Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Tübingen »Pressemitteilung
Startwebsite des Internetauftritts des Regierungspräsidiums Tübingen

Schnellstart

  • Abteilung 5
    24.10.2016
    Projekt „Modellstadt Reutlingen“
    Maßnahmen für bessere Luft in Reutlingen: Gutachter und Spurgruppe bereiten Bewertung vor – Bürger zur Mitwirkung eingeladen

    ​Rund 20 Vertreterinnen und Vertreter von Umwelt- und Verkehrsverbänden, Politik und Wirtschaft sowie rund 10 Gäste folgten am Mittwoch, 19. Oktober 2016, der Einladung des Regierungspräsidiums Tübingen ins Reutlinger Rathaus. Beim zweiten Spurgruppen-Workshop im Rahmen des Projekts „Modellstadt Reutlingen“ berieten sie mit den Fachgutachtern die Auswahl von Maßnahmen, welche die Luftqualität in Reutlingen schnellstmöglich verbessern sollen.

    „Ziel des heutigen Workshops ist es, über den Stand des Gutachtens zu informieren und insbesondere die Vorauswahl der zu untersuchenden Maßnahmen zu beleuchten. Außerdem beraten wir, wie wir die breite Öffentlichkeit an der Diskussion über Maßnahmen beteiligen können“, so die verantwortliche Projektleiterin im Regierungspräsidium Tübingen, Nadja Schlör. Denn klar ist: Luftreinhaltung in Reutlingen kann nur gelingen, wenn alle mitwirken. Rund 40 Maßnahmen standen auf der vorläufigen Prioritätenliste der Gutachterbüros AVISO, IB RAU, Dr. Brenner und ifeu. Sie haben in den vergangenen Wochen über 150 Maßnahmenideen gesammelt, gesichtet und konsolidiert. Mindestens 20 davon sollen im nächsten Untersuchungsschritt detailliert auf Wirkung und Umsetzbarkeit bewertet werden – so der Anspruch an das Fachgutachten.
     
    Ob die Förderung der Elektromobilität, die Einrichtung einer blauen Umweltzone oder der Ausbau des ÖPNV – diese und viele weitere Maßnahmen können dazu beitragen, die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub PM10 in der Stadt einzuhalten. „Jetzt müssen wir prüfen, welche Maßnahmen am besten geeignet sind. Die Ergebnisse der ersten Analysephase zeigen uns, dass wir ein besonderes Augenmerk auf den Personen- und Güterverkehr sowie auf die Kleinfeuerungsanlagen legen müssen“, erklärte Matthias Rau von IB Rau. Die Modellberechnungen machen deutlich: Das größte Stickstoffdioxid-Minderungspotenzial wird durch die Erneuerung der Pkw-Flotte erreicht. Würden alle Pkw die neuesten Abgasnormen (Euro 6) erfüllen, würde sich die Stickstoffdioxidkonzentration im Jahresmittel von derzeit 70 µg/m³ in der Lederstraße bis zum Jahr 2020 um 42% verringern. Die Analyse zeigt auch: Maßnahmen, die den Personenverkehr verlagern und vermeiden, aber auch die Öffnung des Scheibengipfeltunnels im Herbst 2017 verbessern die Luftqualität deutlich und ermöglichen weitere Maßnahmen.
     
    Bis Anfang 2017 werden über 20 vielversprechende Maßnahmen ausführlich bewertet, um anschließend Maßnahmenkombinationen (Szenarien) zu definieren. Im Frühjahr 2017 sollen das optimale Gesamtkonzept und darauf aufbauend der Entwurf der Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Reutlingen vorliegen, um die gesetzlich vorgeschrieben Schadstoffgrenzwerte schnellstmöglich einzuhalten.
     
