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  • Abteilung 11
    10.03.2020
    Cadmium und Blei in Modeschmuck
    Grenzwerte bei zehn Prozent der Schmuckstücke tausendfach überschritten – insbesondere Onlinehandel betroffen
     Armreif; © Regierungspräsidium Tübingen - Mathias Härig



    Das Regierungspräsidium Tübingen, zuständig für die Marktüberwachung in ganz Baden-Württemberg, hat im Rahmen einer Schwerpunktaktion 500 Modeschmuckstücke auf die Schwermetalle Blei und Cadmium überprüft. Dabei wurden in zehn Prozent der Fälle extrem hohe Cadmiumkonzen-trationen zwischen 30 und 95 Prozent in den metallischen Teilen der Schmuckstücke ermittelt. Dies entspricht einer bis zu 9.500fachen Grenzwertüberschreitung. Größtenteils handelte es sich hier um Schmuck aus dem Onlinehandel. Die beanstandeten Produkte wurden vom Markt genommen.

    Preisgünstiger Modeschmuck – bequem im Internet bestellt – ist ein beliebtes Geschenk, gerade unter jungen Menschen. Damit das Tragen dieser kleinen Kostbarkeiten ausschließlich Freude bereitet, wurden europaweit strenge Grenzwerte für Blei und Cadmium in Schmuck zum Schutz von Mensch und Umwelt festgelegt.

    Die Abteilung Marktüberwachung des Regierungspräsidiums Tübingen hat in einer Schwerpunktaktion 500 Schmuckstücke von 18 Händlern aus dem Präsenz- und Onlinehandel genauer unter die Lupe genommen. 68 Produkte wurden durch die Marktüberwachung bemängelt. Bei einem großen Onlinehändler, bei dem alleine 150 Schmuckstücke überprüft wurden, betraf dies sogar 35 Prozent der dort kontrollierten Produkte.

    Im Ergebnis wurden in den metallischen Teilen des Schmucks Blei in Konzentrationen bis zu 30 Prozent (600fache Grenzwertüberschreitung) und Cadmium bis zu 95 Prozent (9.500fache Grenzwertüberschreitung) festgestellt. Bei 50 Schmuckstücken – und damit einem sehr großen Anteil – wurden extrem hohe Cadmiumkonzentrationen über 30 Prozent ermittelt.

    „Bei diesen Werten trägt die Verbraucherin und der Verbraucher beinahe pures Cadmium um den Hals oder am Ohr“ so Regierungspräsident Klaus Tappeser. „Die Marktüberwachung Baden-Württemberg überprüft jährlich zahlreiche Produkte und Güter auf ihre Sicherheit, um Mensch und Umwelt vor negativen Auswirkungen zu schützen.“

    Bei Mängeln am Modeschmuck stellten die Händler den Verkauf unverzüglich ein. Im Onlinehandel wurden die betroffenen Angebote sofort gelöscht. Der Onlinehändler, der mit einer Beanstandungsquote von 35 Prozent massiv betroffen war, führte einen freiwilligen Rückruf durch. Sofern der Vorlieferant oder Schmuckhersteller außerhalb Baden-Württembergs ansässig war, hat das Regierungspräsidium Tübingen auch die dort örtlich zuständigen Behörden eingeschaltet. In einigen Fällen erstattete die Marktüberwachung Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft.

    Die Marktüberwachung empfiehlt Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich im Zweifel an den Händler zu wenden, von dem sie das Schmuckstück erworben haben oder erwerben wollen.

    Hintergrundinformationen:
    Die Abteilung Marktüberwachung des Regierungspräsidiums Tübingen hat die landesweite Aufgabe, die Produkt- und Chemikaliensicherheit bei Verbraucherprodukten, Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen, Chemieerzeugnissen und Bauprodukten zu überwachen. Ziel ist es dabei, die Verbraucherinnen und Verbraucher vor unsicheren Produkten zu schützen und möglichen Wettbewerbsverzerrungen bei Wirtschaft und Industrie entgegen zu wirken.

    Mit der europäischen REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) gelten für das Inverkehrbringen von Schmuck seit Dezember 2011 strenge Grenzwerte für den Einsatz von Cadmium und seit Oktober 2013 für Blei. Werden die Grenzwerte von 0,01 Gewichtsprozent für Cadmium und 0,05 für Blei in neuem Schmuck überschritten, darf er nicht verkauft werden.

    Cadmium wird bei der Schmuckherstellung hauptsächlich als Komponente in Legierungen, in Loten oder in galvanischen Beschichtungen eingesetzt. Für den Einsatz in Verbindung mit Silber dient es zur Härtung und zu einer leichteren und damit kostenwirksameren Verarbeitung von Silberlegierungen.

    Blei kann beispielsweise über Weißmetalle in Schmuck eingetragen werden, die als Legierung in höheren Anteilen Nickel, Blei und Zinn enthalten.

    Fotos: Modeschmuck zur Prüfung auf Cadmium und Blei; © Regierungspräsidium Tübingen, Mathias Härig.

    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Frau Rochner, Pressesprecherin, Tel.: 07071/757-3131, gerne zur Verfügung.

Symbolbild, Bacho Foto - Fotolia 

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