Beteiligung_Schulentwicklung_Seite_2

Inhalt:
Seite 1: Regionale Schulentwicklung - Kleinklassen im Fokus
Seite 2: Was ist von Seiten der Regierungspräsidien zu tun?

Was ist seitens des Regierungspräsidiums zu tun?

Die Aufgabenstellung ist aus mehreren Gründen sehr komplex:

 

  • Einerseits sieht das Schulgesetz die Schulträger (bei beruflichen Schulen i. d. R. die Landkreise) in der Erstverantwortung, andererseits wird den Regierungspräsidien aufgegeben, die Prozesse zu steuern und zu verstetigen.
  • Einerseits sollen Kleinklassen abgebaut werden, um Ressourcen zu sparen, andererseits soll die Versorgung in der Fläche erhalten bleiben.
  • Einerseits soll die Schulverwaltung keinen zentral vorgegebenen Entwicklungsplan umsetzen, andererseits sollen die Regierungspräsidien in eigener Verantwortung entscheiden, wenn die Schulträger innerhalb von zwei bzw. drei Jahren (abhängig von Bildungsgang) keine Entscheidung getroffen haben.
  • Einerseits soll auf die besondere Bedeutung des Dualen Ausbildungssystems Rücksicht genommen werden, andererseits gibt es gerade auf diesem Feld die meisten Kleinklassen.
  • Einerseits soll bei der Entscheidung über den Wegfall von Kleinklassen auf die Besonderheiten des ländlichen Raums geachtet und keine Region und kein Standort besonders hart getroffen werden, andererseits ist jedoch so, dass es gerade im ländlichen Raum viele Kleinklassen gibt.
  • Einerseits kann das Regierungspräsidium entscheiden, dass eine Kleinklasse erhalten bleibt, weil der nächste Standort in einer so genannten „unzumutbaren Erreichbarkeit“ liegt, andererseits ist nicht festgelegt, was darunter zu verstehen ist. Außerdem gibt es schon immer Ausbildungsberufe, bei denen die Auszubildenden sehr lange Anfahrtswege zur Berufsschule haben (Bsp. Bezirksfachklassen, etc.).

 

Durch welche Maßnahmen versuchen wir, diesen Herausforderungen gerecht zu werden?

 

Unsere Leitgedanken sind: Transparenz, Kommunikation, Klarheit, Vertrauensbildung, umfassende Beteiligung. 

Folgende Beispiele sollen dies veranschaulichen. Die dargestellten Maßnahmen ergänzen die formal vorgegebenen Schritte, wie z. B. das Versenden von so genannten Hinweisschreiben an die Schulträger, in denen diese auf die Kleinklassen hingewiesen und aufgefordert werden, eine regionale Schulentwicklung durchzuführen.

 

  • Wiederholter Vortrag und Aussprache beim Landrätesprengel, um auf oberster Entscheidungsebene der Schulträger zu informieren und durch umfassende Transparenz die Basis für Vertrauen und für aktive Beteiligung zu stärken.
  • Regelmäßige Thematisierung der Angelegenheit bei jeder Schulleiterdienstbesprechung, bei Tagungen mit den schulischen Personalräten und bei Besprechungen mit den Kammern.
  • Wiederholte bilaterale Besprechungen mit den einzelnen Schulträgern. Erarbeitung von Handlungsoptionen, Alternativen und Lösungswegen. Teilnahme an Sitzungen der Kreistage bzw. der zuständigen Ausschüsse.
  • Teilnahme an Sitzungen der Berufsbildungsausschüsse bei den Kammern.
  • Durchführung von so genannten Regionalkonferenzen (drei Regionen) mit folgenden Teilnehmern: Schulträger, Kammern, Schulleitungen, Personalvertretung.
  • Durchführung von so genannten Fachkonferenzen zu einzelnen bzw. affinen Berufen mit folgenden Teilnehmern: Schulen, Kammern, Schulleitungen, Personalvertretung (bei Bedarf auch z. B. Innungen, Fachverbände) im Regierungsbezirk, sofern sie von den konkreten Berufen betroffen sind.
  • Regelmäßige Information und Absprache mit den anderen Regierungspräsidien. Frühzeitige Information des Kultusministeriums bei sensiblen Entwicklungen.
  • Erstellung eines so genannten Diskussionsmodells als Anregung zur Lösungsfindung. Das Diskussionsmodell stellt ein mögliches Lösungsszenario dar, bei welchem der regionale Ausgleich zwischen den Standorten ein starkes Gewicht hat. Das Diskussionsmodell ist mit allen Beteiligten kommuniziert.
  • Formulierung und Diskussion von so genannten Leitlinien des Regierungspräsidiums Tübingen. Tragender Gedanke der Leitlinien ist das Ziel eines Ausgleichs zwischen den Regionen und Schulen.

 

 

Durch die dargestellten Maßnahmen wollen wir die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die komplexen Prozesse in einer möglichst großen Zahl von Fällen zu Konsenslösungen führen.