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  • Abteilung 8
    20.04.2015
    Experten des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart arbeiten an neuem Forschungsprojekt zur Vertiefung des Denkmalwissens: Ländliche Gasthöfe in Oberschwaben
    Regierungspräsident Johannes Schmalzl: „Heute sind viele Gasthöfe im ländlichen Raum von Leerstand, Abriss oder Umnutzung betroffen. Die Denkmalpflege bringt sich in die Rettung der kulturhistorisch bedeutenden und identitätsstiftenden Gasthöfe ein.“
     Gasthaus Kreuz in Ingoldingen (Kreis Biberach), Foto: Kraume-Probst, Landesamt für Denkmalpflege

    Gasthöfe sind gerade in den Dörfern markante Bauwerke, die das Ortsbild prägen. Der Gasthof bildete den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens und diente oft auch als Umschlagplatz von Informationen. Regierungspräsident Johannes Schmalzl erklärt: „Heute sind viele Gasthöfe im ländlichen Raum von Leerstand, Abriss oder Umnutzung betroffen. Die im Regierungspräsidium Stuttgart angesiedelte Landesdenkmalpflege bringt sich daher mit einem neuen Forschungsprojekt aktiv in die Rettung der kulturhistorisch bedeutenden und identitätsstiftenden Gasthöfe ein.“

    Im Dezember 2014 startete das Projekt „Ländliche Gasthöfe in Oberschwaben“. Kunsthistorikerin Dr. Imke Ritzmann und ihre Mitarbeiterin Sabine Schmid werden sich in den kommenden drei Jahren eingehend mit Architektur und historischer Ausstattung ländlicher Gasthöfe befassen. Das Forschungsprojekt zielt darauf, die einzelnen Gasthöfe im Hinblick auf ihre kunsthistorische, historische und kulturhistorische Bedeutung hin zu charakterisieren und zu bewerten. Nur durch den systematischen Überblick und die Differenzierung von Gasthaustypen in ihrer Zeit kann die Bedeutung des einzelnen Gasthofes herausgearbeitet werden. Die Dokumentationen stehen als Grundlage für Nutzungskonzepte und für die denkmalgerechte Weiterentwicklung der Objekte zur Verfügung. „Gerade bei Umnutzungen von Gasthöfen, die auf dem Land immer häufiger von Schließungen betroffen sind, kommen die Erhaltungsforderungen der Denkmalpflege häufig zu einem viel zu späten Zeitpunkt“, so die Projektleiterin, Landeskonservatorin Dr. Ulrike Plate. „Das Projekt soll Aufmerksamkeit und Wertschätzung auf die Gasthöfe lenken und Eigentümern, Verwaltung und Öffentlichkeit Unterstützung bieten in der denkmalgerechten Weiterentwicklung dieser wichtigen, identitätsstiftenden Orte.“

    Hintergrund:

    Der ländliche Gasthof: Mittelpunkt und Blickfang des Ortes

    Markant im Dorfgefüge, fällt dem Reisenden nach den herrschaftlichen und kirchlichen Bauten das Gebäude des Gasthofs ins Auge. Gerade in den Dörfern diente der Gasthof bis ins 20. Jh. hinein quasi als Antenne zur Außenwelt. Für Bürger und Bauern bildete er den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, wo Feste gefeiert und Versammlungen abgehalten wurden.

    Seiner Bedeutung im dörflichen Leben entsprach die architektonische Gestaltung des Gasthofs: Die Straßenfassade war häufig repräsentativ gestaltet und mit einem Wirtshausschild an einem schmiedeeisernen Ausleger geschmückt. Saal und Gasträume wurden vielfach mit einer aufwendigen Ausstattung versehen. Nicht zu vernachlässigen sind außerdem die zum Gasthof gehörenden Nebengebäude, wie zum Beispiel der Gaststall oder eine überdachte Kegelbahn.

    Gasthöfe befanden sich unbedingt an frequentierten Reiserouten. Anhand ihrer Lage kann die Entwicklung des Verkehrsnetzes in Oberschwaben nachvollzogen werden: zunächst die Verbesserung der Postrouten, dann der Ausbau der Eisenbahnstrecken.

    Gasthaus Zum Ochsen in Amtzell-Pfärrich (Kreis Ravensburg), Foto: Spengler, Landesamt für Denkmalpflege

    Gasthaus Zum Ochsen in Amtzell-Pfärrich (Kreis Ravensburg), Foto: Spengler, Landesamt für Denkmalpflege


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