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RP Tübingen, Umwelt
  • Abteilung 5
    23.04.2015
    Gras drüber wachsen lassen
    Praxistag zur Wiederherstellung von Grünland nach Wildschweinschäden stieß auf große Resonanz
     Großes Interesse herrschte beim Praxistag; Fotografie: Niels Hahn

    ​Die lokale Arbeitsgruppe „Schwarzwild im Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ befasst sich seit fast zwei Jahren mit dem Schwarzwildmanagement im Biosphärengebiet. Dabei sind Grünlandschäden durch Wildschweine, deren Verhütung und Reparatur ein oftmals kontrovers diskutiertes Thema. An dem kürzlich zu dieser Fragestellung angebotenen Praxistag nahmen rund 100 Interessierte teil.

    Landwirte und Jäger würden beim Thema „Wildschweine“ manchmal gerne im wahrsten Sinne des Wortes „Gras über eine Sache wachsen lassen“. Denn die Tiere können im Grünland große Schäden verursachen, und bei der Fragestellung nach Wildschadensverhütung oder Entschädigung entstehen leicht Streitigkeiten. Die emotionalen Wogen können dabei hoch schlagen, insbesondere wenn die Beteiligten nicht über die gleichen Informationen verfügen und unterschiedliches Fachwissen mitbringen.
     
    Daher hat sich die lokale Arbeitsgruppe „Schwarzwild im Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ im Rahmen des Projektes „Schwarzwildproblematik im Umfeld von Schutzgebieten“ für einen besseren Weg entschieden. Die Thematik der Grünlandschäden durch Wildschweine, deren Verhütung und Reparatur sollten im Rahmen eines Praxistages für alle Beteiligten wirkungsvoll aufgearbeitet werden.
     
    Seit fast zwei Jahren sitzen die Mitglieder der lokalen Arbeitsgruppe „Schwarzwild im Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ zusammen und behandeln eine Vielzahl von Themen rund ums Schwarzwildmanagement im Biosphärengebiet. Das Ziel dabei: Beim Management dieser Tierart noch besser zu werden, um so potentielle Konflikte durch die Wildschweine gar nicht erst entstehen zu lassen. Dabei steht nicht nur das Wildschweinmanagement innerhalb, sondern auch im Umfeld der Kernzonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb auf dem Prüfstand.
     
    Eines von mittlerweile vielen Ergebnissen dieser vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Jägern, Landwirten, Förstern und Vertretern der Kommunen war der Praxistag zur Wiederherstellung des Grünlandes nach Schwarzwildschäden. Über 100 Jäger, Landwirte, Förster und sonstige Interessierte trafen sich auf der umgebrochenen Wiese bei Hohenstein-Ödenwaldstetten.
     
    Auf dem Programm stand dabei weit mehr als nur die „Vergangenheitskosmetik“ in Form der maschinellen Reparatur der Wühlschäden durch die Wildschweine. Die Anwesenden erfuhren, wie eine Wildschadensschätzung abläuft und was dabei berücksichtigt werden muss. Wie die Reparatur der Schäden erfolgen kann, welche Maschinen dafür genutzt werden, wie sie funktionieren und was sie kosten, wurde praktisch vorgeführt.
     
    Der Kreisjägermeister der Jägervereinigung Münsingen Martin Balz betonte, dass die Regulation der Wildschweinpopulation auf ein allseits erträgliches Maß die beste Herangehensweise zur Vermeidung von Wildschäden ist. Mit allen anderen Maßnahmen würden nur die Symptome bekämpft.
     
    Die lokale Arbeitsgruppe wird für alle, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, entsprechendes Informationsmaterial aufbereiten und auf der Homepage der Jägervereinigung und des Biosphärengebiets Schwäbische Alb zur Verfügung stellen. Zudem werden die Ergebnisse der Reparaturmaßnahmen mit den unterschiedlichen Maschinen und die jeweilige Entwicklung der Grasnarbe in den nächsten Wochen dokumentiert.

    Fotografie
    Großes Interesse herrschte beim Praxistag; Fotografie: Niels Hahn

    Hinweis für die Redaktionen
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung stehen Ihnen Frau Katrin Rochner von der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb, Tel.: 07381/932938-21, oder Carsten Dehner, Pressereferent, Regierungspräsidium Tübingen, Tel. 07071/757-3080, gerne zur Verfügung.