B 30 Ortsumgehung Ravensburg VI

BA VI: Ravensburg/Süd - Untereschach

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Regierungspräsidium Tübingen

Baureferat Süd

 

Daten & Kosten

Gesamtlänge 5,52 km Bundesstraßen, davon
– zweibahnig: 3,35 km (B 30)
– einbahnig: 1,47 km (B 30) und 0,70 km (B 467)
– 2,39 km Anschlüsse und kreuzende Straßen
Straßenfläche  110.000 m²
Erdbewegungen  95.000 m³ Oberboden; 460.000 m³ Straßendämme, Einschnitte und Wälle
Bauwerke 
– 1 ca. 600 m lange Grundwasserwanne aus Stahlbeton mit einer Bahn- und einer Straßenüberführung; zusätzliche Verlängerung mit zwei 40 bzw. 100 m langen Folienwannen
– 10 Brücken
– 4 Stahlfertigteildurchlässe
– 3 Regenklär- und Rückhaltebecken
– 3.500 m² Lärmschutzwände
Gesamtkosten  knapp 87 Mio. €, inkl. Kosten für Grunderwerb (Stand Sommer 2020)

    Aktueller Stand

    Die Maßnahme wurde am 30. November 2019 für den Verkehr freigegeben. Derzeit werden noch restliche Rückbau- und Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt.


     

    Übersichtslageplan

    Rund um das Projekt

    Beschreibung

    Bei der planfestgestellten, ca. 5,5 km langen Neubaustrecke zwischen der Anschlussstelle Ravensburg/Süd und Untereschach handelt es sich um den sechsten und letzten Abschnitt der im Jahr 1981 begonnenen Ortsumgehung von Ravensburg. Durch den Bau der B 30 ergibt sich eine deutliche Verkehrsentlastung im südlichen Stadtgebiet von Ravensburg und eine wesentliche Verbesserung für den Verkehr auf der Bundesstraße.

    Von der bestehenden Anschlussstelle Ravensburg/Süd (Knoten B 30/B 33) bis zur künftigen Anschlussstelle Karrer (spätere Weiterführung in Richtung Friedrichshafen) ist der Neubau zweibahnig. Ab dieser Anschlussstelle bis zum Anschluss an die bestehende B 30 bei Ravensburg/Untereschach und weiter bis zur Anbindung der B 467 südlich von Ravensburg/Obereschach ist der Neubau dann einbahnig.

    Als Vorwegmaßnahme wurde die Schussen im Frühjahr 2007 verlegt. Durch die standortgerechte Neubepflanzung und die im Zuge der Verfüllung des ehemaligen Schussenbettes angeschlossenen Seitenzuläufen ist die verlegte Schussen inzwischen ökologisch voll funktionsfähig. Des Weiteren wurde im Zuge der Schussenverlegung eine Gasfernleitung umgelegt.

    Als weitere Vorwegmaßnahme wurden von März - Juli 2010 Vorschüttungen im Bereich von BW 1a (Hochwasserdurchlass) und BW 10 (Anschlussstelle Karrer) ausgeführt. Das Material kam überwiegend aus der Rekultivierung der alten B 30 (Baindter Steige). Bei der Rekultivierung der Baindter Steige handelt es sich um eine Ausgleichsmaßnahme zum Bauabschnitt IV (Nordbogen) der Ortsumgehung Ravensburg.

    Für die Durchführung der Gesamtmaßnahme sind ca. 200.000 m³ zusätzliches Dammschüttmaterial erforderlich. Zur Reduzierung der Liefermenge wurde von Mitte März 2010 bis Oktober 2010 Aushubmaterial von verschiedenen Baumaßnahmen in der näheren Umgebung auf der Trasse im Bereich des aufgefüllten Schussenbettes zum späteren Einbau zwischengelagert. Insgesamt lagerten dort ca. 70.000 m³ Bodenmarterial. Dieses Material wurde inzwischen in verschiedene Dammschüttungen eingebaut.

    Für die Gründung einiger Bauwerke, u.a. der Grundwasserwanne waren Mikropfähle (Stabverpresspfähle) vorgesehen. Zur Ermittlung der Tragfähigkeit des Baugrundes wurden im April 2011 Probepfähle mit verschiedenen Längen hergestellt und Zugbelastungsversuche durchgeführt. Die erforderliche Tragfähigkeit wurde dabei aber nicht erreicht. Bei der Grundwasserwanne wurden daraufhin Großbohrpfähle als Auftriebssicherung vorgesehen.


    Bauabschnitte

    Die Straßenbaumaßnahme wird in mehreren verkehrswirksamen Teilabschnitten realisiert:

    1. Abschnitt

    Anschlussstelle Ravensburg Süd bis Anschlussstelle Karrer (B 30 neu)
    In diesem Bereich liegt die beim Bau sehr zeitaufwändige Unterquerung der Bahnlinie.Im Zusammenhang mit dem vorab fertig gestellten Abschnitt 2 verläuft der gesamte B 30 - Verkehr auf der Ortsumgehung.

