Strassburg-Besuch_Seite_2

Seite 2 - Der Besuch in Straßburg

Das Europäische Parlament ist ein Beispiel für eine multinationale und multilinguale Demokratie. Es ist ein multikulturelles Zentrum, in dem Menschen aus ganz Europa und darüber hinaus aufeinandertreffen und zusammenarbeiten. Ca. 100.000 Besucher empfängt  das Europäische Parlament pro Jahr.

Seine 751 Mitglieder (davon entfallen auf das bevölkerungsreichste Land Deutschland 96 Sitze), die direkt von den Bürgern der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gewählt werden, kommen hier zusammen, um Fragen, die den Alltag der Unionsbürger betreffen, zu erörtern und Rechtsvorschriften zu erlassen. Das Europäische Parlament dient auch als Forum für die Erörterung wichtiger Themen, mit denen Europa konfrontiert ist. Führende Politiker und Meinungsbildner aus ganz Europa sprechen vor dem Parlament, um so die europäischen Bürger zu erreichen. Das Europäische Parlament empfing zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie andere wichtige Persönlichkeiten, zu denen der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, Papst Franziskus, Malala Yousafzai und Bill Gates zählen.

 

Über den Plenarbereich ragt die Kuppel des Plenarsaals heraus. Da die Sitzungstermine vor der Sommerpause beendet waren, konnten dort jetzt Handwerker mit Renovierungsarbeiten beginnen. Der Politikbetrieb befand sich im Ruhemodus. Die Abgeordneten befanden sich außer Haus. In dieser sitzungsfreien Zeit nahm sich Rainer Wieland, MdEP, Mitglied der EVP, Europäische Volkspartei (Christdemokraten) die Zeit, zahlreiche Besuchergruppen zu empfangen und die verschiedensten Fragen zu beantworten. Er führte uns durch das Gebäude, hinter die Kulissen, zeigte sein Büro, erklärte das Plenum und präsentierte die Dachterrasse mit wunderbarem Blick auf Straßburg, Schwarzwald und Vogesen. Er zeigte auf die Kirche, in der Albert Schweizer am 11.04.1908 dem Brautpaar Theodor Heuss und Elly Knapp seinen Segen gab. Wielands Botschaft war klar. Trotz hoher Kosten verteidigte Wieland den Standort Straßburg neben Standorten in Brüssel und Luxemburg für das Europäische Parlament. Gerade für Deutsche und Franzosen habe dieser Standort eine besondere historische Bedeutung. So wechselte das Elsass  mehrere Male unfreiwillig die Staatszugehörigkeit zu Frankreich oder Deutschland. Trotz Brexit wollte er die Bedeutung der Europäischen Union für die europäische Entwicklung, Frieden und wirtschaftlichen Wohlstand unterstreichen. Er warb als Präsident der Europa-Union für diese überparteiliche  Bürgerinitiative:  www.europa-union.de.

Vor der Rückfahrt  blieb mir noch etwas Zeit für den Besuch des Straßburger Münsters.

Kurz nach dem Attentat von Nizza vom 14. Juli 2016, dem französischen Nationalfeiertag,  war das Polizeiaufgebot in Straßburg  augenfällig hoch. Vor dem Straßburger Münster standen zwei Polizisten mit Maschinengewehren. Es wurden die Taschen der Münsterbesucher durchsucht. Da wurde mir klar, dass ein geeintes Europa auch gerade in Zeiten des Terrors vor unserer Haustür für die Sicherheit seiner Bewohner sehr bedeutsam ist.