SCORA

Schools opposing Racism and Antisemitism

Ein Projekt stellt sich vor

Im Februar 2019 entstand in einem Gespräch zwischen dem Landrat des Oberen Galiläa Giora Salz und der Abteilungspräsidentin Schule und Bildung Claudia Rugart die Idee, zehn neue Schulpartnerschaften zwischen israelischen Schulen und Schulen im Regierungsbezirk Stuttgart ins Leben zu rufen. Ziel sollte es sein, nicht nur die unmittelbare Begegnung zwischen den Jugendlichen, den Lehrerinnen und Lehrern und auch den Schulleitungen zu ermöglichen, vielmehr sollten alle Partnerschulen gemeinsam ein pädagogisches Konzept entwickeln, dem sie sich verpflichten würden. Kern dieses Konzepts ist die Weiterentwicklung der Schulkultur, in der alle am Schulleben Beteiligten Antisemitismus und Rassismus bzw. auch andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeiten nicht zu tolerieren und eine Kultur zu prägen, in der Vielfalt als begrüßenswerte Tatsache gelebt wird.

Aktivitäten der Abteilung 7 seither

Im Laufe des Herbstes 2019 gab es ein Ausschreibungsverfahren für unsere Gymnasien und Beruflichen Schulen. 43 bewarben sich, und wir nahmen, wegen dieses überwältigenden Interesses, 15 statt der ursprünglich geplanten 10 auf.

Frau Landtagspräsidentin Muhterem Aras zögerte nicht, die Schirmherrschaft für das Projekt zu übernehmen, was uns eine ganz besondere Ehre ist.

Wir richteten einen Beirat ein, um uns mit Partnern zu vernetzen und deren Expertise zu nutzen. Mitglieder sind die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg, die Landeszentrale für Politische Bildung, die Stadt Stuttgart, das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung sowie das PKC Freudental. Auch Schulleitungen, die seit Jahrzehnten Partnerschaften mit israelischen Schulen pflegen, arbeiten im Beirat mit.

Im Februar 2020 kam es zu einem ersten Workshop für die Schulleitungen, der unsere Israelreise im März 2020 zu unseren Partnern vorbereitete. Diese musste dann pandemiebedingt zwei Tage früher als geplant beendet werden. Dennoch veränderte diese Reise uns alle: Die vielfältigen Eindrücke, Gespräche und Erfahrungen regten dazu an, unsere Haltungen und Meinungen zu reflektieren. Wir fühlten uns durch diese Reise noch motivierter, um das Projekt an unseren Schulen zu gestalten.

Seit 2020 fanden insgesamt vier Workshops für Schulleitungen statt, bei denen wir uns über den Projektstand an jeder Schule austauschten, uns wissenschaftliche Inputs holten (Frau Prof. Julia Bernstein, Frau Marina Chernivsky), mit Partnern in der Region vernetzten (Landeszentrale für politische Bildung, Landesbeauftragter gegen Antisemitismus). Der fünfte Workshop ist für März 2022 terminiert.

Für die projektverantwortlichen Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen gestalteten wir zwei mehrtägige Workshops, an denen sie sich vernetzen konnten und vielfältige Informationen rund um Israel, das deutsch-israelische Verhältnis und die Schulpartnerschaften erhielten. Im Frühjahr 2022 wird es einen weiteren Vernetzungsworkshop geben.

Unsere SCORA-Community

Um die ganze SCORA-Community zumindest immer wieder virtuell zusammen zu bringen, führen wir einmal im Quartal zusammen mit den israelischen Partnern eine Zoom-Lecture durch. Bislang haben die Ghettofighters aus Israel, Dr. Michael Blume und Marina Chernivsky je einen Lecture-Abend gestaltet. Neben einem Vortrag kommen wir dabei länderübergreifend intensiv ins Gespräch über die Themen.

Virtuelle Partnerschaft

Die Schulen haben trotz pandemiebedingter Unmöglichkeit nach Israel zu reisen oder israelische Gruppen zu empfangen, seither Enormes geleistet. Von 15 der Projektschulen konnten bereits 13 eine virtuelle Partnerschaft mit einer israelischen Schule ins Leben rufen.

Darüber hinaus gestalteten Schülerinnen und Schüler der Schulen, ganz fraktal im Fernunterricht organisiert, je ein Plakat zu jüdischem Leben in ihrer jeweiligen Region bzw. in Baden-Württemberg. Die Plakate führen wir nun zu einer Ausstellung zusammen. Sie wird im Laufe des Frühjahrs 2022 im Stuttgarter Rathaus zu sehen sein, und danach auf Wanderschaft gehen. Da die Plakate auch auf englisch vorliegen, werden wir sie, sobald wir wieder nach Israel reisen können, auch dort zeigen.

Im Rahmen eines Infobration-Dinners im November 2021 konnte sich die SCORA-Community mit vielen Kooperationspartnern, z. B. auch dem Vereinsvorstand von konsequent e.V. Guido Rebstock, im Beisein unserer Schirmherrin, dem Beirat und den israelischen Gästen austauschen.

Geplante Austausche 2022

Für 2022 wünschen wir uns, dass die geplanten Austausche stattfinden können und das SCORA-Netzwerk weiter wächst. SCORA ist nicht nur ein Austauschprogramm: SCORA ist die Idee, dass wir an unseren Schulen Antisemitismus und Rassismus nicht dulden. SCORA ist die Idee, dass wir uns an Unterschiedlichkeit freuen, und dass wir neugierig darauf sind. SCORA möchte Menschen in Verbindung bringen und in Respekt und Freude verbinden. Alle Menschen, die sich an unseren Schulen im Regierungsbezirk diesen Ideen verpflichtet fühlen, sind im weitesten Sinne Teil unseres SCORA-Netzwerks. Alle, die aktiv an weiteren Aktivitäten zu diesen Themen an ihren Schulen arbeiten und die dafür das Dach von SCORA nutzen möchten, dürfen sich gerne jederzeit an uns wenden.

Finanzielle Förderung

Ohne finanzielle Förderung könnten wir das Projekt nicht mit Leben füllen. Wir danken auch für diese Unterstützung dem Beauftragten gegen Antisemitismus des Landes Baden-Württemberg, der Robert Breuning Stiftung, der Robert Bosch Stiftung sowie der Mahle-Stiftung. Dem Kultusministerium sowie dem ZSL danken wir ebenfalls für vielfältige Ressourcen, die wir von dort erhalten. Auch das Israelische Generalkonsulat und seine Repräsentantin in Baden-Württemberg stehen mit Rat und Tat an unserer Seite.

Leitmotiv von SCORA

Das Leitmotiv von SCORA ist: Yes, we care!

Bei Interesse am oder Fragen zum Projekt können Sie sich jederzeit gerne mit Frau Claudia Rugart (claudia.rugart@rps.bwl.de) in Verbindung setzen.


Stand 2021-11-30


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