Bis in die 1950er-Jahre brachte der Acker während eines Bewirtschaftungsjahres nicht nur Getreide und Futterpflanzen hervor.
Spaziergänger konnten schon von Weitem die Farbtupfer von Klatschmohn, Kornblume, Kamille oder Kornrade erkennen. Traten sie nahe an den Acker heran, entdeckten sie zwischen den Ähren auch zahlreiche unscheinbare Gewächse, deren Namen allein schon von einer lebendigen Vielfalt erzählen: Adonisröschen, Gauchheil, Venuskamm, Tännel-Leinkraut, Möhren-Haftdolde, Niederliegender Krähenfuß – um nur einige zu nennen, mit deren Namen sich in der traditionellen bäuerlichen Kultur unzählige Mythen, Geschichten und Wissen um Nahrungsquellen verbanden. Über 300 Arten von Ackerwildkräutern sind bekannt und begleiteten unsere Feldkulturen seit Jahrtausenden.