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  • Abteilung 5
    03.02.2015
    Hochwassergefahrenkarten für das Einzugsgebiet von Riß und Rot im Regierungsbezirk Tübingen liegen vor
    Abteilungspräsident Dietmar Enkel, Leiter der Abteilung Umwelt des Regierungspräsidiums Tübingen, überreichte am 3. Februar 2015 im Landratsamt Biberach die fertig gestellten Hochwassergefahrenkarten
     Übergabe Hochwassergefahrenkarten

    ​Abteilungspräsident Dietmar Enkel, Leiter der Abteilung Umwelt des Regierungspräsidiums Tübingen, überreichte am 3. Februar 2015 im Landratsamt Biberach die fertig gestellten Hochwassergefahrenkarten für das Einzugsgebiet von Riß und Rot an die beteiligten Landratsämter, Kommunen und Regionalverbände. Damit sind für den Regierungsbezirk Tübingen bereits über 60% der Hochwassergefahrenkarten fertiggestellt. Der Rest der Karten soll bis Ende 2015 folgen.

    Stellvertretend übergab Enkel je ein komplettes Exemplar der Karten an den Ersten Landesbeamten des Landkreises Biberach, Walter Holderried, sowie an die Moderatoren der Hochwasserpartnerschaft „Riß/Rot/Iller“, Ochsenhausens Bürgermeister Andreas Denzel und an Jürgen Nagler vom Wasserwirtschaftsamt des Landkreises Biberach. Alle Beteiligten zeigten sich über die unerwartet große Teilnehmerzahl von über 80 Personen sehr erfreut.
    Neben Riß und Rot umfassen die jetzt fertig gestellten Hochwassergefahrenkarten auch Eschach, Aitrach, Stehenbach, Schmiech, Große Lauter und Zwiefalter Aach sowie die Donau von Hundersingen bis zur Illermündung. Das Gebiet erstreckt sich auf einer Länge von rund 650 Gewässerkilometern in sechs Landkreisen und 62 Kommunen.
    Die Öffentlichkeit kann sich über die bereits erstellten Hochwassergefahrenkarten mittels einer interaktiven Karte unter www.hochwasserbw.de informieren.
    Damit liegen weitere wichtige Planungsunterlagen für den Hochwasserschutz vor. Mit der Kenntnis der möglichen Ausdehnung und Tiefe einer Überflutung lassen sich Schutzmaßnahmen planen und optimieren. Den Betroffenen bieten die Karten eine Grundlage zur Eigenvorsorge. Ausgelaufene Heizöltanks, Stromausfälle und hohe Sachschäden lassen sich dadurch vermindern. Hochwassergefahrenkarten stellen für die Kommunal- und Regionalplanung, die Gefahrenabwehr und den Katastrophenschutz einen wichtigen Baustein für eine umfassende Hochwasservorsorge dar. Gemeinden und Städte, Feuerwehren und der Katastrophenschutz können sich gezielt auf die Hochwassersituation einstellen und Schutzmaßnahmen planen. Industrie und Gewerbe besitzen eine Grundlage für die Planung von Informationswegen, Fluchtwegen und Räumungen, für eine hochwasserangepasste Nutzung und Bauweise, für das Abdichten von Türen und Fenstern sowie für die sachgerechte Lagerung wassergefährdender Stoffe.
    Für Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundstücken, die nach den Gefahrenkarten in gesetzlichen Überschwemmungsgebieten liegen, können sich Einschränkungen bei der Nutzung der Grundstücke ergeben. So darf zum Beispiel in Überschwemmungsgebieten nicht gebaut werden und Gegenstände dürfen nur eingeschränkt gelagert werden.
    Unter www.hochwasserbw.de steht ein Kartendienst zur Verfügung. Dort werden unter anderem Überschwemmungsflächen und Überflutungstiefen sowie vorhandene Schutzeinrichtungen dargestellt. Momentan sind für fast 4.000 von landesweit 11.000 Gewässerkilometern Hochwassergefahrenkarten über den Kartendienst einsehbar.
    Aufbauend auf den Hochwassergefahrenkarten wurden Hochwasserrisikomanagementpläne erstellt. Diese stellen die Zusammenfassung der Aktivitäten des Hochwasserrisikomanagements dar und werden der Europäischen Kommission gemeldet.
    Die Entwürfe der Hochwasserrisikomanagementpläne werden vom 22. Dezember 2014 bis 22. Juni 2015 öffentlich ausgelegt. In dieser Zeit besteht die Möglichkeit zur Stellungnahme. Nach der Öffentlichkeitsbeteiligung werden die Entwürfe überarbeitet und ab dem 22. Dezember 2015 veröffentlicht.

    Hintergrundinformation:
    Im Rahmen der von der Europäischen Kommission im Jahr 2007 verabschiedeten „Europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie“ werden in ganz Baden-Württemberg als Gemeinschaftsprojekt von Land und Kommunen Hochwassergefahrenkarten erarbeitet. Die Hochwassergefahrenkarten bilden die fachliche Grundlage für die weitere Umsetzung der Richtlinie. Die Karten zeigen Überflutungsflächen und -tiefen für verschiedene Jährlichkeiten (10-, 50-, 100-jährliches Ereignis sowie Extremereignis).
    Hochwassergefahrenkarten besitzen damit eine weit über die Wasserwirtschaft hinausgehende Bedeutung. Auch für die Regionalplanung, die Gefahrenabwehr und im Katastrophenschutz spielen diese Informationen eine große Rolle.
    Die Ergebnisse wurden im Rahmen der Hochwasserpartnerschaft für das Einzugsgebiet Riß/Rot/Iller in Zusammenarbeit mit den Landratsämtern und Kommunen plausibilisiert.
    Als Überschwemmungsgebiete gelten die Gebiete, in denen ein Hochwasserereignis statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist. Diese Gebiete sind in den Hochwassergefahrenkarten dargestellt. Für diese Gebiete werden in § 78 Wasserhaushaltsgesetz besondere Schutzvorschriften formuliert.
    Mehr Informationen dazu erhalten Sie auf der Hochwasser-Seite des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg: www.hochwasserbw.de

    Bildunterschrift:
    Erster Landesbeamter Walter Holderried, Landkreis Biberach, Bürgermeister Andreas Denzel, Ochsenhausen, Josef Fiegel, Landratsamt Ravensburg, Nina Wittke, Landratsamt Alb-Donau-Kreis, Jürgen Nagler, Landratsamt Biberach und Abteilungspräsident Dietmar Enkel, Regierungspräsidium Tübingen, (von links) bei der Übergabe der Hochwassergefahrenkarten

    Hinweis für die Redaktionen:
    Für Fragen zu dieser Pressemitteilung steht Ihnen Herr Carsten Dehner, Pressereferent, Tel.: 07071 757-3080, gerne zur Verfügung.
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