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  • Abteilung 5
    10.07.2015
    Natura 2000 gemeinsam umsetzen
    Einladung zur Informationsveranstaltung zu den Managementplänen für die Natura 2000-Gebiete „Donau zwischen Munderkingen und Riedlingen“ und „Donau zwischen Riedlingen und Sigmaringen“ am 16.07.2015 um 17:00 Uhr in der Versteigerungshalle in Riedlingen

    ​Am Donnerstag, 16. Juli 2015, informiert das Regierungspräsidium Tübingen über die Erstellung der Managementpläne für die Natura 2000-Gebiete „Donau zwischen Munderkingen und Riedlingen“ und „Donau zwischen Riedlingen und Sigmaringen“. Die Veranstaltung beginnt um 17:00 Uhr und dauert ca. zwei Stunden. Landbewirtschafter, Eigentümer und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind dazu herzlich eingeladen.

    Die Informationsveranstaltung beginnt in der Versteigerungshalle (Schlachthausstraße) in Riedlingen mit einer Einführung in das Thema Natura 2000 und einer Erläuterung des Verfahrens zur Erstellung der Managementpläne. Außerdem stellen sich die vom Regierungspräsidium beauftragten Gutachterbüros vor. Im Anschluss daran wird ein Einblick in die praktische Geländearbeit geboten mit der Demonstration einer E-Befischung in der Donau.
     
    Die Gebiete sind aufgrund der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie als FFH-Gebiete in das Verbundsystem Natura 2000 aufgenommen worden. In diesen Gebieten geht es um den Schutz und Verbund von europaweit bedeutsamen Lebensräumen und die Verbesserung der Lebensbedingungen für Tier- und Pflanzenarten im europäisch bedeutsamen Netzwerk Natura 2000.
     
    Die Bedeutung der Gebiete liegt in der Verbundfunktion der Flussabschnitte und den typischer Strukturen der Auenlandschaft wie Altarmen und Flutmulden. Außerdem sind noch Auenwälder zu finden, die sich hier wieder entwickeln können. Artenreichen Flachland-Mähwiesen finden sich auf den durch Grünlandnutzung geprägten Auenstandorten. Hinzu kommen in beiden Gebieten auch wertvolle Lebensräume der Trockenstandorte wie Kalkfelsen, Kalkschutthalden und Kalkmagerrasen an den Hängen des Donautals. Im Gebiet zwischen Munderkingen und Riedlingen sind zudem naturnahe Buchenwälder und Hang-und Schluchtwälder erfasst, darunter die Wälder um die höchste Erhebung im Landkreis Biberach, den Bussen. In dem vielfältigen Artenspektrum sind einige sehr rare Vorkommen zu finden wie der Streber, eine Fischart, die ausschließlich im Gewässersystem der Donau vorkommt, sowie die Grüne Flussjungfer, eine Libellenart, die hier eine ihrer wenigen Lebensstätten im Südosten des Landes hat. Sie galt bis 1988 in Baden-Württemberg als verschollen.

    Hintergrundinformation:
    Natura 2000 ist ein europaweites Schutzgebietsnetz zur Sicherung der Biodiversität in Europa. Es umfasst europaweit bedeutende Vorkommen gefährdeter Arten und Lebensräume. Rechtliche Grundlagen sind die Vogelschutzrichtlinie von 1979 und die Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie (Flora = Pflanzen, Fauna = Tiere, Habitat = Lebensraum) von 1992.
     
    Für jedes Natura 2000-Gebiet wird ein Managementplan erstellt. Auf der Grundlage einer aktuellen Erhebung und Bewertung der Arten- und Lebensraumvorkommen des Gebiets formuliert der Managementplan die Ziele, die erreicht werden müssen, um die Arten und Lebensräume hier langfristig zu erhalten.
     
    Das Besondere an Natura 2000: lokale Behörden, Landnutzer und -eigentümer und die lokale Bevölkerung werden in jeder Phase von der Planerstellung bis zur Umsetzung eingebunden. Zu Beginn jeder Planerstellung findet eine Informationsveranstaltung statt, die in die ökologische Bedeutung der Gebiete sowie in das Natura 2000-Verfahren einführt. Alle betroffenen und interessierten Bürgerinnen und Bürger können sich im Rahmen der Informationsveranstaltung sowie später durch Stellungnahmen zum Planentwurf in das Verfahren einbringen.
     
    Für die Planerstellung wird ein Beirat einberufen, dem Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Fach-Verbände und Behörden angehören, um gemeinsam die Ziele und Maßnahmenvorschläge abzustimmen. Bei der Umsetzung sind Eigner und Landbewirtschafter als Partner gefragt - sie sollen ihre Flächen weiterhin wirtschaftlich nutzen können. Dazu stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung, beispielsweise Fördermittel aus FAKT und Landschaftspflegerichtlinie, Nachhaltige Waldwirtschaft sowie die Umweltzulage Wald.
     
    Durch die breite Beteiligung der Bevölkerung und der Betroffenen sollen die Natura 2000-Ziele erreicht und nachhaltig gesichert werden.
    Weitere Informationen zum Thema:
     
     
    Eine Anfahrtskizze und nähere Informationen entnehmen Sie bitte den folgenden Anlagen.
     
     

    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Carsten Dehner, Pressereferent, Telefon: 07071/757-3080, gerne zur Verfügung.
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