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RP Tübingen, Umwelt
  • Abteilung 5
    13.03.2019
    13.03.2019 | LANDESBETRIEB GEWÄSSER: Hochwasserschutzmaßnahmen eingeleitet
     HRB Urlau: Einlauf ins Becken; Quelle: Johanna Brehm, Landesbetrieb Gewässer

    Am Hochwasserrückhaltebecken Urlau wurden am vergangenen Wochenende Maßnahmen getroffen, um unter anderem die Große Kreisstadt Leutkirch vor größeren Wassermassen zu schützen.

    Am Freitag fiel die Entscheidung, aufgrund der erwarteten Wetterlage – Schneeschmelze und Niederschläge – Bereitschaft anzuordnen, um gegebenenfalls die Steuerung des Beckens auch am Wochenende und in der Nacht zu übernehmen und die Dammanlagen zu kontrollieren. Am Samstag wurde am Hochwassermeldepegel Friesenhofen der Wert von 120 cm überschritten, wodurch Alarm ausgelöst wurde. Das Hochwasserrückhaltebecken Urlau wurde daher um ca. 13 Uhr geöffnet. Für die laufende Woche werden weitere Niederschläge erwartet. Aufgrund einer durch den Biber verursachten Dammschädigung unterhalb des Beckens war die Belastungsfähigkeit des Dammes eingeschränkt. Es bestand allerdings keine unmittelbare Gefahr, da die Situation mit Sandsäcken stabilisiert wurde. Mittlerweile wurde der Damm mit einem Bagger geöffnet und wieder neu aufgebaut. 

    Hintergrundinformation

    Das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Urlau liegt südlich von Leutkirch im Allgäu im Eschachtal. Es schützt insbesondere die Große Kreisstadt Leutkirch vor Hochwasser. Betreiber des Beckens ist der Landesbetrieb Gewässer, Referat 53.2 mit dem Betriebshof Urlau. Die Eschach, die im voralpinen Bergland der Adelegg entspringt, ist im Normalfall ein kleines, ruhig dahinplätscherndes „Bächle“ mit durchschnittlich ca. 2m²/s Abfluss. Bei starken Gewittern oder heftigen Regenfällen verwandelt es sich in kurzer Zeit in einen reißenden Gebirgsbach, mit einem Abfluss von bis zu 55 m²/s. Sobald der Abfluss der Eschach am Pegel Friesenhofen über 15 m²/s steigt, wird das Wasser und mit ihm das mitgeführte Treibholz und Sande in das HRB Urlau abgeleitet. In dieses passt ca. 1 Million m³  Wasser. Sollte das Rückhaltebecken bei lange andauernden Regenfällen komplett gefüllt sein, läuft das Wasser automatisch in das Taufach-Fetzachmoos. Die eingeschwemmten Sande und das Treibholz sammeln sich zum großen Teil im HRB Urlau.

    Foto: HRB Urlau: Einlauf ins Becken; Quelle: Johanna Brehm, Landesbetrieb Gewässer​