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  • Abteilung 9
    04.07.2014
    Landesgesundheitsamt macht auf die Arbeit des landesweiten Netzwerkes zur Bekämpfung der Weiterverbreitung von multiresistenten Erregern aufmerksam
    Regierungspräsident Johannes Schmalzl: „Die Arbeit des Netzwerkes ist ein wichtiger Beitrag des Landes zur Patientensicherheit und zur Versorgungsqualität.“

    Multiresistente Erreger (MRE) sind Bakterien, die eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika aufweisen. Wenn diese Erreger an Infektionen beteiligt sind, kann dies zu schwerwiegenden Problemen bei der Krankenversorgung sowie in der Alten- und Langzeitpflege führen. Der bekannteste Vertreter ist der Methicillinresistente Staphylococcus aureus (MRSA). Aber auch weitere, gegen viele gängige Antibiotika unempfindliche Bakterienstämme wie multiresistente gramnegative Stäbchenbakterien (MRGN) sowie Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) werden immer häufiger nachgewiesen. Die Beteiligung von MRE an Infektionen kann den Heilungsverlauf verzögern und Krankenhausaufenthalte verlängern. Darüber hinaus kann die Keimträgerschaft auf andere Personen übertragen werden. Daher sind im medizinischen Bereich Schutzmaßnahmen erforderlich. Für das Gesundheitswesen resultieren aus jeder MRE-Infektion zusätzliche Kosten für Diagnostik, Therapie und ein erweitertes Hygienemanagement.

    Von den multiresistenten Erregern verursacht Staphylococcus aureus bisher weltweit noch die meisten im Krankenhaus erworbenen Infektionen. In Deutschland wurde in den letzten Jahren eine Zunahme des Anteils von multiresistenten Stämmen (MRSA) an allen Staphylococcus aureus-Nachweisen von 2 Prozent auf bis zu 23 Prozent, vor allem auf Intensivstationen registriert. Die aktuellen Daten aus Krankenhäusern zeigen, dass auch in Baden-Württemberg multiresistente Erreger deutlich zunehmen.

    Am kommenden  Montag, 7. Juli, beginnt die Themenwoche „Patientensicherheit und Qualität in baden-württembergischen Kliniken“. Aus diesem Anlass macht das Landesgesundheitsamt auf die bedeutende Arbeit des Netzwerkes zur Bekämpfung der Weiterverbreitung von multiresistenten Erregern (MRE-Netzwerk) aufmerksam. Regierungspräsident Johannes Schmalzl sagt: „Die Arbeit des Netzwerkes ist ein wichtiger Beitrag des Landes zur Patientensicherheit und zur Versorgungsqualität.“

    Das Netzwerk Baden-Württemberg hilft Kliniken bei der Bekämpfung der Weiterverbreitung multiresistenter Erreger. Das Gesamtnetzwerk besteht aus regionalen Netzwerken, die vom öffentlichen Gesundheitsdienst geleitet werden. Zwischenzeitlich sind sie in fast allen Landkreisen etabliert und werden vom Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart zentral koordiniert.

    Ziele der Netzwerkarbeit sind sowohl die Verbesserung der Information zwischen stationärem und ambulantem Bereich sowie die der Patientenversorgung in medizinischen Einrichtungen. Zu den Aufgaben gehören sowohl die Aufklärung von betroffenen Patienten und ihren Angehörigen als auch die Fortbildung und Beratung von medizinischem Fachpersonal durch Informationsmaterialien und Veranstaltungen.

    Auf der Homepage des öffentlichen Gesundheitsdienstes (www.gesundheitsamt-bw.dee) können Merkblätter zum Thema für betroffene Patienten und ihre versorgenden Einrichtungen kostenlos abgerufen werden. Es ist geplant, für Ende des Jahres 2014 Informationen für Betroffene und deren Angehörige ab Jahresende 2014 auch in verschiedenen Sprachen zu veröffentlichen.

    Das MRE-Netzwerk Baden Württemberg wird durch eine Anschubfinanzierung über drei Jahre von den baden-württembergischen Krankenkassen unterstützt. Prioritäten der weiteren Netzwerkarbeit werden die Verbesserung des Antibiotikamanagements durch Schulungen und fallweise Beratungen von medizinischen Einrichtungen durch Experten sein, ferner der Ausbau der Kooperation mit der Veterinärmedizin bei der Eindämmung der Weiterverbreitung multiresistenter Erreger.

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Katja Lumpp
Pressesprecherin
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Pressereferent
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Pressereferentin
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