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  • Abteilung 7
    07.09.2018
    Die Schulen im Regierungsbezirk Tübingen sind bereit für das neue Schuljahr
    Lehrereinstellung leicht über dem Vorjahres-Niveau

    ​Örtliche Engpässe in der Unterrichtsversorgung

    Sprachförderung für Zuwanderer und Flüchtlinge wird ausgebaut
     
    Schülerentwicklung zum Schuljahr 2018/19
    Im kommenden Schuljahr 2018/19 werden an den öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk Tübingen 229.070 Schülerinnen und Schüler von 19.178 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. In den Grundschulen werden 62.157 Schüler erwartet (2017/18: 61.982), in den Werkreal- und Hauptschulen 8.899 (2017/18: 10.769), in den Realschulen 30.824 (2017/18: 31.440), in den Gemeinschaftsschulen 16.129 (2017/18: 13.725), in den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren 5.089 (2017/18: 4.910) und an den allgemein bildenden Gymnasien 44.262 (2017/18: 45.078). An den Beruflichen Schulen im Regierungsbezirk rechnet das Regierungspräsidium Tübingen mit 61.710 Schülern (2017/18: 62.811).
    Gegenüber dem Vorjahr (2017/18: 230.715) bedeutet das einen leichten Rückgang der Gesamtschülerzahl um 0,7 %. In den Grundschulen und an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren ist die Schülerzahl geringfügig angestiegen. Die im Aufbau befindlichen Gemeinschaftsschulen können ihre Schülerzahl im Vergleich zum Vorjahr steigern (2017/18: 13.725; + 17 %). Die Eingangsklassen der Gemeinschaftsschulen (Klasse 5) in drei Landkreisen verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Anmeldungen, so dass insgesamt die Schülerzahl in den Eingangsklassen von 2.675 auf 2.844 Schülerinnen und Schüler (+ 6,3 %) steigt.
     
    Lehrereinstellung zum Schuljahr 2018/19
    Die Zahl der Neueinstellungen bei den Lehrerinnen und Lehrern ist mit 682 neuen Beschäftigungsverhältnissen nach wie vor auf einem hohen Niveau (Vorjahr 2017: 654). Im Bereich der öffentlichen Grundschulen und Primarstufen der Gemeinschaftsschulen sind 182, an Haupt- und Werkrealschulen 17, an Gemeinschaftsschulen (Sekundarstufe) 79, den Realschulen 130 und an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren 24 Neueinstellungen vorgesehen.
    Bei der Lehrereinstellung sind im Regierungsbezirk deutliche regionale Unterschiede festzustellen. Während der Bodenseekreis und die Landkreise Ravensburg, Reutlingen und Tübingen bei den jungen Lehrkräften als Standort beliebt sind und deshalb gut mit Lehrkräften versorgt werden können, gestaltet sich die Versorgung der Schulen im Alb-Donau-Kreis, in den Landkreisen Biberach und Sigmaringen, sowie im Zollernalbkreis mühsamer.
    Im Bereich der Grund-, Haupt-, Werkreal- und Gemeinschaftsschulen steht dem gestiegenen Einstellungsbedarf auch in diesem Jahr eine geringere Zahl von Bewerbern gegenüber, so dass nicht alle Stellen besetzt werden konnten. Zu Beginn des Schuljahres 2018/19 sind im Regierungsbezirk Tübingen deshalb 61 Lehrerstellen an Grundschulen (inklusive Primarstufe der Gemeinschaftsschulen), 16 Stellen an Haupt- und Werkrealschulen sowie sieben Stellen für Gymnasiallehrer an Gemeinschaftsschulen nicht besetzt.
     
