Einlassbauwerk aus der Luft fotografiert

Kulturwehr Breisach

Der zukünftige Hochwasserrückhalteraum im Oberwasser des Wehres wird im Norden in Richtung Breisach durch einen Flügeldamm, im Osten durch den Rheinhauptdamm III und im Westen durch einen Hochwasserdamm auf dem französischen Rheinufer begrenzt. Im Süden reicht der Überflutungsraum bis Rhein-Kilometer 219,0 (Franzosenweg).

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Die Brunnenstube eines Schutzbrunnens wird mithilfe eines Krans und mehreren Männern eingesetzt

Aktuelles

In Hochstetten wurden mit dem Einbau einer letzten Brunnenstube die 18 Schutzbrunnen fertiggestellt. Noch anstehende elektrotechnische Installationsarbeiten werden im Laufe des Jahres abgeschlossen.

In Breisach sind fünf der 17 vorgesehenen Brunnen fertiggestellt. Die Tiefbauarbeiten für die restlichen Schutzbrunnen erfolgen bis voraussichtlich Anfang 2022.

Details zur generellen Funktionsweise von Schutzbrunnen

Zahlen und Fakten

Das Kulturwehr wurde bereits zur Stützung des Grundwassers nach Planfeststellung vom 12. Dezember 1960 gebaut und 1965 in Betrieb genommen. Über einen längeren Zeitraum wird das Kulturwehr nun saniert.
Verfahrensstand: Raumordnungsbeschluss liegt vor; Planfeststellungsbeschluss liegt vor
Genehmigung französischen Seite liegt vor; Baubeginn mit symbolischem Spatenstich am 27. Juni 2013
Fläche: 505 Hektar
Lage: Rhein-Kilometer 219.0 - 224,8
Max. Retentionsvolumen: 9,3 Mio Kubikmeter

Zeitstrahl Hochwasserrückhalteraum Kulturwehr Breisach, (2,6 MB)

Eindrücke vom Rückhalteraum Kulturwehr Breisach

Aktuelle Grundwasserstände

Karte der lokalen Grundwassermessstellen (Retentionsraum Breisach/Burkheim und Kulturwehr Breisach)

Hinweis: Die Datenfernübertragung wird durch die lokale Messstellensituation, Witterungsbedingungen oder den Einfluss anderer Sendenetze beeinflusst. Dies kann zu Datenausfall und Datenlücken führen.

Fragen und Antworten zum Kulturwehr Breisach

Bei einem Einsatz zum Hochwasserrückhalt wird der Rückhalteraum im langjährigen Mittel ca. alle 10 Jahre für max. 10 Tage nicht begehbar sein. Gleichzeitig wird der Leinpfad überflutet und für diese Zeit gesperrt.

Auf dem Hochwasserdamm entlang der B31 wird ein Radweg angelegt, über den ganzjährig eine Nord-Süd-Verbindung gewährleistet ist.

Bei Ökologischen Flutungen - die im langjährigen Mittel an 65 Tagen im Jahr stattfinden - ist der Leinpfad an wenigen Tagen im Jahr gesperrt. Im Rückhalteraum sind die Wege südlich des Flügeldammes zuerst gesperrt. Mit zunehmender Flutung werden die Absperrungen Richtung Kiessee Uhl verschoben. Der Querweg zwischen dem Uhlsee und dem Leinpfad wird an weniger als 20 Tagen pro Jahr gesperrt sein.

Um Menschen nicht durch die Flutungen zu gefährden, wird ein umfangreiches Warn- und Sicherungssystem erstellt:

Vor Flutungen werden öffentliche Waldwege und Zugangsstraßen zum Rückhalteraum abgefahren, um Passanten zu warnen. Danach werden die Zugänge gesperrt.

Der Aufbau der Absperrungen erfolgt schrittweise mit zunehmender Flutung.

Warnschilder und Informationstafeln werden an allen wichtigen Zufahrtsstraßen aufgestellt.

An den Wegen und Straßen werden Markierungen angebracht, die den ungefährdeten Weg aus dem Rückhalteraum zeigen.

Derzeit verhindern oder behindern ein Wehr am Auslauf des Kiessees Uhl, das Möhlinwehr sowie eine Schwelle in der Möhlin im Bereich der Rheinbrücke die Fischwanderung in der Möhlin und vom Rhein in die Möhlin. Die Fischtreppe am Kulturwehr Breisach funktioniert nur sehr eingeschränkt.

Im Rahmen unseres Projektes werden die Gewässer stärker vernetzt und die Wanderungshindernisse für die Lebewesen in den Gewässern beseitigt. Da die Fischtreppe am Kulturwehr nur mit größtem Aufwand funktionsfähig gemacht werden könnte, wird statt dessen eine Umwanderungsmöglichkeit über die Möhlin geschaffen:

Die Möhlinschwelle unter der Rheinbrücke wird durchwanderbar gemacht.

Die Fischtreppe am Möhlinwehr wird umgebaut.

Zwischen dem gestauten Rhein und der Möhlin werden zwei Gewässerzüge angelegt.  Diese werden weitgehend in vorhandenen, derzeit abflußlosen Schluten verlaufen. Sie werden ständig mit Wasser aus dem Rhein gespeist.

Unter dem Leinpfad werden zwei der drei neuen Rheinwasserentnahmebauwerke mit Fischtreppen ausgestattet.

Durch die Speisung des neuen Gewässerzuges mit Rheinwasser können die Wanderfische vom Unterwasser des Kulturwehres über die Möhlin in das Oberwasser des Kulturwehres aufsteigen.

Das Wehr am Auslauf des Baggersees Uhl wird mit einem Fischpaß versehen.

Sperrungen wegen der Flutung des Raumes sind nicht erforderlich.

Die genannten Ortschaften sind beim Bemessungshochwasser nicht durch Grundwasseranstiege gefährdet.

Schutzmaßnahmen

Der bei Flutungen erhöhte Andrang von Druckwasser unter dem Flügeldamm nach Norden wird durch Wasserableitungen begrenzt:

Vom Europaweiher wird eine Rohrleitung zur Möhlin eingelegt, die den Anstieg des Wasserstandes im Europaweiher durch Abfluss in die benachbarte Möhlin begrenzt. Zur Verbesserung seiner drainierenden Wirkung, wird der Europaweiher mit der Flachwasserzone nach Westen vergrößert. Ein Gitter am Rohrzulauf wird verhindern, dass dabei die Fische aus dem Europaweiher in die Möhlin wechseln.

Bei hohen Wasserständen in der Möhlin kann durch Schließen eines Schiebers ein Rückfluss von Möhlinwasser in den Weiher verhindert werden.

Details

Freianlagen: Bei Ökologischen Flutungen ist das Freizeitgelände mit seinen Freianlagen nicht betroffen. Erst bei einem extremen Hochwasser wie im Mai 1999 mit Retentionsflutung sind tiefe Geländeanteile wie auch der Trainingsplatz des SV Breisach betroffen. Auftretende Schäden bzw. Anpassungsmaßnahmen sind dann vom Land zu tragen.

Die tiefliegenden Anlagen sollen möglichst im Zuge von fälligen Instandsetzungsarbeiten angehoben werden, jedoch vor dem Probebetrieb. Diesbezüglich wird mit der Stadt Breisach ein öffentlich-rechtlicher Vertrag abgeschlossen.

Sportlerheime

Die tiefliegenden Kellerräume des Angelsportvereines und des SV Breisach sind bei Flutungen betroffen. Hier wird das Land Schutzmaßnahmen durchführen.