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  • Abteilung 5
    03.08.2016
    Projekt „Modellstadt Reutlingen“
    Gutachter stellen erste Zwischenergebnisse vor – Spurgruppe diskutiert mögliche Maßnahmen zur Luftreinhaltung

    Auf Einladung des Regierungspräsidiums Tübingen trafen sich am vergangenen Mittwoch (27. Juli 2016) 20 Vertreterinnen und Vertreter von Umwelt- und Verkehrsverbänden sowie aus Politik und Wirtschaft zu einem Workshop im Reutlinger Rathaus, um sich über die ersten Zwischenergebnisse des Fachgutachtens zur Luftreinhaltung zu informieren. Die sogenannte Spurgruppe begleitet das Projekt „Modellstadt Reutlingen“ und fungiert als zentrales Dialogforum, um die Öffentlichkeit bei der Erarbeitung neuer Maßnahmen für die Luftreinhaltung einzubinden.

    „Über den Tellerrand hinaus schauen und bei den Maßnahmen neu denken – das ist ein Teil des Auftrags, den uns das Verwaltungsgericht Sigmaringen mitgegeben hat“, so Nadja Schlör, die verantwortliche Projektleiterin im Regierungspräsidium Tübingen, bei der Einführung. Ziel des ersten Workshops war deswegen auch, möglichst viele Ideen zu sammeln, wie die Luftqualität in Reutlingen verbessert werden kann.
     
    Bis Sommer 2017 soll ein Gesamtkonzept mit Einzelmaßnahmen und Maßnahmenkombinationen (sogenannte Szenarien) erstellt werden, die schnellstmöglich zur Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub PM10 führen. Außerdem sollen die Gutachter prüfen, wie diese Maßnahmen umgesetzt werden können, welche Entscheidungsträger dafür verantwortlich sind und wann die Grenzwerte mit welchen Maßnahmenkombinationen eingehalten werden. Dieser ganzheitliche Ansatz zeichnet den modellhaften Charakter des Projekts aus. Reutlingen könnte damit eine Vorreiterrolle in der Luftreinhalteplanung spielen.
     
    „Um abzuschätzen, welche Maßnahmen am besten für die Luftreinhaltung geeignet sind, mussten wir zunächst einmal gründlich aufbereiten, welche Faktoren die Luftqualität in Reutlingen in welchem Ausmaß beeinflussen“, erklärte Dr. Christiane Schneider von AVISO, einem der vom Regierungspräsidium Tübingen beauftragten Fachbüros. Dafür trugen die Gutachter von AVISO, IB RAU, Dr. Brenner und ifeu in den letzten Wochen sämtliche Daten aus der Stadt- und Landesverwaltung zusammen, aktualisierten und strukturierten sie. Die finalen Ergebnisse werden bis zum Herbst erwartet.
     
    In einem zweiten Workshop im Herbst wird das Dialogforum dann die Ideen und Maßnahmen für die nächste Untersuchungsphase auswählen, die hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Luftqualität und ihrer Umsetzbarkeit bewertet werden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können als zuhörende Gäste an diesem Workshop teilnehmen. Der genaue Zeitpunkt und Ort wird rechtzeitig bekannt gegeben.
    Anfang 2017 soll die Bewertung der Maßnahmen vorliegen. Zu diesem Zeit-punkt ist eine Informationsveranstaltung für die breite Öffentlichkeit geplant. Alle Projekt-Ergebnisse fließen kontinuierlich in die 4. Fortschreibung des Reutlinger Luftreinhalteplans mit ein.
     
    Hintergrundinformation:
    Mit dem Projekt „Modellstadt Reutlingen“ kommt das Regierungspräsidium Tübingen dem Auftrag des Verwaltungsgerichts Sigmaringen aus dessen Urteil vom 22. Oktober 2014 nach. In enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern – dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg und der Stadt Reutlingen – wird erarbeitet, was getan werden muss, um die Immissionsgrenzwerte in ganz Reutlingen schnellstmöglich einzuhalten.
    Die Grenzwerte für Feinstaub PM10 wurden in Reutlingen im Jahr 2015 zum zweiten Mal in Folge eingehalten. Dagegen lagen die gemessenen Stickstoffdioxid-Werte an der straßennahen Messstation in der Reutlinger Lederstraße mit 70 μg/m³ auch im Jahr 2015 deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert von 40 μg/m³.
     
    Weitere Informationen zum ersten Workshop und zur Luftreinhaltung in Reutlingen sind auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Tübingen unter https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpt/Abt5/Ref541/Luftreinhalteplaene/Seiten/Luftreinhaltung-Reutlingen.aspx eingestellt.
     
    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Simon Kistner, Pressereferent, Telefon: 07071/757-3080, gerne zur Verfügung.
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