Polder Söllingen/Greffern

Kontakt

Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat 53.2

Andreas Straßburger, Betriebsbeauftrager, 0721 926-7563, andreas.strassburger@rpk.bwl.de
Rainer Ell, Stv. Betriebsbeauftragter, 0721 926-7553, rainer.ell@rpk.bwl.de

Zahlen und Fakten

Seit 2005 in Betrieb
Planfeststellungsbeschluss vom 27.07.1998
Lage: zwischen Rh-km 317,4 und Rh-km 329,5
Fläche: 580 ha
Max. Retentionsvolumen: 12,0 Mio m³

Das Projekt

Der Rückhalteraum wurde als gesteuerter Polder auf einer Fläche von etwa 580 ha realisiert. Nach einer Bauzeit von sieben Jahren wurde er im November 2005 fertiggestellt. Insgesamt waren für den Polder Söllingen/Greffern, der ein Rückhaltevolumen von ca. 12 Mio. m³ bietet, rund 100 Einzelmaßnahmen erforderlich.

Das Bild des Polders prägen fünf Bauwerkstypen: Entnahmebauwerke, Durchlassbauwerke, Schöpfwerke, Dämme und Kreuzungsbauwerke. Über die Entnahmebauwerke im Rheinseitendamm wird der Polder geflutet. Das Wasser strömt durch Stahlbetonbauwerke, die den Rheinseitendamm unterqueren, in binnenseitige Gewässer. Leitwände reduzieren die Wirbelbildung im Anströmbereich; aufwändige Schwimmbalkenkonstruktionen schützen die Wassersportler im Rhein vor dem starken Sog durch die Bauwerke. Die Durchlassbauwerke innerhalb des Polders verbinden jeweils zwei Teilpolder miteinander. Dort, wo Wasser aus dem Hinterland eine Gefahr für die Ortschaften entlang des Polders darstellt, wird dieses über Schöpfwerke abgeleitet. Die alten Hochwasserdämme, die die Teilpolder gegen die Binnenseite abgrenzen, sind reaktiviert worden. Da sie nicht den neuen Anforderungen an den Polderbetrieb entsprachen, waren Anpassungsmaßnahmen erforderlich. Dammstrecken von fast 4 km waren neu zu bauen.

Der Einsatz des Polders erfolgt bei größeren Hochwasserereignissen, die im Mittel alle 30 Jahre eintreten. Außerdem erfolgen aus ökologischen Gründen sogenannte "ökologische (regelmäßige) Flutungen". Dabei werden die Gewässer im Polder an ca. 190 Tagen im Jahr durchflutet und das Gelände innerhalb des Polderraumes an nur ca. 6 Tagen im Jahr beansprucht.