Renaturierung der Brenz

Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Regierungspräsidien Baden-Württemberg (baden-wuerttemberg.de)

Seit dem 22. Dezember 2000 hat die Europäische Union ein einheitliches Wasserrecht: Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL). Die WRRL verfolgt einen umfassenden, integrativen Ansatz, der den nachhaltigen Ressourcenschutz und den Erhalt bzw. die Wiederherstellung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Gewässer in den Mittelpunkt stellt.

Die WRRL wurde durch das Wasserhaushaltsgesetz, die Oberflächengewässerverordnung und die Grundwasserverordnung in deutsches Recht umgesetzt. Die rechtliche Umsetzung der EG-WRRL in Baden-Württemberg erfolgte mit Änderung des Wassergesetzes für Baden-Württemberg vom 22.12.2003. Verantwortlich für die Zielerreichung ist in Baden-Württemberg die jeweilige Flussgebietsbehörde gem. § 83 Wassergesetz (Fassung vom 03.12.2013).

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WRRL-Teilbearbeitungsgebiete

Teilbearbeitungsgebiete der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

Ziel der Wasserrahmenrichtlinie...

... ist es, den guten ökologischen und chemischen Zustand der oberirdischen Gewässer und den guten chemischen und mengenmäßigen Zustand des Grundwassers herzustellen. Für künstliche und erheblich veränderte Gewässer ist die Herstellung des guten ökologischen Potenzials und des guten chemischen Zustands das Ziel.

Umgesetzt wird die Wasserrahmenrichtlinie über nationales Recht: das Wasserhaushaltsgesetz des Bundes (WHG) und das Wassergesetz (WG) des Landes Baden-Württemberg sowie weitergehende Verordnungen.

Bewertet wird der Zustand der Gewässer über die ökologische Funktionsfähigkeit v. a. über die biologischen Qualitätskomponenten: Wasserpflanzen, Algen, Kleinlebewesen und Fische, die über normierte Bewertungsverfahren erfasst werden. D. h. die zentrale Aufgabe ist es, die Lebensraumqualität unserer Gewässer wiederherzustellen. Daneben ist ein guter chemischer Zustand zu erreichen.

Ursprünglich sollte dies bis zum Jahr 2015 umgesetzt sein. Aufgrund der hohen Anforderungen, der großen stofflichen Belastungen und aufgrund des starken Ausbaugrades unserer Gewässer war dieser Zeitrahmen nicht ausreichend, den guten Zustand zu erreichen. Daher sind weitere Bewirtschaftungszyklen bis 2021 und 2027 vorgesehen. Aktuell befinden wir uns im zweiten Bewirtschaftungszeitraum.

der renautierte Fluss Schussen im Verlauf

Betrachtungsebene Einzugsgebiete:

Entsprechend dem Ansatz der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) werden die Gewässer mit ihren Einzugsgebieten betrachtet. Dies umfasst die Zustandsbewertung bis hin zum Maßnahmenprogramm. In der Zuordnung zu den Einzugsgebieten hat Baden-Württemberg Anteile an den internationalen Flussgebietseinheiten (FGE) Rhein und Donau. Diese sind in Baden-Württemberg entsprechend ihrer bedeutendsten Fließgewässer unterteilt in sechs Bearbeitungsgebiete (BG): Alpenrhein/Bodensee, Hochrhein, Oberrhein, Neckar, Main und Donau. Diese Bearbeitungsgebiete sind nach den wichtigsten Zuflüssen untergliedert in insgesamt 30 Teilbearbeitungsgebiete (TBG), in denen wiederum insgesamt 175 Flusswasserkörper (WK) als kleinste zu bewirtschaftende Einheiten abgegrenzt sind. Innerhalb dieser Flusswasserkörper werden alle Fließgewässer mit einem Einzugsgebiet von mehr als 10 km² Einzugsgebiet betrachtet – sie bilden das sogenannte „Teilnetz Wasserrahmenrichtlinie“. Neben den Fließgewässern werden auch Seewasserkörper, d. h. natürliche Seen sowie Baggerseen und Talsperren mit einer Oberfläche größer 50 ha und Grundwasserkörper entsprechend ihres Einzugsgebietes und auf Grundlage von „Hydrogeologischen Teilräumen“ abgegrenzt und bewertet.

Verlauf der renaturierten Riss, im Hintergrund sieht man Bäume

Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme

Um die Ziele der WRRL suzessive zu erreichen, müssen zunächst alle Belastungen im Einzugsgebiet der Gewässer erfasst werden, um dann mit zielgerichteten Maßnahmen eine Zustandsverbesserung bewirken zu können. Auf der Grundlage einer stofflichen und ökologischen Zustandsbewertung und Defizitanalyse werden die erforderlichen Maßnahmen geplant und in Maßnahmenprogrammen festgeschrieben. Diese sind dann Bestandteil der Bewirtschaftungspläne, die alle relevanten Informationen vom Zustand der Wasserkörper bis zum Maßnahmenprogramm enthalten, sie werden jeweils in einem Sechs-Jahres-Turnus fortgeschrieben Die aktuellen Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme wurden am 22.12.2015 veröffentlicht und gelten bis Ende 2021. Aktuell sind die Entwürfe für den 3. Bewirtschaftungszyklus in der öffentlichen Anhörung (bis 30.06.2021).

Die Maßnahmenprogramme sind Bestandteil der Bewirtschaftungspläne, die alle relevanten Informationen zum Zustand der Gewässer im Einzugsgebiet enthalten. Die aktuellen Bewirtschaftungsspläne und Maßnahmenprogramme wurden am 22.12.2015 veröffentlicht, sie werden in einem Sechs-Jahres-Turnus fortgeschrieben.

Die vorgezogene Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgte über Veranstaltungen in den einzelnen Bearbeitungsgebieten. Darin wurden über die Ergebnisse der aktualisierten Bestandsaufnahme und die weitere Maßnahmenplanung informiert. Es bestand die Möglichkeit, sich direkt an der Überarbeitung der Maßnahmenprogramme zu beteiligen.

Die öffentliche Anhörung der Entwürfe der aktualisierten Bewirtschaftungspläne für den dritten Bewirtschaftungszyklus erfolgt vom 22.12.2020 bis zum 30. Juni 2021. Mehr...

Grundwasserschutz in der EG-Wasserrahmenrichtlinie

Die Informationen finden Sie auf unserer Themenseite Grundwasser.