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Uferrenaturierung des Bodensees im Bereich des Landungssteges Kressbronn
Uferrenaturierung Kressbronn

Uferrenaturierung Kressbronn

Uferrenaturierung des Bodensees im Bereich des Landungssteges Kressbronn

Lageplan Kressbronn

Aktueller Stand 27.02.2018

 

Am 26.02.2018 wurden im östlichen Renaturierungsbereich drei Bäume, die für die Umsetzung der Maßnahme entfernt werden müssen, markiert und zwei davon bereits gefällt. Auf entsprechende Anträge von Anwohnern hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) in einer Eilentscheidung am gestrigen Nachmittag die aufschiebende Wirkung des Rechtsmittels gegen die an diese gerichteten Duldungsverfügungen des Landratsamts einstweilen wieder hergestellt. Dies bedeutet, dass eine Umsetzung der Maßnahmen auf diesen Grundstücken gegen den Willen der Eigentümer momentan nicht möglich ist. Eine abschließende Entscheidung des VGH zur Umsetzbarkeit der Maßnahme auf den Privatgrundstücken steht noch aus. Die grundsätzliche Rechtmäßigkeit der planfestgestellten Uferrenaturierungsmaßnahme steht dabei nicht mehr zur Diskussion. Streitpunkt sind insbesondere die Voraussetzungen, die für die Inanspruchnahme der Privatgrundstücke erforderlich sind.

Stand (26.02.2018)

Das Verwaltungsgericht Sigmaringen hat die noch offenen Anträge auf Erlass von einstweiligen Anordnungen zur Aussetzung der Bauarbeiten abgelehnt. Die Duldungsverfügungen, mit denen das Landratsamt angeordnet hat, dass die Umsetzungsmaßnahmen hinzunehmen sind, sind vollziehbar. Damit kann die Renaturierung nun umgesetzt werden.
 
Nach der Abstimmung mit der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt Bodenseekreis, der Gemeinde Kressbronn und dem Institut für Seenforschung am 23.02.2018 sind folgende Umsetzungsschritte vorgesehen:
 
I. Umsetzung des Vorhabens im Osten (vom Landungssteg bis zur bayerischen Landesgrenze)
Im östlichen Renaturierungsbereich lassen die Rahmenbedingungen eine komplette Umsetzung noch in dieser Niedrigwasserphase zu. Insofern werden noch vor Beginn der Baumschutzzeit am 01.03. im östlichen Bereich alle Bäume, die für die Umsetzung der Maßnahme entfernt werden müssen, gefällt. Die Bäume, deren Erhalt noch nicht gesichert gewährleistet werden kann, bleiben einstweilen stehen. Diese müssen ggf. im Zuge der weiteren Umsetzung der Maßnahme entfernt werden. Es ist vorgesehen mit den Baumfällarbeiten ab 26.02. zu beginnen. Im Anschluss werden die baulichen Anlagen, die zur Entfernung anstehen, abgebrochen und dann die Ufermodellierungen und die Übergänge zu den privaten Grundstücke hergestellt. Da diese Arbeiten ausschließlich im Uferbereich stattfinden, stehen die aktuellen Wasserstände dem nicht entgegen. Sofern es zu keinen weiteren Unterbrechungen kommt, werden die Arbeiten bis zum prognostizierten weiteren Anstieg des Wasserspiegels im Frühjahr (ca. Ende April 2018) abgeschlossen werden können.
 
