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RP Tübingen, Umwelt
  • Abteilung 5
    24.09.2018
    MAB-Nationalkomitee tagte im Biosphärengebiet
    Gremium der deutschen UNESCO-Biosphärenreservate besuchte das Biosphärengebiet Schwäbische Alb
     Vorstellung des Biotopverbundprojekts auf der Tonhalde in Münsingen-Buttenhausen; © Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb

    ​Das deutsche Nationalkomitee des UNESCO-Programms „Man and Biosphere“ (MAB) hat seine diesjährige Herbstsitzung im Biosphärengebiet Schwäbische Alb ausgerichtet. Neben der internen Tagung fand in der Wimsener Mühle ein regionaler Abend mit Akteuren aus dem Biosphärengebiet statt, der dem persönlichen Kennenlernen und gegenseitigen Austausch mit dem Komitee diente. Die anschließende Exkursion stellte aktuelle Projektbeispiele aus dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb vor.

    UNESCO-Biosphärenreservaten werden die drei Funktionen des Schutzes der Landschaft und der Arten, der Entwicklung und der logistischen Funktion zur Förderung von Umweltbildung und Forschung zugeschrieben. Um den Mitgliedern des MAB-Nationalkomitees zu zeigen, inwieweit diese Funktionen im Biosphärengebiet erfüllt werden, standen aktuell laufende Projekte auf dem Exkursionsprogramm.
     
    Die halbtägige Exkursion begann an der Astrid-Lindgren-Schule in Münsingen. Dort wurden exemplarisch für die Logistikfunktion erste Erfahrungen mit der Konzepterstellung und Etablierung von Biosphären-Schulen vorgestellt und erläutert. Zielsetzung des Projekts „Biosphären-Schulen“ ist es, die Kooperation mit Grundschulen zu stärken und langfristig ein Netzwerk an Biosphären-Schulen aufzubauen. Die Schulen behandeln Biosphärengebietsthemen regelmäßig im Unterricht und legen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung bei den Kindern wichtige Grundlagen für eigenverantwortliches Handeln.
     
    Bei der Hofmolkerei Schmid wurde die naturschutzorientierte Regionalmarke ALBGEMACHT als Beispiel für die Entwicklungsfunktion des Biosphärengebiets vorgestellt. Eine Gruppe von Landwirten, verarbeitenden Betrieben und Vermarktern aus dem Biosphärengebiet möchte gemeinsam Lebensmittel auf den Markt bringen, die mehr als „regional“ sind. Anhand kontrollierter Kriterien schützen die Produkte unmittelbar die Kulturlandschaften wie Streuobstwiesen und Wacholderheiden und sorgen für mehr blühende Wiesen und artenreiche Äcker. Der Produktstart ist für November 2018 geplant.
     
    Zur Verdeutlichung der Schutzfunktion des Biosphärengebiets wurden beim dritten Exkursionsstopp auf der Buttenhausener Tonhalde die Ziele sowie bereits umgesetzte und weiter geplante Biotoppflege-Maßnahmen im Rahmen des Projektes „Biotopverbund von Kalkmagerrasen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb“ vorgestellt. Mit der Aufwertung und Vergrößerung der Wacholderheiden und der Schaffung eines Netzes von kleinen „Trittstein“-Biotopen kann der Austausch von Tier- und Pflanzenarten verbessert werden. Ein wichtiger Schritt für den Erhalt von für das Gebiet charakteristischen Schmetterlingen und Heuschrecken.
     
    Abschließend gab es einen kurzen Überblick über das Projekt „Bienenstrom“, das in Kooperation mit den Stadtwerken Nürtingen durchgeführt wird. Das Projekt zielt darauf ab, mittels eines bundesweit vermarkteten Stromprodukts, Maisflächen und andere Biomasse-Reinkulturen durch Flächen mit mehrjährig blühenden Energiepflanzen zu ersetzen und zur Stromerzeugung zu nutzen. So entstanden dieses Jahr vierzehn Hektar Blühflächen, die als Lebensraum für Insekten und andere Tierarten dienen.
     
    Die Vorsitzende des MAB-Nationalkomitees Inka Gnittke resümierte zum Abschluss der Exkursion: "Es war anhand vier spannender Projekte sehr interessant für uns zu sehen, wie sich das Biosphärengebiet in den verschiedenen Arbeitsbereichen entwickelt hat und wie der Biosphärengebietsgedanke gemeinsam mit vielen Akteuren aus der Region aktiv gelebt wird."
     
    Bildunterschrift:
    Exkursion des MAB-Nationalkomitees im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Vorstellung des Biotopverbundprojekts auf der Tonhalde in Münsingen-Buttenhausen. Bild: Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb
     
    Hintergrundinformationen:
    Der Aufenthalt des Nationalkomitees vom 12. bis 14. September 2018 ist nicht Bestandteil der Evaluierung des Biosphärengebiets. Der Prozess zur Evaluierung des UNESCO-Biosphärenreservats Schwäbische Alb beginnt am 23. September 2018 mit der offiziellen Übermittlung des Berichtsentwurfs an das Nationalkomitee.
     
    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung stehen Ihnen Herr Roland Heidelberg von der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb, Telefon 07381/932938-14, oder Herr Dirk Abel, Pressesprecher, Regierungspräsidium Tübingen, Telefon 07071/757-3005, gerne zur Verfügung.