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  • Abteilung 5
    18.03.2020
    Schwäbischer „Urwald“ hat wieder nasse Füße
    Dauerhafte Ausleitung der Iller zur Vernässung der Illerauen bei Senden im Rahmen der „Agilen Iller“ fertiggestellt
     Neues Schachtbauwerk mit vernässter Illeraue; Fotografie: Armin Lutz, Regierungspräsidium Tübingen

    ​Das Gemeinschaftsprojekt „Agile Iller“ verfolgt das Ziel, die Iller wieder in einen attraktiven Lebensraum zu verwandeln. Zu diesem zählen nicht nur die Iller selbst, sondern auch die sie begleitenden Auen. Die nun erneuerte dauerhafte Ausleitung am westlichen Ufer der Iller am Ayer Wehr ist aus naturschutzfachlicher Sicht eine zwingend notwendige Maßnahme zum Erhalt des FFH-Gebiets „Untere Illerauen“.

    Die Illerauen leiden seit Jahren unter der zunehmenden Trockenheit, viele ehemals vernässte Bereiche des hochwertigen Auwaldes sind in den vergangenen Jahren aufgrund der rückläufigen Niederschläge im Sommerhalbjahr und der fortschreitenden Eintiefung der Iller trockengefallen.

    Um den besonders geschützten Lebensraum zu erhalten, wurde nun in nur knapp zwei Wochen von einer externen Firma die defekte und funktionslose Ausleitung in Höhe des Ayer Wehrs am linken Ufer der Iller durch eine neue ersetzt. Die Ausleitung in die Untere Illerauen ist dabei eine von 59 Maßnahmen aus dem Arbeitsprogramm AGILE ILLER der Länder Bayern und Baden-Württemberg. Die Baukosten in Höhe von 110.000 Euro werden von den Ländern Bayern und Baden-Württemberg gemeinsam getragen, die Umsetzung erfolgte durch das Regierungspräsidium Tübingen.

    „Sehr erfreulicher ist die Sicherung und Weiterentwicklung der dauerhaften Ausleitung am Ayer Wehr“, so Bernd Kurus-Nägele, Geschäftsführer der Kreisgruppe Neu-Ulm des BUND Naturschutz in Bayern e. V.. Der gesamte nördlich angrenzende Auwald und die dort vorhandenen, vielfältigen Altarmstrukturen werden somit wieder großflächig vernässt. Die seltenen Lebensraumtypen eines wirklich feuchten Auwaldes mit Röhrichtbereichen und kleinräumigen Weichholzbeständen sind gesichert.

    „Die vernässten Altarmbereiche stellen hochwertige Lebensräume für eine Vielzahl geschützter Tier- und Pflanzenarten dar“, zeigt sich Peter Faigle, Projektleiter des Arbeitsprogramms AGILE ILLER beim Regierungspräsidium Tübingen, begeistert. Gerade im Frühjahr profitieren viele Amphibien von diesen strukturreichen Laichgewässern. Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche haben hier ideale Lebensbedingungen, genauso wie viele andere Kleingewässertiere unterschiedlichster Art. Der Biber findet hier Lebensraumvielfalt ohne Konfliktpotential und kann unbeschwert Biberburgen bauen. Auch für die heimische Fledermausfauna bieten die vernässten Altarmstrukturen Nahrungsvielfalt aufgrund des hohen Insektenaufkommens.

    „Nicht zuletzt präsentiere sich hier dem Menschen ein Stück ‚schwäbischer Urwald‘, der die gesamte Bandbreite eines naturnahen Auwaldes offenbart“, freut sich Bernd Kurus-Nägele.

    Hintergrundinformationen:
    Weitere Informationen zur Maßnahme am Ayer Wehr sind unter https://www.agile-iller.de/massnahmen/massnahme-54555657/ abrufbar.

    Die Ausleitung in die Untere Illerauen ist eine von 59 Maßnahmen aus dem Arbeitsprogramm AGILE ILLER der Länder Bayern und Baden-Württemberg. Dieses erstreckt sich vom Kraftwerk Ferthofen/Aitrach bei Flusskilometer 56,725 bis zur Mündung der Iller in die Donau bei Flusskilometer 0,000.

    Die Gesamtkosten werden derzeit mit 70 Millionen Euro veranschlagt. Mit dem Projekt AGILE ILLER sollen die ergänzenden hydromorphologischen Maßnahmen nach dem Maßnahmenprogramm zum Bewirtschaftungsplan zur Erreichung der Bewirtschaftungsziele nach § 27 WHG i.V mit Art. 51 BayWG und § 66 WG BW umgesetzt und die naturnahe Entwicklung der Iller und ihrer Talaue gefördert werden.

    Stand der Maßnahmen:
    2 Maßnahme wurde bereits umgesetzt (Agile Iller Nr. 48 + 57)
    1 Maßnahme in Umsetzung (AI Nr. 12)
    4 Maßnahmen befinden sich im Verfahren (Agile Iller Nr. 16 + 17 + 18 + 19)
    12 Maßnahmen befinden sich in der Entwurfs- /Genehmigungsplanung
    12 Maßnahmen befinden sich in der Vorplanung.

    Bildunterschrift:
    Neues Schachtbauwerk mit vernässter Illeraue; Fotografie: Armin Lutz, Regierungspräsidium Tübingen

    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Frau Katrin Rochner, Pressesprecherin, Tel.: 07071/757-3131, gerne zur Verfügung.

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