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RP Tübingen, Umwelt
  • Abteilung 5
    27.01.2015
    Große Umweltzone in Reutlingen und Eningen unter Achalm ab 1. Februar 2015
    In Reutlingen und Eningen unter Achalm dürfen dann nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren – Szenarien werden entwickelt, um den Luftreinhalteplan Reutlingen weiter fortzuschreiben

    In der dritten Fortschreibung des Luftreinhalteplans Reutlingen hat das Regierungspräsidium Tübingen eine Erweiterung der Umweltzone auf das gesamte Stadtgebiet unter Einbeziehung der Bundesstraßen sowie des Gemeindegebiets Eningen unter Achalm festgelegt. Die Fortschreibung des Luftreinhalteplans ist rechtskräftig – die Erweiterung der Umweltzone wird nun zum 1. Februar 2015 umgesetzt.

    Obwohl die endgültigen Daten für 2014 noch nicht vorliegen, ist davon auszugehen, dass der Immissionsgrenzwert für Feinstaub (PM10) im Jahr 2014 in der Lederstraße zum ersten Mal eingehalten wurde. Doch der Immissionsgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) wird weiterhin deutlich überschritten – bis fast zum Zweifachen des erlaubten Grenzwertes (über 70 µg/m³ gemessen im Jahr 2014 bei einem Grenzwert von 40 µg/m³).
    Um die Luftqualität weiter zu verbessern und auf eine Einhaltung der europäischen Grenzwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit hinzuwirken, wurden deshalb in der dritten Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Reutlingen weitere Maßnahmen festgelegt. Die am 28. Oktober 2014 in Kraft getretene dritte Fortschreibung des Reutlinger Luftreinhalteplans legt die Erweiterung der Umweltzone auf das gesamte Reutlinger Stadtgebiet einschließlich aller Stadtbezirke sowie der Bundesstraßen (B28, B312, B313 und B464) unter Einbeziehung des Gemeindegebiets Eningen unter Achalm in die Umweltzone fest. Ab 1. Februar 2015 dürfen dort nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren.
    Die Hauptquelle für Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastungen ist der Straßenverkehr. Daher hatte die dritte Fortschreibung des Luftreinhalteplans Reutlingen in erster Linie die Reduzierung der Verkehrsemissionen zum Ziel. Gutachten belegen, dass sich durch die große Umweltzone beispielsweise NO2-Immissionsminderungen von bis zu 6% ergeben.
    Trotzdem reichen die aktuell festgelegten Maßnahmen einschließlich der Entlastungswirkung des Scheibengipfeltunnels voraussichtlich nicht aus, um den gesetzlich vorgegebenen Grenzwert für Stickstoffdioxid in Reutlingen überall sicher einzuhalten. Aus diesem Grund wird die Luftreinhalteplanung für Reutlingen intensiv fortgesetzt und zukünftig auf eine neue Basis gestellt. Im Rahmen mehrerer Szenarien werden weiterführende Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in Reutlingen ergebnisoffen untersucht und hinsichtlich ihrer Wirkung und Realisierbarkeit bewertet. Dabei sollen auch Durchfahrtsbeschränkungen für den LKW-Verkehr in Reutlingen untersucht und bewertet werden. In der jetzigen dritten Fortschreibung wird deshalb von einer Umsetzung des im Rahmen der Fortschreibung des Luftreinhalteplans untersuchten LKW-Verbots in der Karl- und Eberhardstraße zunächst abgesehen.
    Zur Vermeidung von Härtefällen kann in besonders begründeten Fällen eine Ausnahme für Kfz mit gelber Plakette für die Einfahrt in die Umweltzone erteilt werden. Weitere Information dazu sind auf den Internetseiten des Landratsamtes Reutlingen zu finden.
    Alle Informationen zur dritten Fortschreibung des Luftreinhalteplans Reutlingen stehen im Internet unter http://www.rp-tuebingen.de zur Verfügung. Hinweise zum Erwerb von Feinstaubplaketten und zu Ausnahmen bei Härtefällen stellt das Landratsamt Reutlingen im Internet unter http://www.kreis-reutlingen.de bereit. Außerdem bietet das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg weitere Informationen zu Umweltzonen und zur Ausnahmekonzeption im Internet unter
    http://mvi.baden-wuerttemberg.de/de/mensch-umwelt/luftreinhaltung/umweltzonen-und-lkw-durchfahrtsverbote/ an.

    Hinweis für die Redaktionen
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Carsten Dehner, Pressereferent, Tel.: 07071 757-3080, gerne zur Verfügung.