Planung
Der Rückhalteraum (RHR) erstreckt sich von Rheinstetten-Neuburgweier bis Karlsruhe-Daxlanden entlang des Rheins. Er ist ca. 5,5 km lang und ca. 0,9 km breit. Auf einer Fläche von ca. 510 ha wird so ein Rückhaltevolumen von ca. 14 Millionen m³ geschaffen.
Der RHR Bellenkopf/Rappenwört wird allseits von Dämmen umschlossen, zum Rhein hin liegen fünf Ein- und Auslassbauwerke. Zwischen den seltenen Hochwassereinsätzen kann Rheinwasser den Rückhalteraum durchfließen (ungesteuerte Ökologische Flutungen), um eine hochwassertolerante Flora und Fauna zu erhalten bzw. zu entwickeln und damit die Umweltverträglichkeit zu gewährleisten. Die im Rückhalteraum liegende Hermann-Schneider-Allee wird ebenso an die künftigen Überflutungen angepasst wie der Rheinpark, das Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört und die übrigen Straßen, Brücken und Bauwerke im Polder.
Bebaute Gebiete angrenzend an den Rückhalteraum werden durch umfangreiche Schutzmaßnahmen vor zusätzlichen, schadbringenden Grundwasseranstiegen geschützt, die im Zusammenhang mit dem Bau- und Betrieb des Polders auftreten könnten; so werden drei große Pumpwerke, sowie Brunnen, Teiche und diverse Drainagen und Gräben gebaut, um Grundwasser abführen zu können.
Bereits in der Planung wurden die für die Umsetzung eines solchen Großprojektes unweigerlich nötigen Eingriffe in die Natur auf ein Minimum reduziert.
Deshalb gibt es ein umfangreiches Konzept mit zahlreichen Maßnahmen, um Bau und Betrieb des Polders umweltverträglich zu realisieren.
Wir bemühen uns, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten – Aus Sicherheitsgründen müssen jedoch bestimmte Bereiche des Rückhalteraumes während der Bauphase zeitweise gesperrt werden. Entsprechende Informationen, z.B. zu Umleitungen, werden über die Presse bekannt gegeben.
Geplante Maßnahmen
Ein- und Auslassbauwerke
Vier der fünf Ein- und Auslassbauwerke befinden sich im Hochwasserdamm XXV (Bauwerke 2-5). Das Bauwerk 1 wird in der Trasse der L566 errichtet, westlich von Neuburgweier. Während Bauwerk 1 und 2 reine Einlassbauwerke sind, dienen die Bauwerke 3, 4 und 5 je nach Betriebszustand sowohl der Füllung als auch Entleerung des Polders. Mit der Steuerung der fünf Bauwerke wird eine kontinuierliche Durchströmung des Rückhalteraums sichergestellt.
Dämme
Der zukünftige Hochwasserrückhalteraum ist von Dämmen umgeben. Einige dieser Dämme wurden bereits im 19. Jahrhundert im Rahmen der Rheinbegradigung von Johann Gottfried Tulla geplant und tragen daher dessen Namen (Tulladamm).
Grundwasserhaltung
Um zusätzliche, schadbringende Grundwasserstandsanstiege durch den Betrieb des Polders zu vermeiden, sind Grundwassererhaltungsmaßnahmen notwendig. Sie messen, überwachen, regeln und korrigieren bei Bedarf den Grundwasserstand.
Rheinpark Rappenwört
Schwimmbad, Parkplatz, Naturschutzzentrum, Eiswiese, Straßenbahn etc. bleiben erhalten. Lediglich der Forststützpunkt Karlsruhe wird verlegt werden. Ein Ersatzbau entsteht außerhalb des Polders. Der Rheinpark erhält zusätzlich zum rheinseitigen Damm auf dem Rheinstrandbadgelände eine Umschließung durch eine Spundwand.
Hermann-Schneider-Allee
Die Hermann-Schneider-Allee ist und bleibt eine wichtige Verbindung zum Rheinpark. Sie wird von Fußgängerinnen und Fußgängern, Radfahrerinnen und Radfahrern, der Straßenbahn und PKW genutzt. Genauso wie der Rheinpark wird auch die Hermann-Schneider-Allee zukünftig vor steigenden Wasserständen geschützt sein.
Naturschutzzentrum Karlsruhe
Das Naturschutzzentrum befindet sich in einem denkmalgeschützten Bauhaus-Gebäude mitten in der Rheininsel Rappenwört. Eine Dauerausstellung mit vielen interaktiven Elementen zeigt die Entstehungsgeschichte des Rheins, die Bedeutung und ökologische Wertigkeit der Auen und ihre Gefährdung.
Straßen und Wege
Im Rückhalteraum werden sechs Wegeanpassungen durchgeführt. Damit wird sichergestellt, dass wichtige Wegeverbindungen für die Naherholung möglichst lange nutzbar sind, auch wenn der Wasserstand im Polder schwankt.