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  • Abteilung 9
    07.12.2017
    7.12.2017 | VERKEHRSTELEMATIK: Winterliche Straßenverhältnisse - wie reagieren die Verkehrsbeeinflussungsanlagen darauf?
     Winterliche Straßenverhältnisse, © Petair, Stock.adobe, Fotolia

    ​In den letzten Wochen kam es immer wieder zu Fragen, wie die Verkehrsbeeinflussungsanlagen an Autobahnen geschaltet werden und wieso bei winterlichen Straßenverhältnissen keine Geschwindigkeitsbeschränkung angezeigt wird.

    Grundsätzlich richtet die Landesstelle für Straßentechnik am Regierungspräsidium Tübingen die Verkehrsbeeinflussungsanlagen mit einem Programm ein, das die Verkehrszeichen auf der Grundlage der erhobenen Daten aus dem Verkehrsaufkommen und den Witterungsverhältnissen automatisch errechnet und anzeigt. Ziel ist eine Verbesserung der Verkehrssicherheit und die Harmonisierung des Verkehrsaufkommens. Grundlage für die Programmierung ist eine Anordnung der zuständigen Verkehrsbehörde (Referate 46 der Regierungspräsidien).

    Beim Auftreten von Glätte, die nicht von den Sensoren erkannt wird, handelt es sich allerdings um einen Sonderfall, der nicht automatisch im Programm geschaltet werden kann und für den eine manuelle Schaltung erforderlich ist. Sie wird getätigt, wenn vor Ort durch die Polizei oder die Autobahnmeisterei entsprechende Ereignisse festgestellt und verkehrsrechtlich angeordnet werden. Der Übergang von der automatischen Steuerung zur manuellen Sonderschaltung setzt auf jeden Fall eine solche Anordnung voraus.

    In den letzten Tagen kam es nun zum Auftreten von Glätte. An den Verkehrsbeeinflussungsanlagen wird dann auf Anordnung der Polizei  der Hinweis „Glätte“ geschaltet. Gleichzeitig wird aber in der Regel keine maximal zulässige Geschwindigkeit an den Verkehrsbeeinflussungsanlagen angezeigt, da hier je nach Fahrmanöver und aktueller Situation die gefahrlos zu fahrende Geschwindigkeit nicht einheitlich festgelegt werden kann. In diesen Fällen muss der Verkehrsteilnehmer gemäß der Straßenverkehrsordnung seine Fahrweise den herrschenden Witterungs- und Verkehrsverhältnissen eigenverantwortlich anpassen.

    Die Straßenverkehrsbehörde (Referate 46 in den Regierungspräsidien) betont aber, dass grundsätzlich alle geschalteten Hinweise von den Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern zu beachten sind – auch wenn sie vermeintlich nicht zutreffen.

    Ein Tempolimit bei anscheinend freier Fahrt kann beispielsweise durch den Lärmschutz begründet sein. Bei einer scheinbar freien Autobahnbaustelle kann aus Sicherheitsgründen eine Reduzierung der Geschwindigkeit angeordnet werden, wenn beispielsweise die Mittelschutzplanke durch einen Unfall so beschädigt sind, dass die Rückhaltwirkung beeinträchtigt ist. Ein nächtliches LKW-Verbot bei geringem Verkehrsaufkommen kann bestehenden Brückenschäden geschuldet sein. Ein vermeintlich fehl geschalteter Hinweis ist für die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer also eventuell nicht immer sofort nachvollziehbar – umso wichtiger ist es aber, dass dieser beachtet wird.

    Haben Sie weitere Fragen zur Schaltung von Verkehrsbeeinflussungsanlagen, dann finden Sie in unserem Internetangebot weitere Informationen 

    Bild: Winterliche Straßenverhältnisse © Petair, stock.adobe , Fotolia