hirschkäfer als Larve in morschen Wurzelstöcken. Je nach Qualität des Holzes dauert die Larvenentwicklung drei bis acht Jahre. Die Flugzeit der braunschwarzen Käfer erstreckt sich von Ende Mai bis Mitte August.

Vogelschutzgebiet 7419-401

Kochhartgraben und Ammertalhänge

In den nicht mehr genutzten Steinbrüchen im Vogelschutzgebiet brütet der Wanderfalke (siehe Foto). Seine Bestände gingen in den 1950er und 60er Jahren aufgrund des Umweltgifts DDT deutschlandweit auf nur 50 Brutpaare zurück. In Süddeutschland überlebte ein kleiner Restbestand dank intensiver Artenschutzbemühungen. Seit damals sind die Individuenzahlen wieder gestiegen. Da ein großer Anteil des bundesweiten Brutbestandes der Art in Baden-Württemberg vorkommt, trägt das Land eine besondere Verantwortung für ihren Erhalt.

Zu den Beutetieren des Wanderfalken gehören vor allem Kleinvögel und Tauben. Die schroffen Felsen in den Steinbrüchen bieten ihm eine ideale Ansitzwarte für die Jagd. Bei seinen Sturzflügen auf eine potenzielle Beute kann er Geschwindigkeiten von 300 km/h und mehr erreichen. Der Wanderfalke ist der größte einheimische Falke in Deutschland, wobei das Weibchen deutlich größer ist als das Männchen.

Kulturlandschaft erhalten

Einen für den Naturschutz sehr wertvollen Lebensraum stellen die Kalk-Magerrasen dar. Entstanden sind diese nährstoffarmen Standorte meist durch jahrhundertelange extensive Beweidung oder Mahd. Viele konkurrenzschwache Arten, wie z. B. der Deutsche Enzian oder die Gewöhnliche Kuhschelle, sind auf diese offenen Standorte angewiesen. Sie und viele andere Arten verschwinden, wenn die Nutzung intensiviert oder aufgegeben wird. Daher ist die Fortführung einer extensiven Bewirtschaftung wichtig.

Wie die Kalk-Magerrasen besitzen die v. a. um den Spitzberg gelegenen alten Weinberge nicht nur eine Bedeutung für den Naturschutz. Als Zeugen früherer Wirtschaftsweisen haben sie neben ihrem landschaftsästhetischen Reiz auch einen kulturhistorischen Wert. Die Trockenmauern in den Weinbergen prägen das Landschaftsbild und sind Lebensraum für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten. Um die Verwitterung dieses kulturhistorischen Erbes zu verhindern, werden regelmäßig Instandsetzungsarbeiten durchgeführt.

Weitere Informationen:

LUBW: Managementplan-Endfassung

  
  
  
Spitzberg_Mitteilung_Endfassung_Juli_2013.pdfMitteilung vom Juli 2013 - Bekanntgabe der Endfassungen von Natura 2000-Managementplänen25 KB
Spitzberg_Mitteilung_Auslegung_Januar_2012.pdfMitteilung vom Januar 2012 - Öffentliche Auslegung des Planentwurfs23 KB
Spitzberg_Info_MaP_Juli_2010.pdfInformationen zum Managementplan vom Juli 2010941 KB
Spitzberg_Mitteilung_Infoveranstaltung_Juni_2010.pdfMitteilung vom Juni 2010 - Invormationsveranstaltung am 05.07.201026 KB
Spitzberg_Mitteilung_Beginn_MaP_April_2010.pdfMitteilung vom April 2010 - Erstellung von Managementplänen70 KB
Spitzberg_Flyer.pdfFlyer vom Februar 2010391 KB

Hintergrund  

Ansprechpartner:

Referat 56

Jürgen Jebram
Telefon 07071 757-5323
E-Mail
juergen.jebram@rpt.bwl.de

Aktuelle Natura 2000 Managementpläne (MaP)
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Abgeschlossene Natura 2000 Managementpläne (MaP)