    2. Abschnitt

    Anschlussstelle Karrer bis B 30 alt (B 30 neu, einbahnig)
    Das Industriegebiet Karrer und die Verbindung über die K 7981 und die K 7980 zur B 33 in Richtung Meersburg werden direkt an die B 30alt angebunden.
    Hierdurch ergibt sich bereits eine spürbare Verkehrsentlastung für den Ortsteil Untereschach.

    3. Abschnitt

    B 30 alt bis zum Bauende (B 467 neu)
    Fertigstellung der gesamten Ortsumgehung Ravensburg einschl. des Rück- bzw. Umbaus der vorhandenen B 30 und B 467 im Bereich von Eschach.

     


    Bauliche Herausforderungen

    Der Untergrund im gesamten Trassenbereich ist sehr setzungsempfindlich. Aus diesem Grund werden zunächst im Bereich der Bauwerke Vorschüttungen ausgeführt. Die Liegezeit beträgt dabei ca. 1 - 1,5 Jahre. Soweit möglich werden in Vorfeld auch bereits die Straßendämme der B 30 und der kreuzenden Straßen geschüttet

    Mit der Schwarzach quert die B 30 ein FFH - Gebiet mit einer hohen Fledermauspopulation. Sowohl für die Dammschüttung der B 30 einschließlich der Überschüttung der Brückenwiderlager und den Brückenbau als auch für den späteren Verkehr auf der B 30 sind hier zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich.

    Die aufwändigste und technisch schwierigste Einzelbaumaßnahme beim Bau der B 30 ist die Querung der Bahnlinie Ulm - Friedrichshafen und der Kreisstraße 7980, die in einem Abstand von ca. 35 m parallel zur Bahnlinie verläuft. Da sich auch noch die Schussen in unmittelbarer Nähe befindet wird die B 30 in einer insgesamt 740 m langen Grundwasserwanne unterführt, wobei 140 m nicht in Stahlbeton sondern als Folienwanne ausgeführt werden. Das Kreuzungselement Bahnlinie / Straße wird dabei vollständig neben der Bahnlinie gefertigt und anschließend seitlich verschoben. Der Überbau der Kreisstraßenbrücke hingegen wird auf den Stahlbetonseitenwänden der Grundwasserwanne aufgelagert. Da diese von Oberzell nach Ravensburg führende Kreisstraße neben der B 30 eine wichtige Nord-Süd-Verbindung darstellt und somit nicht gesperrt werden kann, wird eine provisorische Baustellenumfahrung hergestellt.

     


    Chronologie

    ab September 2021

    Durchführung der Ausgleichsmaßnahme an der Schwarzach im

    Bereich von Obersulgen
    Fertigstellung voraussichtlich im Frühjahr 2022

    ab Dezember 2020   

    Einbau von Signalanlagen und Herstellung der Wegweisung im

    Bereich der rückgebauten Straßenbereiche
    Fertigstellung voraussichtlich im Februar 2021

    ab November 2020

    Bepflanzung im Teilabschnitt 1 und 3

    Fertigstellung voraussichtlich im Frühjahr 2021

    Oktober bis Dezember 2020  

    Rückbau der nicht mehr benötigten Verkehrsflächen der alten B 30 im Bereich Untereschach
    30. November 2019

    Feierliche Verkehrsfreigabe

    September bis November 2019

    Einbau von Schutzplanken und Markierung im Teilabschnitt 1, Wegweisung und Beschilderung auf der gesamten Strecke
    August bis November 2019  Einbau der Pumpenanlage zur Ableitung des Oberflächenwassers aus der Grundwasserwanne

    Juli bis November 2019

     Bau von Lärmschutzwänden in den Teilabschnitten 1 und 3

    April bis November 2019

     Einbau der Lichtsignalanlagen

    März bis Mai 2019

    Bepflanzung im Teilabschnitt 2 und im Bereich der Aufweitung des Schussenbettes

    27. September 2018

    Verkehrsfreigabe Teilabschnitt 2

    August 2018 bis November 2019

    Straßenbauarbeiten im Teilabschnitt 1

    Juli bis Dezember 2018

    Straßenbauarbeiten im Teilabschnitt

    Juli bis September 2018

     

     Bau von Lärmschutzwänden, Einbau von Schutzplanken und Lichtsignal- anlagen, Markierung, Wegweisung und Beschilderung im Teilabschnitt 2

    April 2018 bis April 2019

     Bau der Überführung eines Hauptwirtschaftsweges (Bauwerk 9)

    August 2017 bis Juni 2018

    Straßenbauarbeiten im Teilabschnitt 2
     

    August 2017 bis Juli 2018

    Bau der Unterführung eines Wirtschaftsweges (Bauwerk 20)
     

    Juli 2017 bis August 2018

    Bau der Siechenbachbrücke im Zuge der B 30 (Bauwerk 7)

    März bis Dezember 2017

    Ausweitung des Schussenbettes am Bauanfang

    Oktober bis Dezember 2016

    Dammschüttung im Bereich von Bauwerk 20

    August 2016 bis Mai 2019

    Bau des Regenklär- und Rückhaltebeckens 1 und der Hebeanlage für das Oberflächenwasser aus der Grundwasserwanne