    Um den Mangel an Grundschullehrkräften mindern zu können, hat das Kultusministerium das Konzept zur Einstellung von Gymnasiallehrern für den Dienst an Grundschulen in diesem Jahr überarbeitet. Es wurden zusätzliche Anreize für die Bewerberinnen und Bewerber geschaffen, so dass sich beim Regierungspräsidium Tübingen bis zum Schuljahresbeginn elf gymnasiale Lehrkräfte gemeldet haben, die zum Schuljahr 2018/19 den Dienst an einer Grundschule aufnehmen werden.
    In den Landkreisen, in denen nicht alle Lehrerstellen besetzt werden konnten, wird - um die Unterrichtsversorgung zu verbessern - verstärkt weiteres Personal gesucht. Die Schulverwaltung stellt hier ausnahmsweise und befristet auch Bewerberinnen und Bewerber ein, die nicht über eine grundständige Lehramtsausbildung verfügen. So konnten für den Unterricht in den Vorbereitungsklassen zur Sprachförderung von schulpflichtigen Zuwanderern und Flüchtlingen an allgemeinbildenden wie beruflichen Schulen (dort: VABO-Klassen) vielerorts Hochschulabsolventen mit einer Qualifikation „Deutsch als Fremdsprache“ gewonnen werden. Als Vertretungslehrkräfte werden auch andere akademische Absolventen wie beispielsweise Diplom-Biologen oder Diplom-Sportlehrer eingesetzt. Außerdem Lehrkräfte, die ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen haben. Weiterhin hat sich eine größere Zahl pensionierter Lehrkräfte entschlossen, nochmal stundenweise an den Schulen auszuhelfen. Im kommenden Schuljahr wird trotz aller Bemühungen mit Engpässen in der Lehrerversorgung zu rechnen sein, da weitere beispielsweise krankheitsbedingte Ausfälle wegen des landesweiten Lehrermangels nur bedingt aufgefangen werden können.
    Grundsätzlich können sich auch Lehrkräfte aus dem Ausland entsprechend ihrer Qualifikationen und Fächer für eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst bewerben. Voraussetzung dafür ist ein positiv abgeschlossenes Anerkennungsverfahren der ausländischen Studienabschlüssen, das für ganz Baden-Württemberg am Regierungspräsidium Tübingen durchgeführt wird.
     
    Die Unterrichtsversorgung an den Realschulen im Regierungsbezirk Tübingen ist gut. Hier können auch ergänzende Angebote gemacht werden.
    Die Lehrerversorgung der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren im Regierungsbezirk ist insofern zum Schuljahresbeginn weitestgehend  gesichert, als über befristete Arbeitsverträge und Deputatserhöhungen bereits einige Mangelbereiche abgedeckt werden konnten.
    Im Bereich der Gymnasien konnten in diesem Jahr nur 46 Lehrkräfte neu eingestellt werden. Die Unterrichtsversorgung an den Gymnasien im Regierungsbezirk ist gut. Fachspezifische Mängel bestehen in die Fächern Bildende Kunst und Physik. Kleinere fachspezifische Engpässe gibt es noch in den Fächern Mathematik und Chemie.
     
    Für die beruflichen Schulen wurden im Regierungsbezirk Tübingen bisher 119 (Vorjahr: 138) Lehrkräfte unbefristet eingestellt. Vor allem für die sprach- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer konnten erneut zahlreiche Gymnasiallehrkräfte für berufliche Schulen gewonnen werden, die dazu beitragen, die Unterrichtsversorgung zu stabilisieren. Fachspezifische Engpässe bestehen aufgrund von Bewerbermangel weiterhin in einigen beruflichen Fächern wie Pflege oder Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, sowie in einigen Regionen in Betriebswirtschaftslehre. Zunehmend schwierig gestaltet sich die Gewinnung von Technischen Lehrkräften (Meister, Techniker) zur Erteilung des fachpraktischen Unterrichts, da für potentielle Bewerberinnen und Bewerber aufgrund der seit Jahren sehr guten konjunkturellen Lange attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten in der freien Wirtschaft bestehen. Zudem gibt es auch an den beruflichen Schulen fachspezifische Engpässe in naturwissenschaftlichen Fächern. Es wird erwartet, dass sich die Unterrichtsversorgung bei den beruflichen Schulen auf dem Vorjahresniveau bewegt.
     
    Die Schülerzahlen der Vorbereitungsklassen zur Sprachförderung von schulpflichtigen Zuwanderern und Flüchtlingen an den allgemein bildenden Schulen im Regierungsbezirk Tübingen sind rückläufig. Im Schuljahr 2018/19 besuchen 1.793 Schüler dort eine Vorbereitungsklasse (Vorjahr: 3.042). An den beruflichen Schulen werden im Schuljahr 2018/19 nur noch 43 VABO-Klassen (Vorbereitungsjahr Arbeit/Beruf mit dem Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen) für Zuwanderer und Flüchtlinge erwartet (Vorjahr: 67). Dagegen wird die Zahl der Zuwanderer und Flüchtlinge, die in regulären Klassen (z.B. Berufsfachschule. Berufsschule) beschult werden, voraussichtlich steigen. Um diese Schülerinnen und Schüler weiterhin beim Spracherwerb zu unterstützen und so ihre Integration zu fördern, werden ca. 90 Sprachförderkurse eingerichtet. In diesen Kursen werden ergänzend zur jeweiligen Stundentafel des angebotenen beruflichen Bildungsganges bis zu vier Stunden Deutsch pro Woche unterrichtet. Sprachförderkurse werden niveaudifferenziert gebildet.

    Hinweis an die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Dr. Stefan Meißner, Pressesprecher für Schule und Bildung, unter Telefon 07071 757-2137 zur Verfügung.
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