Sicherheitsfahrtraining



Peter Weitmann,
Marktordnung pflanzliche und tierische Erzeugung
Referat 34

 

Ich war dabei!

von Peter Weitmann,Referat 34

Am 23. und 28.3. dieses Jahres wurde im Rahmen des Themenbereichs „Arbeitssicherheit“ ein Fahrsicherheitstraining für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Außendiensttätigkeit angeboten. Ich war dabei!


Durchgeführt wurde dieses Training von der Kreisverkehrswacht Rottweil auf deren Übungsgelände bei Zimmern ob Rottweil.Vorgaben für diese Veranstaltung waren unter anderem die Teilnahme mit dem jeweiligen Privat-PKW.

Bereits beim Auffahren auf das Trainingsgelände wurden alle Teilnehmern vor die erste Aufgabe gestellt – hier war die Zufahrt durch Pylonen begrenzt und so konnte jeder Teilnehmer zeigen, ob er die Breite seines Fahrzeugs richtig einschätzt. 

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde folgte ein kurzweiliger Theorieteil, in welchem physikalische Gegebenheiten beim Autofahren vermittelt wurden. Auf die Wahl der richtigen Reifen, wie auch auf die Fragen „Auf welche Achse kommen die besseren Reifen im Sinne von „neueren“ Reifen“, wurde eingegangen oder auch „Von wann bis wann sind Winterreifen die richtige Wahl?“ „Fahren mit Tagfahrlicht oder Fahren mit Abblendlicht, was ist zu bevorzugen“? Wie häufig sollte der Reifenluftdruck kontrolliert werden? Und, und, und...

Kleiner Ausschnitt aus der Theorie: Im Sommer gehören die besseren Reifen auf die Hinterachse des Fahrzeugs, da diese für das Spurhaltegeschehen verantwortlich ist. Vor allem bei Aquaplaning ist dies relevant. Brandaktuell in diesem Jahr: Winterreifen sollten benutzt werden, bis die Straße sicher mehr als +7°C Temperatur hat, um den optimalen Grip der Reifen zu gewährleisten. 

Es folgte der erste Praxisteil. Hier durfte jeder Teilnehmer seine Fahrkünste testen, indem eine Slalomstrecke zu durchfahren war. Ab einer bestimmten individuellen Fahrgeschwindigkeit wurden etwaige Schwächen der Teilnehmer offensichtlich und es flogen die ersten „Hütchen“. Ausgestattet mit Funkgeräten erhielten wir von unserem Trainer während den Übungsfahrten sofort Anweisungen und Tipps. Mit meiner gewohnten Sitzeinstellung – tiefe Sitzposition, nahezu „entspanntes Liegen und cooles Lenken mit einer Hand“ – war die Aufgabe „zügiges Slalomfahren“ jedenfalls nicht zufriedenstellend zu meistern. Nachdem alle Teilnehmer mehr oder weniger die gleichen Erfahrungen machten, wurden wir hinsichtlich Sitzposition unterwiesen. 

Kennen Sie Ihre optimale Sitzhöhe?

Die optimale Sitzhöhe(was macht SUVs so gefragt? –Antwort: Die bessere Rundum-Sicht aufgrund der höheren Sitzposition!), der Abstand zum Lenkrad, das richtige Greifen des Lenkrads (Wo platziere ich meine Hände? Wie platziere ich meine Hände?), das optimale Anlegen des Sicherheitsgurtes, wie auch die Einstellung der Nackenstützen wurde demonstriert und bei jedem Teilnehmer überprüft. Es folgten die nächsten Fahrten durch die Slalomstrecke und siehe da, das Fahrzeug war mit der „neuen“ Sitzposition besser zu beherrschen, der Parcours war schneller, aber trotzdem kontrollierter und damit sicherer zu durchfahren. Das erste „AHA-Erlebnis“ des Tages!Es folgten „Voll“-Bremsversuche auf verschiedenem Untergrund und aus verschiedenen Fahrgeschwindigkeiten: angefangen von Vollbremsungen auf nassem Asphalt, gefolgt von (Voll-)Bremsungen eine Spur auf nassem Asphalt, die andere Spur auf einer Spezialfläche, die Schneematsch simuliert, bis zu Vollbremsungen mit allen vier Rädern ausschließlich auf der speziellen Fläche. Eindrücklich konnte so jeder erleben, was den Unterschied zwischen „Bremsen“ und einer richtigen Vollbremsung ausmacht. 