    Gemeinsam mit der Spurgruppe diskutierten die Gutachter am 19. Oktober 2016 dazu die Maßnahmenvorschläge und reflektierten die Kriterien, welche die Gutachter der ausführlichen Bewertung zugrunde legen werden. Immer im Fokus: Die Maßnahmen müssen kurzfristig umsetzbar sein und kurzfristig Wirkung zeigen. Nur so kann dem Auftrag des Verwaltungsgerichts Sigmaringen Rechnung getragen werden, die Einhaltung der Grenzwerte schnellstmöglich zu erreichen. Das Vorgehen und die Kriterien der Fachgutachter wurden von der Spurgruppe als nachvollziehbar und umfassend eingeschätzt. In der weiteren Diskussion wurde dann die Bedeutung des ÖPNV unterstrichen. So sei es etwa wichtig, dass bei der Bewertung der Förderung des Pendlerverkehrs über die Stadtgrenzen hinaus gedacht werde. Teilnehmer der Spurgruppe regten zudem an, die Fahrradmitnahme im Bus sowie den Ausbau von Busspuren zu bewerten. Ferner wies die Spurgruppe auf die Bedeutung der Citylogistik hin und schlug vor, neben der Elektromobilität auch die Förderung erdgasbetriebener Fahrzeuge in den Blick zu nehmen. Ebenfalls im Blick der Spurgruppe: Das Stadtklima und die Wirkung von Kleinfeuerungsanlagen, die näher untersucht werden sollten.
     
    Die Spurgruppe begleitet seit Sommer 2016 das Projekt „Modellstadt Reutlingen“ als zentrales Dialogforum. Im Juli hatte sie sich bereits über die ersten Zwischenergebnisse des Fachgutachtens informiert und mit den Gutachtern die Basis für die umfassende Maßnahmenliste festgelegt. Im Februar 2017 kommt die Spurgruppe erneut zusammen, um die Bewertung der Maßnahmen zu diskutieren.
     
    Ab Februar 2017 soll auch die breite Öffentlichkeit an der Maßnahmendiskussion beteiligt werden. Dazu sind mehrere Informationsveranstaltungen vorgesehen. Die Spurgruppe einigte sich darauf, dass ab Februar 2017 das Beteiligungsportal der Regierungspräsidien Baden-Württemberg für das Projekt „Modellstadt Reutlingen“ geöffnet wird. Interessierte Bürgerinnen und Bürger werden sich dort über das Projekt informieren und mitdiskutieren können.
     
    Hintergrundinformation:
    Mit dem Projekt „Modellstadt Reutlingen“ kommt das Regierungspräsidium Tübingen dem Auftrag des Verwaltungsgerichts Sigmaringen aus dessen Urteil vom 22. Oktober 2014 nach. In enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern – dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg und der Stadt Reutlingen – wird erarbeitet, was getan werden muss, um die Immissionsgrenzwerte in ganz Reutlingen schnellstmöglich einzuhalten.
     
    Die Grenzwerte für Feinstaub PM10 wurden in Reutlingen im Jahr 2015 zum zweiten Mal in Folge eingehalten. Dagegen lagen die gemessenen Stickstoffdioxid-Werte an der straßennahen Messstation in der Reutlinger Lederstraße mit 70 μg/m³ auch im Jahr 2015 deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert von 40 μg/m³.
     
    Weitere Informationen zum Projekt „Modellstadt Reutlingen“ und zur Luftreinhaltung in Reutlingen sind auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Tübingen unter https://rp.baden-wuerttemberg.de/rpt/Abt5/Ref541/Luftreinhalteplaene/Seiten/Luftreinhaltung-Reutlingen.aspx eingestellt.
     
    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Simon Kistner, Pressereferent, Tel.: 07071/757-3080, gerne zur Verfügung.
Symbolbild, Bacho Foto - Fotolia 

Pressestelle

Konrad-Adenauer-Straße 20
72072 Tübingen
Sekretariat: Gudrun Gauß
07071 757-3009
07071 757-3190
pressestelle@rpt.bwl.de

Pressesprecher Dirk Abel 

Dirk Abel
Pressesprecher
Telefon 07071 757-3005

Stellvertretender Pressesprecher Dr. Steffen Fink 

Dr. Steffen Fink
Stv. Pressesprecher
Telefon 07071 757-3076