    Juli 2016 bis Mai 2017

    Bau des Regenklär- und Rückhaltebeckens 2

    Juli 2016 bis Juni 2017

    Bau der Überführung eines Hauptwirtschaftsweges (Bauwerk 19)

    Februar bis Oktober 2016

    Bau der Brücke über die Schwarzach (Bauwerk 11)

    November 2015 bis Oktober 2018

    Bau der Grundwasserwanne (Bauwerk 1) mit Überführung der K 7980 (Bauwerk 2, Fertigstellung November 2017)

    Oktober 2015
    bis Juli 2016

    Bau des Regenklär- und Rückhaltebeckens 3

    September bis Oktober 2015

    Dammschüttung von Bauwerk 6/6a bis Bauwerk 7 und Einbau eines Stahlfertigteildurchlasses im Zuge eines Wirtschaftsweges (Bauwerk 7a)

    Juni 2015 bis
    Juli 2016

    Bau der Sägebachbrücken im Zuge der B 30 (Bauwerk 4) bzw. eines Wirtschaftsweges (Bauwerk 5)

    April bis Dezember 2015

    Bau der Überführung der K 7984 (Bauwerk 12)

    April bis Oktober 2015

    Ausschreibung, Vorlage beim BMVI und Vergabe der Grundwasserwanne (Bauwerk 1) und der Überführung der K 7980 (Bauwerk 2)

    April/Mai 2015

    Herstellung einer Baustellenumfahrung für die K 7980 und des begleitenden Rad- und Gehweges. Die Baustellenumfahrung ist zum Bau der Eisenbahnüberführung (Bauwerk 3) und der Überführung der K 7980 (Bauwerk 2) erforderlich

    Januar bis Dezember 2015

    Bau der Eisenbahnüberführung (Bauwerk 3). Das Bauwerk wurde neben dem bestehenden Bahndamm hergestellt und am 06.11.2015 in die Gleisachse verschoben

    Dezember 2014 bis November 2015

    Bau der Überführung der K 7981 im Bereich der Anschlussstelle Karrer (Bauwerk 10)

    August 2014 bis Juni 2015

    Herstellung eines Hochwasserdurchlasses im Zuge der B 30 (Bauwerk 1a)

    Juli bis Oktober 2014

    Dammschüttung für die Überführung eines Wirtschaftsweges einschließlich einer Überschüttung im Bereich der späteren Brücke (Bauwerk 19)

    November 2013 bis März 2014

    Dammschüttung für die B 30 im Bereich der Brücke über die Schwarzach (Bauwerk 11) und Überschüttung im Bereich der Brückenwiderlager

    Juli/August 2013

    Dammschüttung für die Überführung der K 7984 einschließlich einer Überschüttung im Bereich der späteren Brücke (Bauwerk 12)

    Dezember 2012

    Der Bund stellt im Rahmen des Infrastrukturbeschleunigungsprogramms II Mittel für den Baubeginn der Ortsumgehung zur Verfügung

    Juni 2012

    Einordnung der Maßnahme in der Priorisierung des Landes in Gruppe 1

    2011

    Ergänzende Baugrunduntersuchungen

    2010/11

    Zwischenlagerung von Aushubmaterial verschiedener Baumaßnahmen im Trassenbereich (ehemaliges Schussenbett) zur Reduzierung des Defizits an Dammschüttmaterial

    2010

    Herstellung mehrerer Vorschüttungen mit Material aus der Rekultivierung der ehemaligen Baindter Steige (B 30, Bauabschnitt IV)

    2009

    Verfüllung des ehemaligen Schussenbettes und Einbau zweier Stahlfertigteildurchlässe für den Anschluss von Seitenzuläufen an die verlegte Schussen

    2008/09

    Bepflanzung im Bereich der verlegten Schussen

    2007

    Verlegung der Schussen und Umlegung einer Gasfernleitung

    21.12.2006

    Beginn der Arbeiten zur Verlegung der Schussen als Vorwegmaßnahme; gem. Planfeststellungsbeschluss ist die Schussen vor Beginn der Erdarbeiten für den Straßenbau zu verlegen

    24.02.2006

    Der Planfeststellungsbeschluss für Abschnitt VI ist bestandskräftig

    08.12.2005

    Neuer Planfeststellungsbeschluss und Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses von 1979 für den BA VI

    30.11.2004

    Wegen Planänderungen aufgrund der Erörterungsverhandlung im Februar 2004 wird das Planfeststellungsverfahren mit den Änderungen erneut eingeleitet und die Planung öffentlich ausgelegt

    30.11.2001

    Antrag auf Einleitung eines neuen Planfeststellungsverfahrens für den BA VI

    05.10.1979

    Planfeststellungsbeschluss für die gesamte Ortsumgehung Ravensburg. Der Beschluss für den Bauabschnitt VI ruht auf Grund von Klagen


    Bauablauf

    Ein Jahr rollt der Verkehr auf der neuen B 30 ...

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