Luftbild vom Polder

Polder Bellenkopf/Rappenwört

Kontakt

Regierungspräsidium Karlsruhe

Referat 53.2

Fachinformationen
Thorsten Daum, Projektleitung, 0721 926-7616
Dr. David Gustav, stellv. Projektleitung, 0721 926-7566
BeRa@rpk.bwl.de

Zahlen & Fakten

Fläche: 510 ha
Lage: Zwischen Rheinkilometer 353,8 und Rheinkilometer 359,3
Max. Retentionsvolumen: 14,0 Mio m³

Aktueller Stand

Planfeststellungsbeschluss (Dezember 2020)

Das Projekt

Ausgangslage

Der geplante Retentionsraum Bellenkopf/Rappenwört erstreckt sich von Rheinstetten-Neuburgweier im Süden bis zum Rheinhafendampfkraftwerk Karlsruhe im Norden. Das Gebiet wurde bis zum Bau des Rheinhochwasserdammes XXV in den Jahren 1934/35 regelmäßig überflutet. Die ehemalige Aue ist in diesem Bereich z. T. noch vorhanden. Das Gelände wird heute mit Wasser-, land- und forstwirtschaftlichen Flächen unterschiedlich genutzt. Auf einer Fläche von 510 ha soll ein Rückhaltevolumen von ca. 14 Mio. m³ geschaffen werden.


    Geplante Maßnahmen

    Der Bau des Polders erfordert umfangreiche Baumaßnahmen:

    • Sanierung der Hochwasserdämme
    • Bau großer Ein- und Auslassbauwerke
    • Höherlegung der Hermann-Schneider-Allee
    • Umbau und Anpassung des Naturschutzzentrums
    • Schutzmaßnahmen zur Regulierung der Grundwasserstände
    • Kompensationsmaßnahmen
    • u.v.a.m.

    Stand des Projekts

    Der Planfeststellungsbeschluss liegt vor. Bis zum Bau des Polders wird es aber noch einige Jahre dauern. Zunächst stehen die europaweiten Ausschreibungen für geeignete Fachbüros an, die anschließend die Ausführungsplanung erarbeiten werden. In der Ausführungsplanung werden Bauphasen und -abläufe definiert, um das komplexe Projekt schrittweise umzusetzen. Die europaweiten Ausschreibungsverfahren werden mehrere Monate, die Ausführungsplanung selbst mindestens über ein Jahr in Anspruch nehmen. Hier wird insbesondere die Abstimmung zwischen dem Regierungspräsidium und den verschiedenen Akteuren Zeit benötigen. So werden neben den Interessen der Kommunen, der Verbände und weiterer Beteiligter sowie den Vorgaben des Naturschutzes auch die Sicherheit der Bevölkerung vor Hochwassern und die Erreichbarkeit der Naherholungsgebiete im Bereich des Polders während der Bauzeit aufeinander abzustimmen sein. „Unser Ziel ist es, die baubedingten Beeinträchtigungen für die Bevölkerung möglichst gering zu halten. Die Akzeptanz unseres Vorhabens in der Bevölkerung ist uns sehr wichtig, deswegen werden wir uns für die Ausführungsplanung diese Zeit nehmen“, sagte die Regierungspräsidentin. Neben dem Start der Ausführungsplanung wird ab 2022 mit kleineren Teilmaßnahmen, wie beispielsweise Baugrunderkundungen und Vermessungsarbeiten, begonnen. Größere bauliche Maßnahmen, wie die Sanierung der Hochwasserdämme, der Bau großer Ein- und Auslassbauwerke, die Höherlegung der Hermann-Schneider-Allee sowie der Umbau und die Anpassung des Naturschutzzentrums sind erst ab 2023 vorgesehen.


    Informieren Sie sich

    Öffentlichkeitsbeteiligung

    Im weiteren Verlauf des Projektes wird das Regierungspräsidium Karlsruhe die Öffentlichkeit umfassend und kontinuierlich informieren.

    Fragen sind jederzeit über das Funktionspostfach BeRa@rpk.bwl.de möglich.




    Bauausführung

    Die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren finden Sie in den amtlichen Bekanntmachungen des Landratsamts Karlsruhe unter Umweltrechtsverfahren > Wasserrecht.


    Planungslose im Bereich HWD XXV und Rheinpark

    Trenndamm HWD XXV

    Der jetzige Hauptdamm XXV wird durch den Bau des Polders zum Trenndamm. Im Bereich des Polders wird der Damm hierfür auf nahezu seiner gesamten Länge saniert. Lediglich im südlichen Zulaufbereich zum Bauwerk 1 wird der vorhandene Damm auf einer Strecke von 550 m abgetragen.


    Ein- und Auslassbauwerke

    Vier der fünf Ein- und Auslassbauwerke befinden sich im späteren Trenndamm (Bauwerke 2-5). Das Bauwerk 1 wird in der Trasse der L566 errichtet, westlich von Neuburgweier. Während Bauwerk 1 und 2 reine Einlassbauwerke sind, dienen die Bauwerke 3, 4 und 5 je nach Betriebszustand sowohl der Füllung als auch Entleerung des Polders. Mit der Steuerung der fünf Bauwerke wird im Zuge der Ökologischen Flutungen eine kontinuierliche Durchströmung des Polders sichergestellt.


