Zum Abschluss: Festakt in der LEA Meßstetten


Sandra Brendler

Leiterin Referat 15.2 - Flüchtlingsaufnahme


Festakt zur Schließung der Landeserstaufnahme-einrichtung (LEA) für Flüchtlinge in Meßstetten am 29.09.2017

von Sandra Brendler, Leiterin des Referats 15.2

Die Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (LEA) in Meßstetten wurde zum 30.09.2017 geschlossen. Bei der Abschlussveranstaltung am 29.09.2017 waren neben den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sämtliche beteiligte Behörden, Organisationen und privaten Dienstleister eingeladen.

Die Festreden wurden von Herrn Regierungspräsident Klaus Tappeser, Herrn Landrat Günther-Martin Pauli, Herrn Bürgermeister Frank Schroft und Herrn Karl-Otto Gerstenecker, ehemaliger Ehrenamtskoordinator der LEA Meßstetten gehalten.

Im August 2014 fiel vor dem Hintergrund der aufkommenden Flüchtlingswelle die Entscheidung, neben der damalig einzigen bereits überfüllten Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Karlsruhe, eine weitere Einrichtung in Meßstetten in der ehemaligen Zollernalb-Kaserne einzurichten.

Die Einrichtung wurde am 28.10.2014 mit 33 Flüchtlingen erstbelegt und hat seither mehr als 28 .000 Asylsuchenden eine menschenwürdige Unterbringung ermöglicht.

Herr Regierungspräsident Klaus Tappeser hob in seiner Festrede die "beispiellose Zusammenarbeit zwischen Land, Kreis und Kommune sowie den vielen Bürgerinnen und Bürgern" hervor. Er sagte, dass das großartige ehrenamtliche Engagement viel zum gegenseitigen Verständnis zwischen Einheimischen und geflüchteten Menschen beigetragen hat.

Des Weiteren wies er darauf hin, dass die LEA Meßstetten aufgrund der hervorragenden Arbeit aller Beteiligten weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt sei. Dort hätten die Mitarbeiter und Helfer die Flüchtlinge mit Respekt und Einfühlsamkeit begleitet. Die Menschlichkeit aller Beteiligten und v.a. der Meßstetter Bürgschaft lobte auch der Landrat des Zollernalbkreises, Herr Günther-Martin Pauli, in seiner Rede. Er wies jedoch auch darauf hin, dass zunächst Vorbehalte gegen die Einrichtung bestanden, die jedoch schnell abgebaut werden konnten.

Die LEA habe sich durch ein überdurchschnittliches Engagement von allen Seiten zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt. Er betonte den Einsatz der Bürger, Vereine, Kirchen und sozialen Instanzen: "Es hat viele wertvolle Begegnungen und Erfahrungen gegeben."

Herr Bürgermeister Frank Schroft erläuterte, dass nach der anfänglichen Skepsis in der Bevölkerung sich Verständnis, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Offenheit durchgesetzt haben. Dafür zu sorgen, dass Menschen aus verschiedenen Nationen mit unterschiedlichen Sprachen, Kulturen, Religionen, Erfahrungen und Erwartungen in der LEA friedlich und weitgehend konfliktfrei leben, sei eine große Herausforderung gewesen, die mit Bravour gemeistert wurde. Freiheit sei das höchste Gut. Es lohne sich, jeden Tag dafür einzusetzen und den Anfängen eines dumpfen Nationalismus Einhalt zu gebieten.

Herr Karl-Otto Gerstenecker bedankte sich als einer der Verantwortlichen für die Ehrenamtskoordination in der LEA Meßstetten bei den fast 300 ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen für die "tolle Zusammenarbeit“.

In seiner Rede zählte er einige Aktivitäten der Ehrenamtlichen für die Flüchtlinge auf. Das Begegnungszentrum und das Internet-Café, das bis zum Ende der LEA 5.362 Stunden geöffnet gewesen sei und 36. 399 Personen aufgesucht hätten, die überwältigende Zahl von Kleiderspenden, die bis zu 40 Menschen in der Kleiderkammer sortiert hätten, den Sprachunterricht und das Fußballspielen, das Basteln und Spielen mit den Kindern, Schach sowie Strick- und Häkelrunden, die Besuche im Wald mit dem Förster, das Schlittenfahren, die Tischtennisturniere und Fahrdienste für Flüchtlinge.

Er hob hervor, dass die Streetworker als Bindeglied zwischen den Einheimischen und den Flüchtlingen im Einsatz waren und viele Konflikte lösen und Missverständnisse aufklären konnten. Zudem gab es eine Vielzahl von kulturellen Veranstaltungen und Ausflügen.

Für die entsprechende festliche Umrahmung der Veranstaltung sorgte Familie Bieber, mit ihren klassischen Stücken für Cembalo, Geige und Flöte.

Die Veranstaltung war ein würdiger Abschluss für den gelungenen Betrieb der LEA Meßstetten. Herr Regierungspräsident Tappeser beendete deshalb auch die Ära „LEA Meßstetten“ mit den Worten: „Diese vergangenen drei Jahre werden in unseren Herzen verwurzelt bleiben und v.a. auch in den Herzen der Menschen, die hier Schutz gesucht und gefunden haben".