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RP Tübingen, Umwelt
  • Abteilung 5
    22.12.2014
    Regierungspräsidium Tübingen weist Naturschutzgebiet Lichternsee in Ulm aus
     Naturschutzgebiet Lichternsee in Ulm

    Mit der Unterschrift unter die Schutzgebietsverordnung durch Regierungspräsident Herrmann Strampfer ist der „Lichternsee“ in Ulm nach jahrelangen Vorarbeiten als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden. Durch Verkündigung im Gesetzblatt wird die Verordnung Anfang 2015 rechtskräftig.

     
    Das neue Naturschutzgebiet liegt an der Donau zwischen Ulm-Gögglingen und dem Industriegebiet Donautal. Es umfasst eine Fläche von 92 Hektar. Hauptbestandteile sind der Lichternsee mit seinen Ufer- und Vorlandbereichen, das Altwasser „Kleine Gronne“ sowie ein rund zwei Kilometer langer Abschnitt der Donau.
    Beim Lichternsee handelt es sich um einen ehemaligen Donau-Altarm, der in der Nachkriegszeit ausgebaggert und erweitert wurde. Insbesondere für die Vogelwelt ist das neue Naturschutzgebiet im Zusammenhang mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet „Gronne“ ein bedeutender Lebensraum. Lichternsee und Gronne sind bereits seit 2005 Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.
    Eine hohe Bedeutung kommt dem Gebiet als Überwinterungsgebiet sowie als Rast- und Nahrungsraum für Zugvögel zu. So lassen sich oft schon von der Fußgängerbrücke über See und Donau zahlreiche Wasservögel wie Knäkente, Tafelente, Reiherente, Gänsesäger und Zwergtaucher beobachten. Spezielle Brutflöße im See werden von der seltenen Flussseeschwalbe genutzt. An vegetationsarmen Steilwänden des Donauzuflusses brütet regelmäßig der Eisvogel. Nur selten anzutreffen, als bedrohte Arten aber besonders bemerkenswert, sind Wasserralle, Bekassine und Rohrschwirl.
    Für diese und weitere, an Gewässer gebundene Vogelarten, sollen wichtige Lebens- und Rückzugsräume erhalten und entwickelt werden wie etwa strukturreiche und möglichst ungestörte Gewässerufer mit Röhricht, Hochstauden und Weidengebüschen sowie offene Wasserflächen. Auch seltene Amphibien, Libellen und Tagfalter sowie eine artenreiche Fischfauna sind Schutzzweck des neuen Naturschutzgebietes und werden künftig besonders gefördert.
    Aufgrund der Bedeutung des Gebiets für die Naherholung wurde die Ulmer Bevölkerung sehr frühzeitig und weit über das gesetzlich gebotene Maß hinaus in das Verfahren für die Schutzgebietsausweisung einbezogen. Die Stadt Ulm unterstützte das Vorhaben von Anfang an und brachte einen Großteil der Flächen ein. Mit den privaten Anrainern und Nutzergruppen, insbesondere aus Fischerei, Jagd und Landwirtschaft wurden intensive Gespräche geführt, um Nutzung und Naturschutz zu vereinbaren.
    Im Ergebnis wird der Lichternsee der Ulmer Bevölkerung auch weiterhin für die Naturerholung zur Verfügung stehen. Mit Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt werden die Besucher auf vorhandene Wege gelenkt. Einige ufernahe Flächen sind jedoch vom Wegegebot ausgenommen, im Norden des Lichternsees bleibt zudem das Baden erlaubt. Auch die Angelfischerei ist an vielen Uferabschnitten weiterhin möglich. Bei der Erholungsnutzung ist aber besondere Rücksicht auf Brut- und Rastvögel zu nehmen, so besteht z.B. eine Leinenpflicht für Hunde.
    Der Verordnungstext und die Schutzgebietskarte werden beim Regierungspräsidium Tübingen und der Stadt Ulm für die Dauer von zwei Wochen nach der Verkündung zur kostenlosen Einsichtnahme ausgelegt; diese werden auch bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz in das elektronische Schutzgebietsverzeichnis gestellt.

    Bildunterschrift:
    Das Naturschutzgebiet Lichternsee in Ulm.

    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Steffen Fink, Pressereferent, Telefon: 07071/757-3076, gerne zur Verfügung.