Ausweichübungen auf verschiedenem Untergrund und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten folgten – auch hier wurden wir immer wieder korrigiert und daran erinnert, dass wir zum Üben hier sind und die Gelegenheit auch nutzen sollten, damit wir solche Manöver nicht im Straßenverkehr üben müssten.Bremsen aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten und die daraus resultierenden Brems- bzw. Anhaltewege waren ebenfalls ein Thema dieses Trainings. Dabei wurde jedem klar vor Augen geführt, dass der Anhalteweg aus 50 km/h rund doppelt so lang ist, wie bei 30 km/h. 

Eine gute Reaktion ist nicht alles! Hilft aber...

Ausgehend von einer angenommenen Reaktionszeit von nur einer Sekunde, legt das Fahrzeug bis zur ersten Reaktion des Fahrers bei 30 km/h rund neun Meter zurück, bei 50 km/ sind es bereits 15 Meter bevor überhaupt eine Bremsung eingeleitet wird. Wird der eigentliche Bremsweg betrachtet kommen nochmals 4,5 bzw. 12,5 Meter dazu. Grob gerechnet bedeutet dies 9 m + 4,5 m = 13,5 m Anhalteweg bei 30 km/h bzw. 15 m + 12,5 m = 27,5 m Wegstrecke bis zum Stillstand – unter der Voraussetzung, dass eine richtige Vollbremsung gemacht wurde. 

Im weiteren Verlauf des praktischen Trainings lernten wir dass sich „Lenken und gleichzeitiges (Voll-)Bremsen auf schneeglatter Fahrbahn nicht vertragen“. Auch hier wurde jedem klar, dass die Physik Grenzen aufzeigt. Im Rahmen der abschließenden Besprechung waren noch einmal die Ziele des Trainings, regelmäßiges Üben und die ggf. noch offenen Fragen ein Thema. Letzte Tipps, wie z. B. wie verhalte ich mich als Letzter mit meinem PKW am Stauende stehend, wenn ich sehe, dass ein nachfolgendes Fahrzeug nicht mehr hinter mir zum Stehen kommt und ich selbst nicht ausweichen kann. Kopf an die (richtig eingestellte) Nackenstütze und Fuß von der Bremse, um die kinetische Energie des Einschlags teilweise auch auf das vor mir stehende Fahrzeug zu übertragen! 

Mein persönliches Resümee: Für alle Führerscheininhaber sollte ein Fahrsicherheitstraining ein MUSS sein! 

Trotz 35 Jahren Fahrpraxis und jährlich rund 40.000 gefahrenen Kilometern war ich sehr beeindruckt und ich habe mir vorgenommen alle paar Jahre ein solches Training zu absolvieren, aber auch allen Kollegen, Bekannten und Verwandten zu empfehlen.Danke dem Regierungspräsidium für das Ermöglichen der Teilnahme und Danke der Kreisverkehrswacht für die Durchführung.Der Verkehrswacht Rottweil wünsche ich „Viel Erfolg“ mit dem geplanten neuen Übungsgelände und recht viele Teilnehmer bei zukünftigen Trainingseinheiten. Sollten sich die Leser jetzt die Frage stellen, wie die z. B. die optimale Sitzposition aussieht hier mein Tipp:Anmelden bei einem Fahrtraining – diese Trainings werden auch für Privatpersonen angeboten!

Einstiegsbild mit freundlicher Genehmigung der Kreisverkehrswacht Rottweil e.V.