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  • Abteilung 5
    17.08.2018
    17.08.2018 | NATURA 2000 - EUROPA VOR DER HAUSTÜRE | II. Farbenfroher Gaukler der Lüfte: die Spanische Flagge...zu sehen im Deggenhauser Tal

    Europa vor der Haustür!
    Gehen Tiere und Pflanzen „auf Reisen“ machen sie grundsätzlich nicht an Landesgrenzen Halt. Ihre Verbreitung wird durch natürliche Voraussetzungen bestimmt – und diese sind oft in großräumigem Verbund, über Ländergrenzen hinweg gegeben.  Vor 26 Jahren wurde deshalb bereits ein Programm ins Leben gerufen, das die wildlebenden Pflanzen und Tiere Europas länderübergreifend in den Blick nimmt und ihren Bestand durch einen Europaweiten Lebensraumverbund sichern will: Natura 2000.
    Ziel des zusammenhängenden Netzes europäischer Schutzgebiete soll es sein, zum einen die Arten gerade auch dort zu schützen, wo sie typisch und die Populationen noch intakt sind, um so zu ihrer Arterhaltung beizutragen. Zum anderen sollen über den Lebensraumverbund hinaus bereits gefährdete Vorkommen wieder belebt werden.
    Noch eine Besonderheit des Programms gegenüber den bestehenden, nationalen Schutzgebietsausweisungen ist, dass die Gebiete weiterhin möglichst naturverträglich bewirtschaftet werden. Fachplanungen, die sogenannten Managementpläne legen fest, welche Ziele für den Artenschutz in den Natura 2000-Gebieten erreicht werden sollen und welche Maßnahmen dafür geeignet sind. Der Weg dahin aber wird eng mit den Bewirtschaftern abgestimmt. 17,4 Prozent der Landesfläche sind in dieses Schutzgebietsnetz aufgenommen. Und auch in unserer Region gibt es viele wildlebende Arten, die vom europaweiten Schutzgebiet profitieren – drei typische Tierarten, die man in diesen Wochen gut beobachten kann, stellen wir Ihnen heute vor.


    II. Farbenfroher Gaukler der Lüfte: die Spanische Flagge
    Mit der plakativen schwarz-weißen Zeichnung auf den Deckflügeln und den rot aufleuchtenden Unterflügeln ist die „Spanische Flagge“ (Euplagia quadripunctaria) wohl eine der auffälligsten Arten, die unter den europaweiten Schutz des grenzüberschreitenden Lebensraumverbunds Natura 2000 gestellt ist. Von Juli bis August ist die Chance groß, den flugfreudigen Falter, der eine stattliche Flügelspannweiten bis gut 5 Zentimeter erreichen kann, bei der Partner- und Nahrungssuche in der Natur zu beobachten. Und das ist auch die Besonderheit des Falters: Im Gegensatz zu anderen Nachtfaltern ist er tagaktiv und fliegt vornehmlich in den Morgen- und Abendstunden.
    Dabei wechseln die Falter zwischen verschiedenen Lebensräumen – so sind sie an vielen Orten, an trockenen sonnigen Hängen und lichten Waldsäumen, an feuchten Ufern und in halbschattigen Schluchten anzutreffen. Hauptsache die Flora ist blütenreich. An heißen Tagen suchen sie in der Mittagszeit bevorzugt kühlere Orte auf, beispielsweise Staudenfluren an Bachsäumen, wo sie den Wasserdost, ihre Lieblings-Nektarpflanze, finden.
    Halten Sie den Fotoapparat griffbereit bei sommerlichen Ausflügen am Albtrauf oder auf der Alb. Oder gehen Sie einmal direkt ins Deggenhauser Tal, dem südlichen Ausläufer des Verbreitungsgebiets innerhalb des Regierungsbezirks. Mit seiner kleinräumigen Lebensraumvielfalt ist dieses Tal ein idealer Lebensraum der schönen Luftgaukler – vielleicht gelingt Ihnen hier sogar Ihr schönstes Urlaubsfoto.

    Foto: Spanische Flagge | Copyright: Regierungspräsidium Tübingen, Dr. Thomas Bamann