Lärmschutzwände entlang einer Wohnsiedlung, Im Vordergrund sieht man eine nicht befahrene Straße, hinter der Lärmschutzwand sind die Giebel der Häuser zu sehen

Lärmschutz an Straßen

Lärmvorsorge und Lärmsanierung an Landes- und Bundesstraßen

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Lärmvorsorge

Auf Lärmschutz beim Neubau und der wesentlichen Änderung von Straßen besteht ein gesetzlicher Anspruch sofern die geltenden Immisionsgrenzwerte überschritten werden. 

Beim Bau neuer Straßen ist das Ziel der Lärmvorsorge die Vermeidung bzw. die Verringerung von unzumutbaren Einwirkungen des Straßenverkehrslärms auf bewohnte Gebiete. Als gesetzliche Grundlage gilt dabei das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) mit den §§ 41 – 43 und § 50.

Konkretisiert wird dieses Gesetz in den Vorschriften:

  • 16. BImSchV - 16. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes
  • VLärmSchR 97 - Verkehrslärmschutzrichtlinien
  • 24. BImSchV - 24. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes
  • RLS-19 - Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen.

    Lärmsanierung

    Als Lärmsanierung werden Schutzmaßnahmen an bestehenden Verkehrswegen bezeichnet. Sie wird als freiwillige Leistung nach haushaltsrechtlichen Regelungen gewährt. Auf Lärmsanierungsmaßnahmen besteht kein Rechtsanspruch.

    Lärmsanierungsmaßnahmen werden in der Regel nur an Gebäuden durchgeführt, die vor Inkrafttreten des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (01.04.1974) errichtet wurden oder die im Geltungsbereich eines Bebauungsplans liegen, der vor diesem Zeitpunkt rechtskräftig wurde.

    Damit Zuschüsse für Maßnahmen gewährt werden können, müssen bestimmt Lärmwerte, die sogenannten Auslösewerte, überschritten werden (siehe Tabelle). Bei Vorliegen der Voraussetzungen werden die Aufwendungen für bauliche schallschutztechnische Verbesserungsmaßnahmen mit einem Zuschuss in Höhe von bis zu 75% der Kosten gewährt. 

    Übersicht über die geltenden Grenz- bzw. Auslösewerte

    NutzungenGrenzwerte
    Lärmvorsorge

    Tag / Nacht
    dB(A)

    Auslösewerte 
    Lärmsanierung

    Tag/Nacht
    dB(A)

    Krankenhäuser, Schulen, Kur- und Altenheime57 / 47 64 / 54
    Reine und allgemeine Wohngebiete sowie Kleinsiedlungsgebiete59 / 4964 / 54
    Kern-, Dorf- und Mischgebiete64 / 5466 / 56
    Gewerbegebiete69 / 5972 / 62

    Informationen und Antragsunterlagen zu passiven Lärmschutzmaßnahmen

    Im Folgenden finden Sie Informationen und wichtige Dokumente zu passiven Lärmschutzmaßnahmen. Bitte prüfen Sie vor der Verwendung der Antragsformulare, ob die jeweiligen Vorraussetzungen, die in den entsprechenden Hinweisen aufgeführt sind, bei Ihnen vorliegen. Zuschüsse im Rahmen der Lärmsanierung sind u. a. nur dann möglich, wenn die bauliche Anlage vor dem 01.04.1974 errichtet oder ausgebaut wurde.

    Lärmschutzmaßnahmen

    Aktiver und passiver Lärmschutz

    Zum aktiven Lärmschutz zählen technische Maßnahmen an Straßen wie z. B. Lärmschutzwände und Lärmschutzwälle, aber auch Tunnel- oder Einhausungslösungen sowie lärmmindernde Straßenbeläge.

    Unter passivem Lärmschutz werden bauliche Verbesserungsmaßnahmen schalltechnischer Art an Außenbauteilen von Gebäuden verstanden. Hierzu zählen Schallschutzfenster, aber auch die Verbesserung der Schalldämmung von Türen, Rollladenkästen oder ganzer Fassaden.

    Lärmschutzbauten

    Sichtschutz mit Schallschutz - Praxisleitfaden für private Schallschutz-Investitionen (pdf, 2 MB)

    Verwendung von lärmmindernden Asphaltdeckschichten von Bundes- und Landesstraßen im Innerortsbereich​

    Bild zeigt Lastwagen hinter Lärmschutzwand

    Lärmaktionsplanung

    Mit der Umsetzung der Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25.06.2002 (Umgebungslärmrichtlinie) in nationales Recht werden in stark belasteten Gebieten Lärmkartierungen durchgeführt, um bei Bedarf Aktionspläne (Lärmminderungspläne und Maßnahmenpläne) aufzustellen und umzusetzen.

    Lärmaktionsplanung in Baden-Württemberg

    Lärmkartierung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW)

    Berechnungsverfahren

    Laut Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) ist die Lärmsituation immer mit Hilfe des Berechnungsverfahrens der Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen (RLS-19) zu ermitteln und zu beurteilen. Die Berechnung ermöglicht bundesweit objektive Maßstäbe für den Lärmschutz und den Vergleich zwischen unterschiedlichen Fällen von Lärmbelastung. In die Berechnung wird u. a. die örtliche Topographie, Verkehrsstärke und –zusammensetzung, Geschwindigkeit und Art der Straßenoberfläche berücksichtigt. Schallmessungen können hingegen nur eine kurzfristige Situation erfassen, die hinsichtlich Verkehrsbedingungen, Windverhältnissen und anderen Faktoren erhebliche Veränderung erfährt. Auch ist eine für einen Aus- und Neubau maßgebliche Prognosesituation durch eine Messung nicht abbildbar.