Interview mit Georg Walter

Interview mit Herrn Abteilungsdirektor Georg Walter, Leiter des Referats "Personal"




Herr Walter, im vergangenen Jahr haben Sie Ihr 40-jähriges Dienstjubiläum gefeiert, in den nächsten Tagen gehen Sie in den beruflichen Ruhestand. Welche Stationen haben Sie im Laufe Ihres beruflichen Lebens in der Landesverwaltung inne gehabt?

Nach dem ersten juristischen Staatsexamen habe ich das Referendariat beim Landgericht in Hechingen absolviert. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen war ich zunächst beim Landratsamt Waldshut, danach für einige Jahre beim Sozialministerium. 1990 wechselte ich zum Regierungspräsidium Tübingen, wo ich zunächst in der Abteilung 4 im Referat 41 tätig war. Anschließend war ich für einige Jahre Presse- und Koordinierungsreferent, danach stellvertretender Leiter und Leiter des Abfallreferats. Etwa 1 ½ Jahre leitete ich das Rechtsreferat, bevor ich im Dezember 2005 die Leitung des Personalreferats übernommen habe.

Jetzt können Sie es ja sagen: Welche Tätigkeit in der Landesverwaltung hat Ihnen persönlich am meisten Spaß bereitet? Welche Aufgabe fanden Sie besonders spannend?

Mit dem Spaß ist das so eine Sache. Spannend jedenfalls waren die meisten Tätigkeiten, in denen ich eingesetzt war. Besonders spannend war natürlich die Übernahme des Personalreferats unmittelbar nach der Verwaltungsreform 2005, zumal 2006 bereits die erste Regelbeurteilungsrunde im neuen, deutlich größeren Haus anstand. Dabei galt es vor allem, die unterschiedlichen Beurteilungsniveaus der alten und der neuen Abteilungen einander anzupassen.

Sie können auf 40 Jahre Tätigkeit in der Verwaltung zurückblicken. Welche Entwicklungen der Landesverwaltung sehen Sie eher mit Sorge, welche betrachten Sie persönlich eher als eine gute Investition in die Zukunft?

Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit, die Landesverwaltung an die aktuellen Entwicklungen anzupassen, habe ich manchmal das Gefühl, dass eine Zeit ohne anstehende Reformen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Arbeitszufriedenheit von Vorteil wäre. Aktuell bin ich sehr froh darüber, dass das 1480er-Stelleneinsparprogramm im Rahmen der Haushaltsaufstellung 2018/2019 voraussichtlich vollständig gestrichen wird, und dass die Regierungspräsidien sogar eine Reihe neuer Stellen erhalten sollen. Dies wird gewährleisten, dass wir nicht nur alle freiwerdenden Stellen nachbesetzen können, sondern für neue Aufgaben auch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen können.

 

Der Personalchef eines Hauses hat meist eine komplizierte Stellung zwischen Hausspitze, Abteilungsleitungen, Kollegen und Personalrat. Wie haben Sie selbst in diese Rolle reingefunden?

Durch ständiges Bemühen Tag für Tag. Bemühen um Ausgleich, aber auch um eine klare Linie. Die Unterstützung durch erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat dabei sehr geholfen.

Wo sehen Sie die Herausforderung im Personalmanagement in den nächsten 10 Jahren?

Die gravierendsten Veränderungen in den nächsten 10 Jahren werden sich nach meiner Einschätzung aus der Fortentwicklung der IT-Verfahren ergeben, insbesondere aus der elektronischen Vorgangsbearbeitung und Aktenführung und der zunehmenden Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in alternierender Telearbeit beschäftigt sind. Aktuell haben wir bereits 166 Telearbeiterinnen und Telearbeiter. Dazu kommen 19 vorliegende Neuanträge. Diese Entwicklungen werden vermutlich Auswirkungen auf das Miteinander haben, so dass wir aufpassen müssen, dass unser gutes Betriebsklima auch unter den sich ändernden Rahmenbedingungen gut bleibt.

Welchen guten Rat würden Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg geben wollen?

Mit meiner Nachfolgerin habe ich schon einige ausführliche Gespräche geführt. Dabei geht es aber weniger um Ratschläge, als vielmehr um Informationen zu den verschiedensten Bereichen der Personalverwaltung.

​Verraten Sie uns was Sie für Ihren beruflichen Ruhestand geplant haben?

So ganz konkrete Pläne habe ich noch nicht. Ich freue mich aber darauf, mehr Zeit mit der Familie und mit Freunden und – das ist mir besonders wichtig - an der frischen Luft verbringen zu können. Sicherlich werden wir auch die eine oder andere Reise unternehmen.

Herr Walter, vielen Dank für das Interview und alles Gute für Ihren "Un-ruhestand!"

Die Fragen stellte Silvia Langer, K-Stelle, Das Interview wurde Ende Juli 2017 erstellt.