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  • Abteilung 5
    27.08.2020
    Agile Iller - Schwellenumbau in Oberopfingen kann starten
    Planfeststellungsbeschluss des Landratsamts Unterallgäu ist rechtskräftig

    Die Untere Iller befindet sich nach der Wasserrahmenrichtlinie der EU in einem mäßigen bis unbefriedigenden Zustand. Querbauwerke wie Wehranlagen und Schwellen versperren den Weg und behindern die Wanderung der Fische. Auch das Flussbett wird mehr und mehr abgetragen, sodass sich der Fluss immer tiefer in den Boden gräbt. Dadurch wird die Verbindung zu den Tal-Auen unterbrochen. Deshalb haben sich das Land Baden-Württemberg und der Freistaat Bayern im Gemeinschaftsprojekt „Agile Iller“ (http://www.agile-iller.de) deren ökologische Aufwertung zum Ziel gesetzt. Mit Investitionen von 70 Millionen Euro und 59 Maßnahmen von der Donaumündung bis nach Aitrach sollen die Durchgängigkeit der Iller wiederhergestellt, ihre Seitengewässer angebunden und Lebensräume in den Tal-Auen geschaffen werden.

    Als zwei wichtige Maßnahmen des Gesamtprojekts können jetzt die Betonschwelle in Höhe des Autobahnzubringers B 312 bei Oberbopfingen/Heimertingen in eine sogenannte „Raue Rampe“ umgebaut und das westliche Ufer stromaufwärts ökologisch umgestaltet werden. Der Planfeststellungsbeschluss des Landratsamts Unterallgäu für diese Maßnahmen ist rechtskräftig. Zuständig für Planung und Umbau sind der Landesbetrieb Gewässer beim Regierungspräsidium Tübingen auf baden-württembergischer und das Wasserwirtschaftsamt Kempten auf bayerischer Seite.

    „Fische und aquatische Kleinstlebewesen können diesen Illerbereich nach dem Umbau wieder passieren und in den naturnahen Uferstrukturen neue Lebensräume finden. Gleichzeitig wird der Fluss für die Menschen erlebbar sein“, so Projektleiter Peter Faigle vom Landesbetrieb Gewässer.

    Die neue Raue Rampe ist ein Gesamtbauwerk mit mehr als 200 Metern Länge und überwindet einen Höhenunterschied von mehr als vier Metern. Das westliche Ufer stromaufwärts sowie das Gelände zwischen Autobahn und Iller werden auf einer Länge von rund 450 Metern und einer Fläche von rund 5,3 Hektar umgestaltet. Dabei werden auch der vorhandene Hochwasserdeich an die Autobahn verlegt und neue Überflutungsflächen geschaffen. Die Gesamtkosten der Maßnahmen in Höhe von rund acht Millionen Euro übernehmen die Länder Baden-Württemberg und Bayern je zur Hälfte.

    Die notwendigen Gehölzarbeiten sollen im anstehenden Winter durchgeführt und mit dem eigentlichen Bau dann im späten Frühjahr 2021 begonnen werden. Die Bauzeit ist mit etwa einem Jahr veranschlagt.

    Hintergrundinformation:
    Die Schwelle Oberopfingen wurde 1965 gebaut. Bei verschiedenen Hochwasserereignissen wurde sie schwer beschädigt und war nicht mehr funktionstüchtig. Aus Arbeitsschutzgründen wurde die Bedienung untersagt.

    Eine Raue Rampe ist ein steiler Fließabschnitt mit Störkörpern in Form von Steinen oder Steinschüttungen. Die Steine können bis zu 2,50 Meter Durchmesser haben und werden auf eine mehrstufige Kiesfilterschicht gesetzt bzw. geschüttet.

    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Dirk Abel, Pressesprecher, Tel.: 07071/757-3005, gerne zur Verfügung.

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