Kläranlage Seite 2

Besonderheit der Schwäbischen Alb

Da es auf der schwäbischen Alb kaum Fließgewässer gibt und das gereinigte Abwasser nach der Kläranlage nicht wie gewöhnlich in einen Vorfluter, sondern direkt über eine Versickerungsmulde in den Karst geleitet wird und somit schnell ins Grundwasser gelangt, war in Laichingen eine zukunftsweisende Reinigung erforderlich.

Viele der Anwesenden waren sich einig, dass Abwasserprojekte oft nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdient hätten, da einerseits die Behandlung von Abwasser nicht im Fokus der Öffentlichkeit steht und andererseits sich die Investitionen zur Verbesserung der Reinigungsleistung im Untergrund verstecken. Etwas mehr als fünf Millionen Euro hat die vierte Reinigungsstufe in Laichingen gekostet. Das Land Baden-Württemberg förderte dieses Projekt mit einem Zuschuss in Höhe von etwa zwei Millionen Euro.

Doch nicht nur der Bau, sondern auch die Unterhaltung und Zusatzstoffe sind kostenintensiv: Für die Reinigung von einem Kubikmeter Abwasser werden 10 g Aktivkohle, 4 g Eisenchlorid und 0,3 g Polymer benötigt. Dadurch steigt der Abwasserpreis pro Kubikmeter um 34 Cent an, wobei der Abwasserpreis in Laichingen mit 2,29 Euro für den Kubikmeter Schmutzwasser und 1,62 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser noch relativ günstig bleibt. Die maximale Abwassermenge der erweiterten Laichinger Kläranlage beträgt nun im Zulauf etwa 200 Liter pro Sekunde. Da zum heutigen Zeitpunkt in der Stadt Laichingen, mit ihren etwa 11.000 Einwohnern, durchschnittlich nicht mehr als 100 Liter in der Sekunde Abwasser anfallen, hat die Anlage noch ausreichend Kapazitätsreserven für die Zukunft.