SCORA – yes, we care!

Schools opposing Racism and Antisemitism

Ein Projekt stellt sich vor

Im Februar 2019 entstand in einem Gespräch zwischen dem Landrat des Oberen Galiläa Giora Salz und der Abteilungspräsidentin Schule und Bildung Claudia Rugart die Idee, zehn neue Schulpartnerschaften zwischen israelischen Schulen und Schulen im Regierungsbezirk Stuttgart ins Leben zu rufen. Ziel sollte es sein, nicht nur die unmittelbare Begegnung zwischen den Jugendlichen, den Lehrerinnen und Lehrern und auch den Schulleitungen zu ermöglichen, vielmehr sollten alle Partnerschulen gemeinsam ein pädagogisches Konzept entwickeln, dem sie sich verpflichten würden. Kern dieses Konzepts ist die Weiterentwicklung der Schulkultur, in der alle am Schulleben Beteiligten Antisemitismus und Rassismus bzw. auch andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeiten nicht tolerieren und eine Kultur prägen, in der Vielfalt und Unterschiedlichkeit begrüßt und als Bereicherung verstanden wird.

SCORA-Leitgedanken

Die SCORA-Schulen verpflichten sich, dass:

  • die Schulleitung selbst das Projekt leitet
  • es einen GLK-Beschluss gibt, dass die Schule die Werte und Ziele von SCORA teilt und aktiv im Schulalltag lebendig werden lässt
  • es ein Team von projektverantwortlichen Lehrerinnen und Lehrer gibt
  • die Schulgemeinschaft aktiv daran arbeitet, eine diversitätsfreundliche Schulkultur zu entwickeln, und keine Form von Antisemitismus, Rassismus oder andere Formen von Diskriminierung zu dulden
  • die Lehrerinnen und Lehrer für dieses Thema multimethodische und multimediale Zugänge nutzen (kognitive, reflexive, biografieorientierte, kreative, digitale usw.)
  • sie mit den Zielen und Werten des Projekts über Aktionen oder ähnliches in die Zivilgesellschaft ihrer Raumschaft hineinwirken
  • die Schule sich mit jüdischem Leben in der Raumschaft beschäftigt
  • die Bereitschaft besteht, nach Israel zu reisen und israelische Gäste (Lehrerteams, Schülerinnen und Schüler) zu empfangen.

Unsere Aktivitäten

Im Laufe des Herbstes 2019 gab es ein Ausschreibungsverfahren für unsere Gymnasien und Beruflichen Schulen. 43 bewarben sich, und wir nahmen, wegen dieses überwältigenden Interesses, 15 statt der ursprünglich geplanten 10 auf.

Frau Landtagspräsidentin Muhterem Aras zögerte nicht, die Schirmherrschaft für das Projekt zu übernehmen, was uns eine ganz besondere Ehre ist.

Wir richteten einen Beirat ein, um uns mit Partnern zu vernetzen und deren Expertise zu nutzen. Mitglieder sind die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg, die Landeszentrale für Politische Bildung, die Stadt Stuttgart, das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung sowie das PKC Freudental. Auch Schulleitungen, die seit Jahrzehnten Partnerschaften mit israelischen Schulen pflegen, arbeiten im Beirat mit.

Im Februar 2020 kam es zu einem ersten Workshop für die Schulleitungen, der unsere Israelreise im März 2020 zu unseren Partnern vorbereitete. Diese musste dann pandemiebedingt zwei Tage früher als geplant beendet werden. Dennoch veränderte diese Reise uns alle: Die vielfältigen Eindrücke, Gespräche und Erfahrungen regten dazu an, unsere Haltungen und Meinungen zu reflektieren. Wir fühlten uns durch diese Reise noch motivierter, um das Projekt an unseren Schulen zu gestalten.

Seit 2020 fanden insgesamt fünf Workshops für Schulleitungen statt, bei denen wir uns über den Projektstand an jeder Schule austauschten, uns wissenschaftliche Inputs holten (Frau Prof. Julia Bernstein, Frau Marina Chernivsky) und uns mit Partnern in der Region vernetzten (Landeszentrale für politische Bildung, Landesbeauftragter gegen Antisemitismus).

Für die projektverantwortlichen Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen gestalteten wir bislang insgesamt 6 Workshops- und Vernetzungstage, an denen sie sich vernetzen konnten und vielfältige Informationen rund um Israel, das deutsch-israelische Verhältnis und die Schulpartnerschaften erhielten. Auch erhalten die Lehrkräfte von uns viele Hinweise zu Veranstaltungen anderer Anbieter, die rege genutzt werden.

Bei allen Workshops steht immer auch die Frage im Zentrum, wie wir präventiv und reaktiv mit Antisemitismus und Rassismus an unseren Schulen umgehen und ein diversitätsfreundliches Klima schaffen.

