Mann steht an der Enz und betrachtet den Bagger beim arbeiten

Gewässerrenaturierung - Gewässer erhalten und entwickeln

Gewässer sind die Lebensadern der Landschaft und übernehmen wichtige Funktionen im Wasser- und Naturhaushalt. Nicht zuletzt die EG-Wasserrahmenrichtlinie verlangt, dass Gewässer in einem guten ökologischen Zustand erhalten werden oder dieser wieder erreicht wird. Dies kann durch die unterschiedlichsten Maßnahmen erzielt werden. Ziel aller Maßnahmen ist es, unsere Gewässer für die hier heimische Artenvielfalt als Lebensraum zu erhalten bzw. wieder zurückzugewinnen.

Aber auch wir Menschen profitieren von einer intakten Umwelt – nicht zuletzt dadurch, dass wir sie erleben und uns dort erholen können. Für den Erhalt und die Entwicklung unserer Gewässer ist der gesetzlich zuständige Träger der Unterhaltungslast verantwortlich. An den Gewässern erster Ordnung sind dies die Landesbetriebe Gewässer bei den Regierungspräsidien. Für die Gewässer zweiter Ordnung sind dies die Gemeinden.

 

Warum Gewässerrenaturierungen?

Durch den Bau von Abwasserbehandlungsanlagen hat sich die Gewässergüte stark verbessert, deshalb stellen heute die Defizite in der Gewässerstruktur die maßgebliche Einschränkung dar. Ausgebaute Gewässer haben ein fixiertes Gewässerbett und einen künstlich geformten Querschnitt. Die monotone Gewässerstruktur mit ihren einheitlichen Strömungsbedingungen hat vielen Flussbewohnern die Lebensgrundlage entzogen. Laufverkürzungen, die im Rahmen der Begradigung der Fließgewässer durchgeführt wurden, bewirkten zusätzlich erhöhte Fließgeschwindigkeiten, die auch zu einem Anstieg der Scheitelwerte von Abflüssen bei Hochwasser führten.

Seit einiger Zeit versucht man dies durch Renaturierungsmaßnahmen zu korrigieren. Ziel ist es, den Flüssen und Bächen ihre natürliche Eigendynamik zurückzugeben. Bei der Renaturierung wird deshalb versucht, durch den Rückbau wieder eine freiere Entwicklung der Gewässer zu ermöglichen. Dabei sind Fluss und Auen als zusammenhängendes System zu betrachten.

 

Renaturierung der Deggenhauser Ach

Grundlagen einer naturnahen Gewässerentwicklung

Fließgewässer dienen nicht nur den Tieren und Pflanzen als Lebensraum, sondern auch der Ableitung von Hochwasser, der Erhaltung und Sicherung eines günstigen Grundwasserhaushaltes, dem Naturpotential der Landschaft entlang des Gewässers sowie der Freizeit- und Erholungsnutzung. Bei einer Renaturierung oder einem Ausbau sind deshalb zahlreiche Randbedingungen zu beachten. Als Ziel für eine naturnahe Umgestaltung gilt das Leitbild eines potenziell natürlichen Gewässerzustands.

Um eine naturnahe Gewässerentwicklung zu erreichen, haben Kommunen und Land Gewässerentwicklungskonzepte und Gewässerentwicklungspläne aufgestellt. Die in den Gewässerentwicklungsplänen empfohlenen Maßnahmen verbessern die ökologische Funktionsfähigkeit der Bäche und Flüsse, schaffen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung des guten ökologischen Zustands unserer Fließgewässer. Diese Gewässerentwicklungspläne wurden bei der Erstellung der Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) berücksichtigt.

Warum ist die Wiederherstellung der Durchgängigkeit wichtig?

Fließgewässer sind offene Ökosysteme. Hierbei spielt die Ausbreitung von Fließgewässerlebewesen und deren Wanderung mit und gegen die Strömung eine große Rolle. Die Laichwanderungen sogenannter Wanderfische wie Lachs, Meerforelle, Maifisch, Fluss- und Meerneunauge sind fester Bestandteil in deren Lebenszyklen.

Besonders in den Siedlungsbereichen sind die Gewässer durch Kreuzungsbauwerke wie z. B. Sohlenabstürze, Wehre, Stauhaltungen, Durchlassbauwerke und Verrohrungen und Verbauungen beeinträchtigt. Bei der Herstellung dieser Anlagen standen in der Vergangenheit oft nur hydraulische Kriterien bzw. eine kostengünstige Bauweise im Vordergrund. Diese Querbauwerke im Gewässerbett behindern oder unterbinden diese Wanderungen und sind deshalb möglichst zu vermeiden oder rückzubauen. Weiterhin benötigte Wehranlagen und Sohlenabstürze sind naturnah und durchgängig umzugestalten.

​Planungsgrundlagen für gewässerökologische Maßnahmen

Dokumente

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DokumenttitelDateitypGröße
Gewässerentwicklungskonzept Alb-Donau-Kreis pdf 383 KB
Gewässerentwicklungsplan Alb-Donau-Kreis pdf 148 KB
Gewässerentwicklungskonzept Bodenseekreis pdf 196 KB
Gewässerentwicklungsplan Bodenseekreis pdf 858 KB
Gewässerentwicklung Bodensee pdf 80 KB
Infoblatt Gewässerentwicklung an der Hegauer Aach pdf 275 KB
Gewässerentwicklung Elz/Dreisam pdf 409 KB
Gewässerentwicklung Rench und Acher-Rench-Korrektion pdf 392 KB
Gewässerentwicklung des Hochrheins pdf 284 KB
Gewässerentwicklung Neckar und Glatt pdf 485 KB
Gewässerentwicklung der Donau pdf 436 KB
Gewässerentwicklung der Wutach pdf 261 KB
Gewässerentwicklung der Wiese pdf 243 KB
Gewässerentwicklung der Schutter pdf 224 KB
Gewässerentwicklungsprojekte an der Kinzig pdf 2 MB
Gewässerentwicklungskonzept Landkreis Biberach pdf 489 KB
Gewässerentwicklungsplan Landkreis Biberach pdf 827 KB
Gewässerentwicklungskonzept Landkreis Ravensburg pdf 311 KB
Gewässerentwicklungsplan Landkreis Ravensburg pdf 816 KB
Gewässerentwicklungskonzept Landkreis Reutlingen pdf 297 KB
Gewässerentwicklungsplan Landkreis Reutlingen pdf 388 KB
Gewässerentwicklungskonzept Landkreis Sigmaringen pdf 504 KB
Gewässerentwicklungsplan Sigmaringen pdf 673 KB
Gewässerentwicklungsplan Landkreis Tübingen pdf 296 KB
Gewässerentwicklungskonzept Landkreis Tübingen pdf 229 KB
Deichrückbau an der Rench bei Erlach pdf 1 MB
Umgestaltung von Sohlbauwerken an der Rench zwischen "Müllener Wehr" und "Koehler Wehr" pdf 655 KB
Gewässerentwicklungskonzept Stadtkreis Ulm pdf 165 KB
Gewässerentwicklungsplan Stadtkreis Ulm pdf 197 KB
Durchgängigkeits- und Strukturmaßnahme Alte Kinzig, Willstätt pdf 3 MB
Gewässerentwicklungskonzept Zollernalbkreis pdf 311 KB
Gewässerentwicklungsplan Zollernalbkreis pdf 435 KB