Frauenversammlung 2016


Dr. Eva Dörrschuck
Beauftragte für Chancengleichheit am Regierungspräsidium Tübingen (BfC)

Frauenversammlung 2016: Geballte Informationen - nicht nur für Frauen!


vonEva Dörrschuck


Seite 1: Bericht der BfC
Seite 2: Beitrag Dr. Renate Buck und Georg Walter
Seite 3: Beitrag Heike Maurer und Dr. PD. K. Katharina Rall

Am 19. September fand die Versammlung für alle weiblichen Beschäftigten des Regierungspräsidiums statt. Rund 150 Frauen folgten der Einladung in den Sitzungssaal E09, der damit seine Kapazitätsgrenze erreichte. Trotz der beengten Verhältnisse, der geballten Informationsflut, und der langen Dauer der Versammlung von mehr als drei Stunden war die Stimmung sehr gut, was sich auch in den Gesprächen mit den Kolleginnen und den Akteuren während der Pausen oder auch nach der Sitzung widerspiegelte. Herr Dr. Schmidt eröffnete an seinem letzten Tag als Regierungspräsident die Versammlung mit einem Grußwort. Hier informierte er über den Stand des Aktionsplans zukunftsorientierte Personalpolitik im Rahmen des Programms „familienbewusst & demografieorientiert“, welches durch das beim Statistischen Landesamt angesiedelte Kompetenzzentrum Arbeit • Diversität Baden-Württemberd an dem das Regierungspräsidium seit diesem Jahr teilnimmt.

BFC

Dr. Renate Buck, Dr. Eva Dörrschuck und Denise Dietz

Ziel dieses Programms ist es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern und die Personalpolitik zukunftsfähig zu gestalten. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung 2015 entwickelte das Kompetenzzentrum ein Strategiepapier mit vorformulierten Zielen, welches die Arbeitsgrundlage bildete. Dieses Papier floss im Juli in zwei Arbeitsgruppen ein, die in mehreren moderierten Workshops Maßnahmen zu diesen vorformulierten Zielen erarbeiteten. Im Vorfeld wurde bei der Besetzung der Arbeitsgruppen darauf geachtet, dass sie einen möglichst großen Querschnitt der Arbeits- und Lebenssituationen der Kolleginnen und Kollegen abbildeten und auch die Beschäftigten der Außenstellen Berücksichtigung fanden. Der Aktionsplan beinhaltet insgesamt 19 Maßnahmen zu den Themenblöcken Führung & Binnenkultur, Kommunikation, Personalentwicklung & Diversität, Arbeitszeit & Arbeitsorganisation, Gesundheit sowie Services.

Nach Abstimmung mit der Hausspitze folgt die Umsetzungsphase, die mit einer Dauer von einem Jahr anberaumt ist. Frau Dr. Dörrschuck stellte im Anschluss in ihrem Tätigkeitsbericht die Aufgabenbereiche der Beauftragten für Chancengleichheit (BfC) vor und gab einen Einblick, an welchen Terminen die BfC teilnimmt bzw. bei welchen Themen die BfC beteiligt wird. Weiterhin nutzte sie die Gelegenheit, einen kurzen Überblick über das Chancengleichheitsgesetz (ChancenG) zu geben, welches im Februar 2016 novelliert wurde und arbeitete für die Beschäftigten relevante Änderungen im Vergleich zum Gesetz in der Fassung von 2005 hervor.

Weiteres Augenmerk legte Frau Dr. Dörrschuck in ihrem Vortrag auf hausinterne Neuerungen hinsichtlich des Mutterschutzes. Eine Schwangerschaft stellt besondere Anforderungen an die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes, da diese dazu dient, nicht nur die werdende Mutter, sondern auch das ungeborene Leben zu schützen. Gegebenenfalls muss daher die in Auditor hinterlegte Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes nochmals seitens der Führungskräfte nachjustiert werden. Ob dies notwendig ist, können werdende Mütter oder aber auch die Führungskräfte selbst nunmehr leicht überprüfen, da hierzu kürzlich im Intranet eine eigene Seite mit dem Titel „Arbeitsschutz und Schwangerschaft“ geschaltet wurde, die zu Rate gezogen werden kann. Ein weiteres Novum ist die Freistellung der werdenden Mütter für Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen des Mutterschutzes. Somit ist es möglich, die dadurch ausgefallene Arbeitszeit durch eine entsprechende Korrekturbuchung im Zeiterfassungssystem gutgeschrieben zu gekommen. Als zusätzliches Angebot wurde eine Informationsmappe für werdende Eltern erstellt. Darin finden sich neben Formularen – beispielsweise für die Beantragung von Kindergeld – auch viele informative Broschüren rund um Mutterschutz und Elternzeit. Die Informationsmappe kann bei der Servicestelle Beruf und Familie (s.u.) bezogen werden. Abgerundet wurde der Vortrag durch einen Blick auf Handlungsfelder für die Zukunft und einem Gedankenimpuls, dass jede Beschäftigte in Eigenverantwortung für sich selbst entscheiden muss, welches Lebensmodell für sie das Richtige ist, dass aber auch jedes Lebensmodell Vor- und Nachteile mit sich bringt.


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