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75031 Eppingen-Richen, Hintere Gasse 8

Beschreibung

Beschreibung

Die ehemalige evangelisch-reformierte Filialkirche ist als prägender Bestandteil der historischen Bebauung in der nördlichen Dorfkernhälfte von wichtiger Bedeutung für die Ortsbaugeschichte.

Nachdem die mittelalterliche Pfarrkirche auf dem ummauerten Kirchplatzhügel (um 1970 abgebrochen) infolge der kurpfälzischen Religionsdeklaration 1707 wieder der neu gegründeten katholischen Gemeinde zugesprochen wurde, mussten die Mitglieder der reformierten Gemeinde an Gottesdiensten der umliegenden Gemeinden teilnehmen. Dieser unbefriedigende Zustand führte zum Entschluss, ein eigenes Kirchengebäude im Ort zu errichten, das ausweislich des Inschriftensteins über dem Korbbogentor 1726 aus eigener Kraft realisiert wurde.

Dort findet sich auch die Widmungsinschrift, die den Bau als gottesdienstliche Versammlungsstätte zum Erhalt des heiligen Wortes auszeichnet und so auf die bauliche Umsetzung eines dezidiert protestantischen Glaubensgrundsatzes hinweist.

Das Gebäude selbst wurde als Saalkirche mit dreiseitigem Chorschluss und hohen Fensteröffnungen konzipiert, wobei der Innenraum über Emporeneinbauten entlang der Nordost- und Westwand verfügte. Nach dem Zusammenschluss der lutherischen und reformierten Gemeinden ab 1821 im Großherzogtum Baden wurde der Kirchenbau für die nun vereinigte evangelisch-protestantische Gemeinde des Ortes zu klein, was den bis 1845 fertiggestellten Kirchenneubau am nördlichen Ortskernrand nach sich zog.

Im Zuge dessen wurde die alte reformierte Kirche 1846 verkauft und ausweislich der Inschrift im Torbogenkeilstein 1883 zur Scheune umgebaut. Durch die Umnutzung wurde der Innenraum entsprechend verändert und weist demzufolge eine dreischiffige (Längsrichtung) und vierzonige (Querrichtung) Innengliederung auf, in deren Holzkonstruktion vier Ständer der ehemaligen Emporen in Zweitverwendung eingebaut wurden.

Gleichzeitig wurde das heutige Korbbogentor zur Erschließung der Mitteltenne eingefügt. Somit handelt es sich um einen architekturgeschichtlich wie auch hauskundlich bedeutenden Vertreter einer barockzeitlichen reformierten Saalkirche in der Region, die im späten 19. Jahrhundert zum landwirtschaftlichen Ökonomiegebäude umgestaltet wurde.

Der Bau besitzt überdies zentralen Quellenwert für die Richener Glaubens-, Siedlungs- und Konfessionsgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts und veranschaulicht bäuerlich geprägte Arbeits- und Wirtschaftsverhältnisse des späten 19. Jahrhunderts im Ort.

Weitere Informationen

Das Objekt

Zentral im alten Ortskern von Richen und im Geltungsbereich der Sanierungssatzung ORTSMITTE RICHEN (Landessanierungsprogramm)

Erbaut:

1726

Grundstücksgröße:

207 m2 

Wohn-/Nutzfläche:

ca. 300 m2 

Derzeitige Nutzung:

Scheune und Lager

Mögliche Nutzung:

Wohnnuztung / Büro für freiberufliche Tätigkeiten / im EG Parken möglich

Baulicher Zustand:

stark renovierungsbedürftig / Notsicherung Außenwand

Kaufpreis:

VHB

Eingestellt am: 18.03.2026

Kontakt

Kontakt

Sabine Prieto
Marktplatz 3
75031 Eppingen
07262 920-1132
E-Mail senden
www.eppingen.de

 

Das Angebot liegt im Landkreis Heilbronn