Unsere SCORA-Community

Um die ganze SCORA-Community zumindest immer wieder virtuell zusammen zu bringen, führen wir einmal im Quartal zusammen mit den israelischen Partnern eine Lecture durch. Bislang haben die Ghettofighters aus Israel, Dr. Michael Blume und Marina Chernivsky je einen Lecture-Abend gestaltet.

Bei der nächsten Lecture noch im Juni wird Frau Prof. Engin, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Kultusministeriums, referieren und zum länderübergreifenden Austausch einladen.

Übersicht über die Lectures

Schulpartnerschaften virtuell: SCORA twin

Die Schulen haben trotz pandemiebedingter Unmöglichkeit nach Israel zu reisen oder israelische Gruppen zu empfangen, seither Enormes geleistet. Von den 15 Projektschulen konnten bereits 14 eine virtuelle Partnerschaft mit einer israelischen Schule ins Leben rufen. Pädagogische Tage und Seminarkurse wurden durchgeführt sowie Arbeitsgruppen zu dem Thema eingerichtet.

Für 2022 wünschen wir uns, dass die geplanten Austausche stattfinden können und das SCORA-Netzwerk weiter wächst. SCORA ist nicht nur ein Austauschprogramm: SCORA ist die Idee, dass wir an unseren Schulen Antisemitismus und Rassismus nicht dulden. SCORA ist die Idee, dass wir uns an Unterschiedlichkeit freuen, und dass wir neugierig darauf sind. SCORA möchte Menschen in Verbindung bringen und diese sich in Respekt und Freude begegnen lassen. Alle Menschen, die sich an unseren Schulen im Regierungsbezirk diesen Ideen verpflichtet fühlen, sind im weitesten Sinne Teil unseres SCORA-Netzwerks. Alle, die aktiv an weiteren Aktivitäten zu diesen Themen an ihren Schulen arbeiten und die dafür das Dach von SCORA nutzen möchten, dürfen sich gerne jederzeit an uns wenden.

Ausstellung zu Jüdischem Leben

Schülerinnen und Schüler gestalteten, ganz fraktal im Fernunterricht organsiert, je ein oder zwei Plakate zu jüdischem Leben in ihrer jeweiligen Region bzw. in Baden-Württemberg. Die Plakate führten wir zu einer Ausstellung zusammen. Sie ist ab Juli 2022 im Stuttgarter Rathaus zu sehen und wird danach als Wanderausstellung in verschiedenen Plätzen in Baden-Württemberg zu betrachten sein. Da die Plakate auch in englischer Sprache vorliegen, werden wir sie auch in Israel ausstellen können.

Aktuelle Veranstaltungen

Die SCORA-Community konnte sich im November 2021 im Rahmen eines Infobration-Dinners mit vielen Kooperationspartnern, z. B. unserer Schirmherrin, Frau Landtagspräsidentin Muhterem Aras, unserem Antisemitismusbeauftragten Herrn Dr. Michael Blume, der Repräsentantin des israelischen Generalkonsulats Frau Maren Steege, unseren Beiratsmitgliedern und unseren israelischen Gästen austauschen.

SCORA net

Im Juni 2022 werden wir alle Beteiligte, die bei SCORA mitwirken möchten, für einen Nachmittag zusammenbringen und gemeinsam planen, wie wir eine Plattform bzw. ein Netzwerk gestalten können, das die Schulen in ihrer Arbeit gegen Antisemitismus und Rassismus unterstützt. Dabei sein werden Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulen, den Kommunen und Landkreisen, dem Landtag, der Verwaltung, von Stiftungen, aus Unternehmen, aus Kunst, Kultur und Sport, den Kirchen usw.

Förderung

Ohne Förderung könnten wir das Projekt nicht mit Leben füllen. Wir danken für Unterstützung dem Beauftragten gegen Antisemitismus des Landes Baden-Württemberg, dem Landtag, der Stiftung Würth, der Dieter Schwarz Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Karl Schlecht Stiftung, der Robert Breuning Stiftung, der Baden-Württembergischen Bank, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) sowie der Mahle-Stiftung. Dem Kultusministerium sowie dem ZSL danken wir ebenfalls für vielfältige Ressourcen, die wir von dort erhalten. Auch das Israelische Generalkonsulat und seine Repräsentantin in Baden-Württemberg stehen mit Rat und Tat an unserer Seite.

Informationen und Kontakt

Bei Interesse am oder Fragen zum Projekt können Sie sich jederzeit gerne per Email an uns wenden scora@rps.bwl.de.


Stand 2022-06-21


(Foto Quelle: hkama - stock.adobe.com)


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