    Hermann-Schneider-Allee

    Der Rheinpark erhält zusätzlich zu seinem rheinseitigen Hochwasserschutz (Damm auf dem Rheinstrandbadgelände) eine Umschließung mittels Spundwand. Mit dieser Spundwand werden die Vereinshäuser und die Infrastruktureinrichtungen vor steigenden Wasserständen im Polder geschützt. Für den entsprechenden Schutz des Naturschutzzentrums mit seinen Neu- bzw. Anbauten, ist um das Areal ein Ringdamm geplant. Auch die Hermann-Schneider-Allee wird zukünftig vor steigenden Wasserständen geschützt sein. Hierfür ist eine Erhöhung des Straßendammes sowie der Neubau der Altrheinbrücke vorgesehen.


    Rheinpark

    Durch die Umschließung des Rheinparks sind Anpassungsmaßnahmen im Bereich der Vereinsheime und dem Naturschutzzentrum Karlsruhe erforderlich. Von einer aufwendigen Hochwassersicherung des Forststützpunkts Karlsruhe wurde zugunsten seines Neubaus außerhalb des Polders abgesehen.


    Straßenbahnanlagen

    Mit der Höherlegung der der Hermann-Schneider-Allee werden auch die Straßenbahnanlagen (Tief- und Gleisbau, Haltestellen, Oberleitungen) entsprechend angepasst und erneuert.


    Planungslose im Bereich HWD XXVI und Binnenland

    Hauptdamm HWD XXVI

    Die beiden alten „Tulla“-Dämme (Hochwasserdämme XXVa und XXVI) bilden zukünftig den neuen Hauptdamm und dienen im Retentionsfall und bei ökologischen Flutungen dem Hinterland als Absperrdamm zum Polder. Hierfür werden die Dämme abschnittsweise saniert und durch einen neuen Verbindungsdamm verbunden.


    Pumpwerke

    Zum Schutz der angrenzenden Ortslagen und des Binnenlandes werden unter anderem Entwässerungsgräben entlang der neuen Hauptdämme (HWD XXVI etc.) angelegt. Um das anfallende Wasser aus diesen Gräben und den Abfluss des Federbachs in den Rhein, auch bei höheren Polderwasserständen, sicherstellen zu können, werden Pumpwerke gebaut. Die Pumpwerke befinden sich am Ortsrand von Neuburgweier an der L566 (Pumpwerk Neuburgweier), im Bereich der Kläranlage Rheinstetten (Pumpwerk Süd) und südlich des Rheinhafendampfkraftwerks (Pumpwerk Nord). Zur Regulierung des Wasserzu- bzw. Abflusses werden unter anderem am Panzergraben und am Dücker unter der Hafeneinfahrt in Karlsruhe weitere Anpassungsmaßnahmen vorgenommen.


    Grundwasserhaltung

    Um schadhafte Grundwasseranstiege, im Zusammenhang mit den dem Bau und Betrieb des Polders auszuschließen, sind umfangreiche Grundwasserhaltungsmaßnahmen in Daxlanden, Rheinstetten-Neuburgweier, der Fritschlach und der Dammfeldsiedlung sowie der Ausbau eines Messnetzes im Binnenland geplant. Hierfür werden Teiche, Grundwasserbrunnen, Dränagen und Messstellen angelegt.


    Betriebsgebäude

    Die Steuerung des gesamten Polders erfolgt zentral über eine Steuer- bzw. Betriebszentrale, die am Pumpwerk Süd im Bereich der Kläranlage Rheinstetten geplant ist. Die Betriebszentrale ist auch Stützpunkt des Betriebspersonals und deren, für die Unterhaltung des Polders erforderlichen Gerätschaften.


    Planungslose bereichsübergreifend

    Stromversorgung

    Alle Betriebseinrichtungen des Polders müssen ausfallsicher mit Strom versorgt werden. Um dies zu garantieren, ist ein übergreifendes Konzept und eine entsprechende Fachplanung notwendig.


    Leittechnik

    Wie auch bei der Stromversorgung, wird die Steuerung aller Betriebseinrichtungen (losübergreifende Leittechnik) durch einen entsprechenden Fachplaner konzipiert.


    Baustellenlogistik

    Die Baustellenlogistik, das Herstellen von Baustraßen, Baustelleneinrichtungsflächen und Lagerflächen, die Herstellung von Umleitungen und Wegeanpassungen, Erholungswege und Parkplätze sowie der Umbau der DLRG Station und Kanu- Anlegestelle etc. sind in diesem Planungslos gebündelt.


    Umweltplanung

    Sämtliche umweltrelevanten Planungen und Fragestellungen werden durch einen Fachplaner betreut, sowohl innerhalb wie außerhalb des Polders. Hierzu gehört auch die landschaftspflegerische Ausführungsplanung für die Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Bau und Betrieb des Polders.


    Film "Höherlegung Hermann-Schneider-Allee"