II. Umsetzung des Vorhabens im Westen (vom Seepark bis zum Landungssteg)
Die außergewöhnlich hohen Wasserstände lassen die Herstellung des Böschungsfußes und die flächigen Anschüttungen zur Herstellung des renaturierten Uferbereichs im westlichen Bereich bis auf weiteres nicht zu. Außerdem erlauben die bisherigen Daten aus den Bodenaufschlüssen keine verlässliche Bewertung der Stabilität des Baugrunds. Insofern kann im Westen eine Umsetzung der Renaturierungsmaßnahme derzeit nicht erfolgen. Mit dem Planfeststellungsbeschluss vom 07.12.2001 wurde auch die Entfernung von zahlreichen illegalen Anlagen (z. B. Stege, Slipanlagen) im westlichen Renaturierungsabschnitt verfügt. Die Entfernung dieser illegalen Anlagen hätte auch unabhängig von einer Renaturierung erfolgen müssen und entspricht den Vorgaben des Bodenseeuferplans. Insofern wird ab Mitte der KW 9 auch mit den Abbrucharbeiten dieser Anlagen begonnen. Zum Schutz der eventuell im Bereich der Abbrucharbeiten vorhandenen Groppen werden die erforderlichen Maßnahmen getroffen.
 
III. Sonstiges weiteres Vorgehen
Um für den westlichen Bereich der Renaturierung gesicherte Aussagen über den Baugrund und evtl. zu befürchtende Setzungen auf Anliegergrundstücken zu bekommen und – soweit erforderlich – geeignete Sicherungsmaßnahmen einplanen zu können, werden durch die Baugrundsachverständigen zunächst weitere aussagekräftige Bohrpunkte identifiziert und nach Abschluss der Bohrungen ausgewertet. Die bisher vorliegende Einschätzung des Sachverständigen zum Baugrund ist eine Prognose auf der Grundlage nur weniger verfügbarer Bodenkennwerte und unter Zugrundelegung eines Rechenmodells, dem viele Annahmen zu Grunde gelegt werden. Entsprechend groß ist die Bandbreite bei der möglichen Interpretation der Ergebnisse, die bislang zum bestmöglichen Schutz der Anliegergrundstücke mit hohen Sicherheitszuschlägen versehen sind. Setzungserscheinungen im Bereich des Seegrunds und im Uferbereich selbst sind unter dem Gesichtspunkt der Gewässerökologie unproblematisch. Selbstverständlich müssen aber negative Auswirkungen auf Anliegerbebauung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden können. Die Bauarbeiten werden selbstverständlich so abgewickelt, dass es zu möglichst geringen Belästigungen für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Bürgerschaft von Kressbronn kommt. Ein Ansprechpartner des Regierungspräsidiums bzw. des beauftragten Planungsbüros wird regelmäßig vor Ort sein.
Die Bodengutachten des westlichen und östlichen Bereichs stehen online zur Verfügung.
 

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Hintergrund

Seit den 1980er Jahren wird sich in der Gemeinde Kressbronn gemeinsam mit den Behörden Gedanken gemacht, wie eine Verbesserung des ökologischen Zustands und eine optimierte Zugänglichkeit der Menschen ans Bodenseeufer erfolgen kann. So haben massive Uferbefestigungen und –mauern, aber auch zahlreiche Hafen- und Steganlagen sowie andere Eingriffe dazu geführt, dass einige Uferabschnitte stark durch Menschenhand verändert sind. Damit einher geht eine Beeinträchtigung der Wasserwechselzone (Bereich in dem der Wasserstand häufig wechselt).

Gleichzeitig ist an vielen Stellen die Verbindung mit dem Hinterland unterbrochen; eine Durchgängigkeit zwischen den aquatischen und terrestrischen Lebensräumen besteht damit nicht mehr oder nur noch stark eingeschränkt.

Weitere Informationen

Ausführungsplanung


Planfeststellung


Antragsunterlagen auf eine wasserrechtliche Ausbaugenehmigung für die Bodenseeuferrenaturierung vor der Ortslage Kressbronn

Gerichtsurteile

Petition

Weitere Informationen

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Hintergrund

Regierungspräsidium Tübingen

Referat 53.2

Murat Aydin
Landesbetrieb Gewässer
Neckar-Bodensee
Telefon 0751 806-1909
0751 806-1933
E-Mail murat.aydin@rpt.bwl.de

Glossar

Eine neue Auflage des Glossars folgt in Kürze